„Positiv Zweifel wecken“

Der Dortmunder Willi Otremba eröffnet morgen um 12 Uhr seine Ausstellung in der Siegener Martinikirche. Titel: „selbst auf die Gefahr hin mich zu wiederholen“. Foto: la
  • Der Dortmunder Willi Otremba eröffnet morgen um 12 Uhr seine Ausstellung in der Siegener Martinikirche. Titel: „selbst auf die Gefahr hin mich zu wiederholen“. Foto: la
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la Siegen. „Malerei ist eigentlich Farbe, und nur als Malerei ist Farbe eigentlich.“ Dieser Satz stammt von dem gebürtigen Bochumer Künstler Willi Otremba, der heute in Dortmund lebt und arbeitet. Ab morgen stellt er in der Siegener Martinikirche aus. Titel seiner Bildpräsentation: „selbst auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen.“

Die Schwarz-Weiß-Arbeiten wirken nur auf den ersten Blick streng, fast grafisch. Durch die Biegung des Materials Aluminium, auf das Willi Otremba Öl und Enkaustik aufträgt, bekommen die Bilder aber eine ganz neue Spannung. Besonders deutlich wird das bei den beiden großformatigen Arbeiten, die per Hebebühne an ihren Standort im Siegener Gotteshaus gebracht wurden. Je nach Standort des Betrachters scheinen sie zu schweben, die Sichtweise ändert sich, gewährt neue Blick-Dimensionen. Auf der weißen Kirchenwand, in fast luftiger Höhe, gewinnen die beiden Bilder an Intensität. Vor zwölf Jahren stellte Willi Otremba, Preisträger u. a. des Karl-Ernst-Osthaus-Förderpreises der Stadt Hagen und des Kunstpreises Münsterland, Mitglied im Westdeutschen Künstlerbund und im Internationalen Künstler-Gremium, erstmals in einer Kirche aus. Zuletzt in der Bartholomäuskirche Lüttgendortmund unter dem Titel „Reanimation“. „Eine reizvolle Aufgabe“, so der Dortmunder, gestern im Gespräch. „In diesem ungewöhnlichen Rahmen macht Kunst neugierig und hat ein engagiertes Publikum.“ Diese Neugier wird sicherlich auch in Siegen geweckt, wo sich die Bilder sehr gut in das Gotteshaus integrieren, fast zur Einheit mit dem sakralen Raum verschmelzen. Otremba verzichtet völlig auf biblische Motive, er baut strikt auf den Themen auf, an denen er gerade arbeitet. Und der Titel der Ausstellung entstand aus dieser Herangehensweise. „Dennoch“, so der Dortmunder, „passen meine Arbeiten in eine Kirche. Hier wird die Wahrheitsfrage gestellt, hier werden positive Zweifel geweckt.“ Was das Spannende an den Otremba-Arbeiten ausmacht, ist die Forderung nach ganz neuen Wahrnehmungen mit existenziellen Dimensionen. Die Ausstellung wird morgen um 12 Uhr eröffnet. Die Begrüßung hält Pfarrer Raimar Leng, die Einführung hat Dr. Marlies Obier übernommen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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