BIS AUF WEITERES
Postwendend zurück

SZ-Redakteur Peter Helmes
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Ein Stern führte die drei Weisen aus dem Morgenland zur Geburtsstätte Jesu – einem Stall, vermutlich ohne Straßenbezeichnung und Hausnummer. Gut, dass sie den Fußweg gewählt und ihre Gaben nicht per Post abgeschickt haben. Gerade zu Weihnachten hätten Gold, Weihrauch und Myrrhe ihren jungen Empfänger bzw. dessen Eltern nämlich möglicherweise nicht rechtzeitig erreicht. Wieso ich darauf komme? Weil mir genau dies widerfahren ist – oder besser meinem ehemaligen Kommandanten, unter dessen Führung unser Schiff seinerzeit schwankend, aber sicher durch die Nord- und Ostsee glitt. Das Zusammenleben auf engem Raum schweißt zusammen, sodass Teile der Crew bis heute in freundschaftlichem Kontakt stehen. Dazu gehört das Schreiben von Weihnachtskarten – mit winterlichem Motiv und frankiertem Umschlag. In der Regel funktioniert das gegenseitige Verschicken einwandfrei. Diesmal kam ein Gruß Mitte Januar zurück. Die Flensburger Adresse des Empfängers war ebenso leserlich in Druckschrift zu erkennen wie die Anschrift des Absenders aus Müsen. Der Umschlag war ausreichend frankiert, die Briefmarke wünschte ein „Frohes Fest“, der Stempel schrammte knapp daran vorbei. Aufschluss lieferte ein anderer Stempel mit Datum vom 28. Dezember 2020. Unter mehreren Möglichkeiten für den Grund der Rücksendung hatte der Postbote, das zuständige Briefverteilzentrum oder wer auch immer sein Kreuzchen neben die Bemerkung gesetzt: „Empfänger/Firma unter der angegebenen Anschrift nicht zu ermitteln.“ Meinen Weihnachts- und Neujahrswunsch habe ich daraufhin postwendend telefonisch überbracht – verbunden mit der Frage, ob sich wider Erwarten Straße oder Postleitzahl in Deutschlands nördlichster kreisfreier Stadt geändert haben könnte. „Nein“, lautete die knappe Antwort, „die Adresse ist richtig.“ Kurz darauf folgte ein pragmatischer Vorschlag: „Die Karte kannste ja fürs nächste Mal verwenden, fällt doch nicht auf!“ Wäre eine Überlegung wert, wenn der Weihnachtsbrief bis dahin nicht längst im Altpapier verschwunden ist ...

Autor:

Peter Helmes (Redakteur) aus Siegen

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