SZ

Debatte um Siegener Schulschließung
PPR möchte sich noch beweisen

Die Stadt Siegen wird dem Schulausschuss empfehlen, sich auf die Schließung des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums einzustimmen und dem Rat eine entsprechenden Beschlussvorschlag in der Septembersitzung zu unterbreiten.
2Bilder
  • Die Stadt Siegen wird dem Schulausschuss empfehlen, sich auf die Schließung des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums einzustimmen und dem Rat eine entsprechenden Beschlussvorschlag in der Septembersitzung zu unterbreiten.
  • Foto: kay
  • hochgeladen von Marc Thomas

js Siegen. Ausgesprochen hitzig dürfte der letzte Dienstag vor den Sommerferien ausfallen; vielleicht nicht ganz so im Bezug aufs Wetter, eher noch beim EM-Deutschlandspiel – ganz sicher aber vor und in der Siegerlandhalle. Dort wird die Stadt Siegen dem Schulausschuss empfehlen, sich auf die Schließung des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums einzustimmen und dem Rat eine entsprechenden Beschlussvorschlag in der Septembersitzung zu unterbreiten. Das lässt die Betroffenen alles andere als kalt: Die Schülerschaft des Ganztagsgymnasiums auf dem Rosterberg möchte bei einer Demo vor der Halle zeigen, was sie von einem möglichen Aus des PPR hält.

„Die Schließun

js Siegen. Ausgesprochen hitzig dürfte der letzte Dienstag vor den Sommerferien ausfallen; vielleicht nicht ganz so im Bezug aufs Wetter, eher noch beim EM-Deutschlandspiel – ganz sicher aber vor und in der Siegerlandhalle. Dort wird die Stadt Siegen dem Schulausschuss empfehlen, sich auf die Schließung des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums einzustimmen und dem Rat eine entsprechenden Beschlussvorschlag in der Septembersitzung zu unterbreiten. Das lässt die Betroffenen alles andere als kalt: Die Schülerschaft des Ganztagsgymnasiums auf dem Rosterberg möchte bei einer Demo vor der Halle zeigen, was sie von einem möglichen Aus des PPR hält.

„Die Schließung wäre bildungspolitisch eine ganz schlechte Lösung“, sagt Dieter Fischbach. Der Direktor der Schule ärgert sich sehr darüber, dass er vom genauen Beschlussvorschlag aus der Zeitung erfahren hat und nicht von der Stadt als Schulträgerin selbst. Es habe zwar kürzlich eine Online-Konferenz mit Verwaltung und den Leitungen der vier städtischen Gymnasien gegeben, und zwar auf Drängen der Schulen selbst. Konkretes sei da aber nicht besprochen worden. Und nun das: Die Stadt schlägt dem Rat vor, das PPR am Ende des Schuljahrs 2021/22 zu schließen und zunächst als Zweigstelle des um eine Eingangsklasse verstärkten Löhrtor-Gymnasiums weiterlaufen zu lassen.

"Der Schulträger möchte etwas beschließen lassen,
ohne zu wissen, wie es überhaupt umzusetzen ist."

Dieter Fischbach
Schulleiter des PPR

„Wir hätten uns gewünscht, bei diesen Ideen mit ins Boot geholt zu werden“, moniert Fischbach unbeschrittene Kommunikationswege. „Der Schulträger möchte etwas beschließen lassen, ohne zu wissen, wie es überhaupt umzusetzen ist.“ Die Fusion zweier Gymnasien sei zwar prinzipiell machbar – aber eben nur dann, wenn die Systeme kompatibel seien. Wie seine Kollegen vom Löhrtor sieht auch Fischbach keine Chance, die beiden Schulen zusammenzuführen. Das PPR sei schließlich das einzige Ganztagsgymnasium der Stadt. Und als solches bediene es eben auch eine bestimmte Klientel.

PPR für Schüler da, die in Halbtagsschulen keinen Fuß auf den Boden bekommen

„Wir bieten Schülern den Zugang zu gymnasialer Bildung, die in Halbtagsschulen keinen Fuß auf den Boden bekommen würden.“ Darüber müssten sich Entscheider im Klaren sein, bevor sie über das Schicksal des PPR entscheiden. „Dann müsste die Politik eben klar bekennen, dass für solche Schülerinnen und Schüler kein mehr Platz ist.“

Löhrtor erteilt Fusionsplänen Absage

Die Besonderheit liege im gebundenen Ganztag, bei dem die Schüler auch am Nachmittag – etwa bei den Hausaufgaben – von Lehrern betreut werden. Die Förderung sei damit besonders intensiv und wird zurzeit noch ausgebaut. Die Schule hat dafür 20 Prozent zusätzliche Lehrerstellen. Das System bedeute eine Entlastung der Elternhäuser, was die Vereinbarkeit von Job und Familie angehe – vor allem bei Alleinerziehenden. Die Umstellung auf das aktuelle System liegt noch nicht lange zurück, erst im vergangenen Jahr hat sich das PPR neu sortiert. Das war nötig, da nun auch die anderen Gymnasien wieder wieder auf G9, das Abitur nach 13 Schuljahren, umgestellt haben. Das PPR, das durchgehend auf das Doppelmodell G8/G9 gesetzt hatte und nun wieder eine ganze Klassenstärke verloren hat, musste sich wieder neu erfinden.

Geht es nach den Plänen der Stadt Siegen, dann wird PPR im Sommer 2022 geschlossen und als Zweigstelle des Löhrtor-Gymnasiums weiterbetrieben.
  • Geht es nach den Plänen der Stadt Siegen, dann wird PPR im Sommer 2022 geschlossen und als Zweigstelle des Löhrtor-Gymnasiums weiterbetrieben.
  • Foto: js
  • hochgeladen von Marc Thomas

Das hat es getan – die Umsetzung jedoch geschah ausgerechnet mitten drin im Pandemiemodus. „Wir hatten wegen Corona keine Chance, unser Konzept in der Breite an den Grundschulen vorzustellen.“

Tage des Ganztagsgymnasiums sind gezählt

Fischbach sieht es nicht als fair an, genau jetzt dem Rat eine solch endgültige Entscheidung vorzuschlagen. „Man könnte auch noch warten“, sagt der Schulleiter, der den momentanen Zeitpunkt für den denkbar schlechtesten hält. In zwei oder drei Jahren könne die Frage wieder aufgegriffen werden – dann sei absehbar, wie das Ganztagsangebot wirklich angenommen werde in der Stadt und welche Lücken Corona im Lernfortschritt der Schüler hinterlassen habe. Erst dann sei das PPR auch wirklich vergleichbar mit den anderen Gymnasien, weil der letzte Jahrgang des Doppelmodells G8/G9 durch sei.

52 Familien bauen auf Ganztagssystem

52 Anmeldungen für die kommenden beiden Eingangsklassen liegen vor auf dem Rosterberg. „Das sind 52 Familien, die darauf bauen, dass ihre Kinder eine entsprechende Förderung in unserem Ganztagssystem erhalten – und zwar bis zum Abitur.“ Diese dürfte die Stadt nicht im Regen stehen lassen.

Die Stadt Siegen wird dem Schulausschuss empfehlen, sich auf die Schließung des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums einzustimmen und dem Rat eine entsprechenden Beschlussvorschlag in der Septembersitzung zu unterbreiten.
Geht es nach den Plänen der Stadt Siegen, dann wird PPR im Sommer 2022 geschlossen und als Zweigstelle des Löhrtor-Gymnasiums weiterbetrieben.
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

15 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige
2 Bilder

Neues Angebot auf 57immo.de
Jetzt Immobilie von Experten bewerten lassen

Gründe für eine Immobilienbewertung gibt es viele: Sie kann erforderlich sein für den Kauf oder Verkauf eines Hauses, beim Schließen eines Ehevertrages oder auch beim Verschenken des Eigentums an die Kinder. Allgemein gilt: Wer den Wert seiner Immobilie kennt, hat in vielen Situationen einen Vorteil. Mit der Immobilienbewertung der Vorländer Mediengruppe bekommen Haus- und Wohnungsbesitzer nun ein passendes Werkzeug zur schnellen und zuverlässigen Einschätzung des Wertniveaus an die Hand – und...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.