Erster Gottesdienst von umstrittenem Pastor Olaf Latzel
Predigt unter Polizeischutz

Pastor Olaf Latzel, hier bei einem Vortrag vom November 2019 an der Hammerhütte, hat erstmals seit Dezember 2020 wieder einen Gottesdienst in seiner Gemeinde gehalten.
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  • Pastor Olaf Latzel, hier bei einem Vortrag vom November 2019 an der Hammerhütte, hat erstmals seit Dezember 2020 wieder einen Gottesdienst in seiner Gemeinde gehalten.
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idea/sz Bremen/Seelbach. Der „theologisch konservative“ Pastor der Bremer St.-Martini-Gemeinde, Olaf Latzel, hat am 18. April erstmals seit Dezember 2020 wieder einen Gottesdienst in seiner Gemeinde gehalten. Er fand unter Polizeischutz statt. Latzel ist in unserer Region kein Unbekannter, war er doch zuvor viele Jahre in der ev. Gemeinde Seelbach aktiv, bevor er nach Norddeutschland zog. Er hatte nach Auffassung des Gerichts gegen Homosexuelle und Intergeschlechtliche aufgerufen. Teilnehmer des Christopher Street Days hatte er als „Verbrecher“ tituliert.

Nach einem Bericht des Senders Radio Bremen versammelten sich vor der Kirche einige Demonstranten unterschiedlichster Couleur. Sie hielten Schilder hoch mit Aufschriften wie „Homophobie ist heilbar. Gott sei Dank“ oder: „Hört auf, mein Buch so wörtlich zu nehmen. Gott“ und „Latzel, lass sein!“.

Vorläufige Dienstenthebung

Die Bremische Evangelische Kirche (BEK) hatte am 16. April eine vorläufige Dienstenthebung des umstrittenen Geistlichen zurückgenommen. Sie folgte damit einer „dringenden Empfehlung“ der Disziplinarkammer (Kirchengericht) der Landeskirche. Der Kirchenausschuss (Kirchenleitung) hatte die Dienstenthebung im Dezember 2020 ausgesprochen, weil das Amtsgericht Bremen ihn im November in erster Instanz verurteilt hatte.

Grund für die Verurteilung waren Aussagen in einem „Eheseminar“ seiner Gemeinde, das auf YouTube veröffentlicht worden war. Darin hatte Latzel unter anderem Homosexualität als eine „Degenerationsform der Gesellschaft“ bezeichnet und gesagt: „Überall laufen diese Verbrecher rum vom Christopher Street Day.“ Im Vorfeld der Äußerungen waren die St.-Martini-Kirche und das Gemeindehaus mit blasphemischen Parolen beschmiert worden. Latzel hatte Drohungen erhalten.

Für Aussagen entschuldigt

Später hatte der Pastor sich für seine Aussagen entschuldigt und die Aufzeichnung im Internet gelöscht. Das Urteil des Amtsgerichts ist noch nicht rechtskräftig, da Latzel und sein Anwalt Sascha Böttner (Hamburg) dagegen in Berufung gegangen sind.

Olaf Latzel (rechts), hier neben dem evangelikalen Prediger Ulrich Parzany, hat erstmals seit Dezember 2020 wieder einen Gottesdienst in seiner Gemeinde gehalten.
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Latzel sagte in dem Gottesdienst, er sei dankbar, wieder vor seiner Gemeinde predigen zu dürfen. „Das ist ein Geschenk, ein Privileg.“ Neben Lobesworten für die Unterstützung durch seine eigene Gemeinde in Bremen sieht sich Olaf Latzel auch durch seine „Internetgemeinde“ verstanden. Der größte Dank gebühre Jesus Christus, erklärte Latzel. „Es ist seine Entscheidung gewesen, es ist seine Führung gewesen, dass ich heute morgen wieder hier stehen darf.“

Gerichtssaal mit Bibel betreten

Den Gerichtssaal hatte er im November mit der Bibel in der Hand betreten. Er sei falsch verstanden worden, gab Latzel zu Protokoll. Er habe gar nichts gegen Homosexuelle. Kassiert hatte er eine Strafe von 90 Tagessätzen zu je 90 Euro.

Pastor Olaf Latzel, hier bei einem Vortrag vom November 2019 an der Hammerhütte, hat erstmals seit Dezember 2020 wieder einen Gottesdienst in seiner Gemeinde gehalten.
Olaf Latzel (rechts), hier neben dem evangelikalen Prediger Ulrich Parzany, hat erstmals seit Dezember 2020 wieder einen Gottesdienst in seiner Gemeinde gehalten.
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SZ Redaktion aus Siegen

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