Prince nahm versehentlich eine Überdosis Schmerzmittel

Chanhassen (dpa) - Nach wochenlangem Rätselraten um die letzten Stunden des verstorbenen US-Popstars Prince, ist die Todesursache nun klar. Nach Angaben der Ermittler starb Prince an einer versehentlichen Überdosis des Schmerzmittels Fentanyl.

Der Sänger habe die Substanz selbst eingenommen, teilte der zuständige Gerichtsmediziner am Donnerstag mit. Der Tod des Musikers wurde als Unfall deklariert, auch zuvor waren die Ermittler nicht von einem Suizid ausgegangen. Fentanyl ist deutlich gefährlicher als Heroin.

Prince, der als einer der bedeutendsten Popmusiker seiner Zeit galt, war am 21. April im Alter von 57 Jahren gestorben. Er hatte sich Berichten zufolge bereits vor Jahren von Drogen und Alkohol losgesagt. Spekulationen, wonach Prince von Arzneimitteln abhängig gewesen sein soll, hatte es aber immer wieder gegeben. Der Popmusiker hatte sich vor seinem Tod offenbar von einem auf Arzneimittelabhängigkeit spezialisierten Arzt behandeln lassen, bevor er in den Paisley Park Studios kollabiert in einem Aufzug entdeckt worden war.

Das synthetische Opioid Fentanyl wird als Schmerzmittel etwa für Krebspatienten und bei Narkosen verwendet, findet sich aber auch auf Schmerzpflastern. Das Mittel gilt als besonders riskant. Die morphiumähnliche Substanz wird auch illegal hergestellt und ist deutlich stärker als Heroin. Die Gefahr einer Überdosierung ist daher viel größer als bei dem Rauschgift. Der Zeitung «Star Tribune» zufolge hatten sich Ermittler schon länger auf Prince' Konsum von Schmerzmitteln konzentriert.

Die US-Drogenbehörde DEA stuft Fentanyl in derselben Kategorie ein wie etwa Ritalin. In dieser Kategorie II sind Substanzen gelistet, die schnell eine hohe Abhängigkeit verursachen können. Der Besitz ohne Rezept vom Arzt sowie der Verkauf sind illegal. In Deutschland unterliegt Fentanyl dem Betäubungsmittelgesetz. In München war 2011 etwa eine 46-Jährige an Sauerstoffmangel des Gehirns gestorben, nachdem ein Arzt ihr gegen einen Hexenschuss ein Fentanyl-Pflaster verabreicht hatte.

Gerichtsmediziner bei Twitter

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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