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BUND Siegen sieht gefährlichen Trend
Private Pools für Naturschützer eine "Unsitte"

Private Pools sind im Trend. Zur Freude der Pool-Bauer und und zum Ärger der Umweltschützer. Auf den Wasserverbrauch in der heimischen Region hat das aber offenbar keine großen Auswirkungen.
  • Private Pools sind im Trend. Zur Freude der Pool-Bauer und und zum Ärger der Umweltschützer. Auf den Wasserverbrauch in der heimischen Region hat das aber offenbar keine großen Auswirkungen.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

tip Siegen. Der Sprung ins eigene, kühle Nass lockt mehr und mehr Menschen an: Private Pools boomen. Immer wieder stellt sich aber die Frage nach der ökologischen Bilanz der Schwimmbecken im Garten. Naturschützer sehen darin einen gefährlichen Trend. Ulrich Banken vom BUND Siegen: „Es ist eine echte Unsitte geworden.”
Die Pool-Bauer in der Region können sich über mangelnde Arbeit wahrlich nicht beklagen. Bernfried Niklas von der Firma Schwimmbadbau und Bauelementevertrieb Biggetal (SBB) in Ottfingen hatte der SZ schon vor Wochen von „vollen Auftragsbüchern” berichtet. Tatsächlich: Kaum noch eine Nachbarschaft, in der nicht mindestens irgendwo ein professionell eingelassener Pool den Garten prägt.

tip Siegen. Der Sprung ins eigene, kühle Nass lockt mehr und mehr Menschen an: Private Pools boomen. Immer wieder stellt sich aber die Frage nach der ökologischen Bilanz der Schwimmbecken im Garten. Naturschützer sehen darin einen gefährlichen Trend. Ulrich Banken vom BUND Siegen: „Es ist eine echte Unsitte geworden.”
Die Pool-Bauer in der Region können sich über mangelnde Arbeit wahrlich nicht beklagen. Bernfried Niklas von der Firma Schwimmbadbau und Bauelementevertrieb Biggetal (SBB) in Ottfingen hatte der SZ schon vor Wochen von „vollen Auftragsbüchern” berichtet. Tatsächlich: Kaum noch eine Nachbarschaft, in der nicht mindestens irgendwo ein professionell eingelassener Pool den Garten prägt. Und wenn es nicht die etwas teurere Variante ist, dann doch zumindest ein großzügiges Schwimmbecken zum Aufblasen.

BUND Siegen sieht Pools als Wasserverschwendung

„Warum gehen die Menschen nicht einfach in die Schwimmbäder? Wir haben doch so viele schöne in unserer Umgebung. Vor allem gibt es doch tolle Naturfreibäder und Badeweiher”, findet Ulrich Banken. Er kritisiert die deutliche Zunahme von privaten Pools – bei allem Verständnis für das Planschvergnügen am heißen Tagen für Kinder – als Wasserverschwendung. „Diese Auswüchse, diese Mode-Erscheinungen sind Zeichen der Überflussgesellschaft.”

Der richtige Moment

Er führt an, dass es dabei ja nicht nur um die verwendeten Wassermengen gehe. Mehr und mehr private Schwimmbecken würden ja auch mit einer Heizung versehen. „Da kommt dann also auch noch der energetische Aspekt dazu”, so der Siegener BUND-Experte für Naturschutz. Wenn es denn nicht das Freibad sein kann, hat Banken noch alternative Vorschläge für die private Abkühlung im Garten parat: Ein kleines Planschbecken reiche doch völlig aus. Oder einfach eine Wanne oder Tonne. „Ich hab auch schon mal ein altes Schlauchboot mit Wasser gefüllt.”

Kein erhöhter Wasserverbrauch durch Pools in der Region

Anhand von nackten Zahlen lässt sich der Pool-Trend in der Region jedenfalls nicht ablesen. Dafür sind die verwendeten Mengen zu klein. Bernd Dieter Ferger von den Siegener Versorgungsbetrieben (SVB) rechnet vor: „Wenn 1000 Haushalte ihre Pools füllen und dafür, großzügig gerechnet, 19.000 Kubikmeter Wasser benötigen, geht das bei unserem Jahresumsatz von 5,1 Millionen Kubikmetern ziemlich unter.” Die SVB registriert beim Trinkwasser Tagesschwankungen im Bereich von 13.000 bis 19.000 Kubikmetern. Die privaten Schwimmbecken fielen da nicht ins Gewicht. Anders natürlich die Freibäder: „Da müssen sich die Betreiber mit uns absprechen, an welchen Tagen gefüllt wird.”
Ferger rechnet auch bei einem sich fortsetzenden Pool-Trend nicht damit, dass es große Auswirkungen auf den Wasserverbrauch in der Region geben wird. Vor vier, fünf Jahren habe es eine deutliche Abnahme beim Verbrauch gegeben.

Ein falsches Zeichen

Mittlerweile stagniere die Zahl im Bereich von 5,1 Millionen Kubikmetern. „Der Siegerländer an sich ist sparsam”, sagt Ferger. „Das Wasser aus den Schwimmbecken wird oft noch zweitverwertet, beispielsweise zur Bewässerung im Garten.” Das ist unproblematisch, solange das Wasser nicht gechlort ist. Dann darf es nämlich auf keinen Fall ins Grundwasser gelangen. Das Beckenwasser gilt dann als belastet und muss über den Schmutz- oder Mischwasserkanal entsorgt werden.

Gechlortes Wasser darf auf keinen Fall ins Grundwasser gelangen

Ob Pool oder bloß Planschbecken: Der Wasserspaß im Garten ist für viele etwas Tolles. Doch nach der Abkühlung darf das Wasser oft nicht einfach im Garten entsorgt werden:
Wasser aus dem Planschbecken: Badewasser, welches nicht mit Chemikalien oder Seife versehen wurde, wie zum Beispiel in Planschbecken, kann im Garten entleert werden – oder zum Blumengießen verwendet werden.

Komplizierter wird es hingegen bei Wasser aus Schwimmbecken, egal ob stationär oder transportabel: Denn sie sind in der Regel mit Chlor und anderen Desinfektionsmitteln belastet. Dieses Wasser darf auf keinen Fall ins Grundwasser gelangen.
Denn das Beckenwasser ist Abwasser, es gilt als belastet und muss über den Schmutz- oder Mischwasserkanal entsorgt werden.

Autor:

Tim Plachner

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