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Vorsichtige Zustimmung bei Veranstaltern und Betreibern
Privilegien für Geimpfte?

Sollten geimpfte Personen in puncto Reisen bevorzugt werden?
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pm Siegen. In Israel schon Realität, in Deutschland und der gesamten EU zunehmend in der Diskussion: ein Impfpass, der gegen Corona geimpften Personen Vorteile gegenüber nichtgeimpften verschafft. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur befürwortet mittlerweile mehr als die Hälfte der Deutschen ähnliche Regelungen für die Bundesrepublik – spätestens wenn allen Einwohnern eine Impfdosis zugänglich ist. Doch ist eine Ungleichbehandlung Geimpfter und Nichtgeimpfter ethisch und moralisch vertretbar? Oder sind derartige Regelungen sogar wünschenswert, um hart von der Pandemie getroffenen Branchen frühzeitige Öffnungen und damit Einnahmen zu ermöglichen?

Die Betroffenen schlagen zunächst lieber vorsichtige Töne an.

pm Siegen. In Israel schon Realität, in Deutschland und der gesamten EU zunehmend in der Diskussion: ein Impfpass, der gegen Corona geimpften Personen Vorteile gegenüber nichtgeimpften verschafft. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur befürwortet mittlerweile mehr als die Hälfte der Deutschen ähnliche Regelungen für die Bundesrepublik – spätestens wenn allen Einwohnern eine Impfdosis zugänglich ist. Doch ist eine Ungleichbehandlung Geimpfter und Nichtgeimpfter ethisch und moralisch vertretbar? Oder sind derartige Regelungen sogar wünschenswert, um hart von der Pandemie getroffenen Branchen frühzeitige Öffnungen und damit Einnahmen zu ermöglichen?

Die Betroffenen schlagen zunächst lieber vorsichtige Töne an. „Ich würde niemanden bevorzugen wollen, denn das ist nicht unser Grundgedanke. Aber wenn der Gesetzgeber die Möglichkeit gibt, Veranstaltungen für Geimpfte zu organisieren, werden wir diese nutzen“, sagt Daniel Benken, Betreiber des Musikclubs „Meyer“ in der Nähe des Siegener Bahnhofs, und fügt an: „Wir werden in dieser Angelegenheit kein Vorreiter sein, denn wir wollen ein Treffpunkt für alle sein. Nach den vergangenen Monaten wird es mit Sicherheit aber für viele in unserer Branche um das wirtschaftliche Überleben gehen.“

Getroffen durch monatelange Schließung

Gleich mehrfach getroffen ist dabei Jan Klappert, dem neben der schmerzhaften monatelangen Schließung seines Gastronomiebetriebs „Bim Käs“ in Geisweid auch die Einnahmen als Veranstalter der Konzertreihe „MittwochsIn“ und des Siegener Weihnachtsmarkts fehlen. „Das ist ein schwieriges Thema“, schickt Klappert voran, „aber wir richten uns seit Beginn der Pandemie nach den gesetzlichen Vorgaben. Wenn es einen Impfpass gibt und für Geimpfte eigene Regeln gelten, werden wir uns auch daran halten und unsere Veranstaltungen entsprechend planen.“ Seine Wunschvorstellung sei das allerdings nicht – insbesondere beim Weihnachtsmarkt, der seit jeher ein Treffpunkt aller Generationen und Gesellschaftsgruppen ist.

Ähnliches gilt für Theatersäle, in denen die Menschen naturgemäß dicht zusammen sitzen. „Ich verstehe die Idee, die Vernünftigen vor den Unvernünftigen zu schützen“, erklärt Milan Pešl, Künstlerischer Leiter des Siegener „Bruchwerk-Theaters“, schränkt aber ein: „Den Impfpass sehe ich als Bevormundung. Da bin ich eher skeptisch und glaube eher an die Eigenverantwortung der Menschen. Man sollte Druck und Angst aus der Diskussion rausnehmen und die Lagerbildung aufweichen, so gut es geht.“

"Muss genug Impfstoff da sein"

Eingeschränkte Zustimmung gibt es auch von Björn Müller, Betreiber des Fitnessstudios „Box57“. „Wir brauchen dringend unser normales Leben“, meint er, „also finde ich es okay, wenn geimpfte Personen wieder Rechte bekommen, die ungeimpfte Personen, die eine Gefahr darstellen können, nicht bekommen. Vorher muss aber ein Zustand geschaffen werden, in dem jeder geimpft werden kann, der es möchte.“

Genau hier sieht auch auch Björn Arne Michel, Inhaber dreier Reisebüros in Weidenau, Eiserfeld und Netphen, den eigentlichen Knackpunkt: „Bevor wir über den Impfpass reden, sollte erst einmal genug Impfstoff da sein. Wenn das geschafft ist, habe ich nichts dagegen, wenn geimpfte Leute bevorzugt und ihnen frühere und unbeschwerte Reisen gestattet werden.“

Autor:

Pascal Mlyniec (Redakteur) aus Siegen

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