„Pro Bahn“ für den Intercity

Der Intercity soll ab 2019 in Siegen halten. Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ unterstützt dieses Ansinnen. Symbolfoto: Archiv
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sz - Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ sieht in der Konzeption des Intercity 34 Frankfurt – Siegen – Münster eine Chance, die Region Südwestfalen an den Fernverkehr anzuschließen, ohne den Regionalverkehr deutlich zu verschlechtern. Die Konzeption, den IC möglichst auf ganzer Strecke auch für Nahverkehrsfahrgäste zu öffnen und dafür eine transparent und neutral ermittelte Ausgleichszahlung durch die Aufgabenträger des Nahverkehrs, hier den Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), zu leisten, die im Ausgleich direkt parallele Fahrten der Regionalexpress-Linien 16 und 99 einsparen könnten, sei ein ausgewogener Kompromiss zwischen den Interessen von Regionalverkehr und Fernverkehr und zum Vorteil der meisten Fahrgäste, so der Verband.

Bedingung hierfür sei ein durchgängiger Zwei-Stunden-Takt des IC 34 tagsüber, sodass keine Lücken im Fahrplanangebot entstünden. Die Vorteile für Südwestfalen lägen auf der Hand: direkte Verbindungen von Siegen nach Dortmund (ca. 15 Minuten schneller als heute) und Münster, eine zweite und schnellere zweistündliche Direktverbindung von Siegen nach Frankfurt, die auch von Fahrgästen nördlich von Siegen umsteigefrei genutzt werden könne. Ebenso entstünden direkte und schnellere Fahrmöglichkeiten aus dem mittelhessischen Raum (Wetzlar, Dillenburg) nach Dortmund und Münster, auch wenn Gießen nicht direkt angefahren würde; hier sei eine zeitlich passende Anschlussverbindung „Wetzlar – Gießen“ erforderlich. Auch die Anschlusssituation in Siegen in der Relation „Frankfurt – Köln“ würde sich gegenüber heute entspannen.

„Pro Bahn“ übersehe dabei nicht einzelne Verschlechterungen. So sei bei Ersatz einzelner Fahrten des RE 16 durch den IC 34 für die Verbindung Siegen – Hagen ein zusätzlicher Umstieg in Letmathe erforderlich, dasselbe gelte alle zwei Stunden für die Relation Siegen – Gießen, wo ein Umstieg in Wetzlar erforderlich würde. Bei der Abwägung der Vor- und Nachteile überwögen aber die Vorteile ganz deutlich. Notwendig für ein solches Konzept sei eine Vereinbarung über die Anerkennung von Nahverkehrs- und Verbundtickets des Westfalen-, NRW- und RMV-Tarifs im jeweiligen Geltungsbereich, diese müsse auf jeden Fall alle Verbundtickets, auch z. B. das Semesterticket, einbeziehen. 

Um weiteren Spekulationen über die fahrplanmäßige Einbindung des geplanten Intercity in den Fahrplan der bestehenden Linien vorzubeugen, fordert der Fahrgastverband die DB und die Aufgabenträger auf, den aktuellen Stand der Fahrplankonzepte öffentlich zu machen. Bisher erfolgte Einzelinfos über dafür notwendige Anpassungen im Regionalverkehr seien nur geeignet, Misstrauen zu streuen und Spekulationen über Verschlechterungen anzuheizen. Das sei nach Ansicht von „Pro Bahn“ nicht im Interesse der Fahrgäste.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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