SZ

Bender-Brache Ferndorf
Projekt mit "Pilotcharakter"-Potenzial

Fortschritt  und Tradition sollen  bei der Reaktivierung der Bender-Brache  Hand gehen.

nja Ferndorf. Aus der Brache der früheren Firma Bender-Ferndorf Rohr GmbH soll im Idealfall nicht irgendein, sondern ein besonderes Wohngebiet unter der „Regionale“-tauglichen Überschrift „Smart Living“ werden, das auch die Aspekte Arbeiten, Kultur und Erholung einschließt. Einstimmig beauftragte am Montag der Ausschuss für Infrastruktur, Umwelt und Wirtschaftsförderung die Verwaltung damit, das Projekt – die SZ berichtete – für die Anmeldung zur Regionale 2025 auszuarbeiten, eine Projektskizze zu entwickeln und diese bis zum Stichtag 11. Oktober fristgerecht einzureichen.
Bürgermeister Walter Kiß erinnerte an das einmütige Bestreben Kreuztals, dort bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – dieses bleibe auch weiterhin das Oberthema.

nja Ferndorf. Aus der Brache der früheren Firma Bender-Ferndorf Rohr GmbH soll im Idealfall nicht irgendein, sondern ein besonderes Wohngebiet unter der „Regionale“-tauglichen Überschrift „Smart Living“ werden, das auch die Aspekte Arbeiten, Kultur und Erholung einschließt. Einstimmig beauftragte am Montag der Ausschuss für Infrastruktur, Umwelt und Wirtschaftsförderung die Verwaltung damit, das Projekt – die SZ berichtete – für die Anmeldung zur Regionale 2025 auszuarbeiten, eine Projektskizze zu entwickeln und diese bis zum Stichtag 11. Oktober fristgerecht einzureichen.
Bürgermeister Walter Kiß erinnerte an das einmütige Bestreben Kreuztals, dort bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – dieses bleibe auch weiterhin das Oberthema. Nun sehe man im Zuge einer Regionale-Bewerbung die Chance, dem künftigen Quartier „einen besonderen Stempel“ aufzudrücken, indem insbesondere die Aspekte Arbeiten und Wohnen in räumlichem Zusammenhang integriert würden und nicht nur vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadiskussion besondere Bauformen und -materialien – Stichwort Holz – zum Tragen kämen.

Fortschritt  und Tradition vereinen

Um dies verwirklichen zu können, habe Kreuztal sich externe Hilfe geholt. Architekt Andreas Heupel informierte die Politik über Möglichkeiten des modernen Holzbaus und das Potenzial, das er auf dem Bender-Areal jenseits des Mühlenwegs (Richtung Kreuztal) dafür sieht. Mit einer Förderung, so Kiß, sehe er die Chance, in diesem innenstadtnahen Bereich „etwas Besonderes“ zu entwickeln, das Fortschritt und Tradition vereine und u. a. mit dem Erhalt von Gebäuden wie der Tonnendachhalle Rückschlüsse auf die Vergangenheit erlaube. Das Bodengutachten sei fertig. Nun gelte es, sich mit dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung abzustimmen, in welcher Form (und Tiefe) nach dem Abbruch von Gebäuden ein Bodenaustausch nötig ist: „Das dauert. Bis 2022 werden wir das Feld wohl nicht frei bekommen. Die Zeit bis dahin können wir für die innovativen Planungen nutzen.“ Ende 2021 könnten Abbrucharbeiten und Bodenaustausch beendet sein. Die Bürger, so der Bürgermeister, sollten an den Planungen beteiligt werden.

Digital, nachhaltig, authentisch

Dr. Stephanie Arens von der Südwestfalenagentur informierte über die Ideen, Konzepte und Zeitpläne der Regionale 2025 unter den „DNA“-Aspekten „digital, nachhaltig, authentisch“. Holzbau-Experte Andreas Heupel ergänzte: Es gehe darum, Sinnvolles zu entwickeln, das dauerhaft funktioniere. Die Smart-Living-Idee für das Bender-Areal biete hier gute Möglichkeiten innerhalb der Regionale-Handlungsfelder Raum, Gesellschaft sowie Wirtschaft und Arbeit. Deutschland werde immer „älter, weniger und bunter“; es gebe eine Trendumkehr hin zum Leben auf dem Land: „Das müssen Sie wachhalten und herauskitzeln!“ Mehrgenerationenwohnen, Angebote für Alleinerziehende, Nachbarschaftsvernetzungen, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit seien aktuelle Stichworte. Holz biete sich als Baustoff nicht nur mit Blick auf den Waldreichtum der Region (ein weiteres Stichwort hierbei: heimische Wirtschaftsförderung), sondern auch aufgrund seiner Relevanz als CO2-Speicher an.
Das Bender-Areal liege „extrem zentral“ und habe eine gute Anbindung – ob zu Fuß, auf dem Rad, in Auto oder Zug. Als Schallschutz zur Bahnlinie und auch, um die Geschichte des Ortes zu erhalten, könnte die lange Gebäudemauer erhalten bleiben – wenn das Bodengutachten dies zulasse. Auch im südlichen Bereich könnten Wände stehen bleiben, an die sich dann neue Wohngebäude „anlehnen“. Heupel regte ein Wettbewerbsverfahren an. Das Thema: „Wie kann die Geschichte des Ortes erhalten bleiben?“  Tonnenhalle und Verwaltungstrakt sollen stehen bleiben – Raum z. B. für Startups, Büros und Besprechungsräume, die z. B. auch von mehreren Nutzern geteilt werden könnten – bieten. Die Ursprungs–Halle aus dem Jahr 1914 solle als „Nukleus“ erhalten und könnte für ein Kulturzentrum genutzt werden. Hierfür wäre eine Städtebauförderung möglich. Im hinteren Geländebereich Richtung Kreuztal sehen die ersten Planungen Raum für „Erholung“ vor. Auch auf einem Spielplatz, so hieß es, könnten sich Elemente aus der Industrie-Historie wiederfinden – z. B. das Meister-Hochsitzbüro.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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