Keine Fußball-EM in der alten Poststraße
Public-Viewing-Traum geplatzt

Michael Kämpf (links) und Rolf Fricke sind richtig sauer. Die beiden Wirte werden aufgrund diverser Auflagen des Ordnungsamts kein Public Viewing in der Poststraße bei der EM anbieten.
  • Michael Kämpf (links) und Rolf Fricke sind richtig sauer. Die beiden Wirte werden aufgrund diverser Auflagen des Ordnungsamts kein Public Viewing in der Poststraße bei der EM anbieten.
  • Foto: sabe
  • hochgeladen von Marc Thomas

sabe Siegen. Die erste EM-Flaute kommt schneller als gedacht. Denn diese Nachricht dürfte Siegener Fussbal-Fans mächtig die Stimmung vermiesen. Und nicht nur denen: Allen, die auf die bekannte Bombenstimmung bei gutem Bier in der alten Poststraße gehofft hatten, macht das Corona-Virus jetzt den nächsten Strich durch die Rechnung. Rolf Fricke vom Fricke's und Michael Kämpf von Onkel Tom's Hütte haben sich nämlich schweren Herzens dazu entschieden, das berühmt-berüchtigte Public-Viewing in ihren Kneipen abzusagen. Auch, wenn die Inzidenzen sinken, auch, wenn sich die Pandemie scheinbar so langsam auszuschleichen scheint.

Auflagen sind einfach zu hoch

Denn: Nach der Vorort-Begehung mit dem Siegener Ordnungsamt durch die schmalen Außenterassen ist den beiden die Sache zu heikel, einfach nicht stemmbar. Zwischen den Tischen immer 1,50 Meter Abstand, kommt eine angetrunkene 10er Gruppe mit Flaschenbier vorbei und schaut auf dem Kneipen-Terrain auch nur mal kurz in den Flachbildschirm, dann haben Rolf Fricke und Michael Kämpf die Verantwortung. Kurz gesagt: Hat das Ordnungsamt der Stadt mehr Augen als die Wirte und sieht einen Verstoß, kann das bis zu 2000 Euro Strafe kosten. Aber den beiden ist vor allen Dingen Eines wichtig. "Wir können diese Massen an Menschen hier gegenüber unseren Mitmenschen nicht verantworten." Natürlich seien die Zahlen gerade niedrig,  das könne sich aber ja bekanntlich schnell ändern.

Sonst zu EM-Zeiten die Hölle los

Und die beiden Kult-Kneipiers wissen, wovon sie reden. In der alten Poststraße haben sie schon die ein oder andere Fussball-Party miterlebt. "Zu EM oder WM-Zeiten ist hier oben die Hölle los. Hier sind mehr als 1000 Menschen in der Straße", sagt Rolf Fricke. 

Entscheidung ist nicht leicht gefallen

Die Entscheidungen, man merkt es den beiden an, sei ihnen sicherlich nicht leicht gefallen. "Wir haben uns tagelang den Kopf darüber zerbrochen, wir wir das hinbekommen könnten, aber es ist einfach nicht händelbar", sagt Kämpf. Schwer ins Gewicht fällt mit der Absage für die ohnehin gebeutelten Wirte nicht nur der finanzielle Verlust - "das sind immer die stärksten Monate im ganzen Jahr" - sondern natürlich tut das auch dem eigenen Fussballer-Herz so richtig weh. "Es war immer wunderschön", sagt Kämpf. "Wir hätten es gerne anders, aber können es leider nicht ändern", fügt Rolf Fricke hinzu. Die Deutschland-Fahnen, die sonst die ganze Straße schmücken und bis weit hinten in seine Kneipe reichen, bleiben also vorerst Staubfänger. Es sei denn, nach der Vorrunde gibt es nicht nur ein Fussball, sondern auch ein Virus-Wunder und die Inzidenzen ließen große euphorische Menschenmassen verantworten. Dann, sagt Fricke, könne man nach der Vorrunde hinter die Übertragung eines Deutschlandsspiels ein "vielleicht" setzten. "Aber ein ziemlich Großes."

Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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