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Coronabedingte Isolation
Quarantäne-Quote überschaubar

Masken helfen natürlich gegen die Ausbreitung des Virus - vielleicht auch deswegen mussten bislang nur wenige Bürger aus der heimischen Region in Quarantäne geschickt werden.
  • Masken helfen natürlich gegen die Ausbreitung des Virus - vielleicht auch deswegen mussten bislang nur wenige Bürger aus der heimischen Region in Quarantäne geschickt werden.
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  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

js Siegen/Olpe. Quarantäne hat Karriere gemacht in diesem Jahr – die Bezeichnung für eine behördlich angeordnete Isolierung von Menschen, die vor Ausbruch der Corona-Pandemie nicht gerade zum Standardwortschatz zählte, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Wirklich Bekanntschaft gemacht mit dieser Form der Ansonderung haben bislang aber die wenigsten in diesen turbulenten Monaten – gerade einmal2,28 Prozent der Einwohner des Kreises Olpe und sogar nur 0,79 Prozent der Siegerländer und Wittgensteiner mussten sich für einige Zeit...

js Siegen/Olpe. Quarantäne hat Karriere gemacht in diesem Jahr – die Bezeichnung für eine behördlich angeordnete Isolierung von Menschen, die vor Ausbruch der Corona-Pandemie nicht gerade zum Standardwortschatz zählte, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Wirklich Bekanntschaft gemacht mit dieser Form der Ansonderung haben bislang aber die wenigsten in diesen turbulenten Monaten – gerade einmal2,28 Prozent der Einwohner des Kreises Olpe und sogar nur 0,79 Prozent der Siegerländer und Wittgensteiner mussten sich für einige Zeit zurückziehen.

Aktuell 350 Personen aus dem Kreis Olpe "betroffen"

In Zahlen sieht das so aus: Das Gesundheitsamt von Siegen-Wittgenstein (Einwohnerzahl: knapp 277 000) hat insgesamt 2200 Personen in eine mindestens 14-tägige Quarantäne geschickt, aktuell stehen 308 auf der Liste. Bei den Olper Kollegen gab es 3055 Fälle, die eine Isolierung erforderlich machte (bei einer Einwohnerzahl von 134 000), momentan befinden sich 350 Einwohner des Kreises in Quarantäne.
Dr. Christoph Grabe, Leiter des Gesundheitsamts Siegen-Wittgenstein, berücksichtigt in dieser Aufzählung nicht diejenigen, die kurzzeitig wegen eines Verdachts- oder Infektionsfalls im Umfeld für ein paar Tage – bis zur Entwarnung über ein negatives Testergebnis etwa – in häusliche Absonderung geschickt wurden.

Verschiedene Kategorien

Michael Färber, Fachbereichsleier Jugend, Gesund und Soziales beim Kreis Olpe erklärt die vom Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlenen Einstufungen von Kontaktpersonen so: Unter Kategorie 1 fallen Personen, die mit einem bestätigten Corona-Fall mindestens 15 Minuten lang „Gesichtskontakt“ hatten, sich also örtlich recht nahe gestanden haben – oder persönlich ohnehin sehr nahe stehen. Dazu gehören also Personen aus einem Haushalt. Bei einem positiv getesteten Kind werden in der Regel die Eltern und Geschwister als Kontakpersonen der 1. Kategorie eingestuft. Sollte das Kind in den vergangenen Tagen eine Kita oder Schule besucht haben, wird der Kreis der Kontaktpersonen mithilfe der Einrichtungsleitung überprüft.
Ebenfalls zur Kategorie 1 zählen Menschen, die mit großer Wahrscheinlichkeit einer hohen Aerosol-Konzentration mit einem Corona-Infizierten ausgesetzt waren (etwa bei Feiern, gemeinsamem Singen und beim Sporttreiben in Innenräumen). Sofern Menschen dieser oberen Kategorie von Kontaktpersonen zugeordnet werden, weist der Kreis Olpe einen Test und eine 14-tägige Quarantäne an – abgeleitet von der Inkubationszeit von Covid-19.
In Kategorie 2 fallen Kontaktpersonen, die sich zwar in einem Raum mit einem bestätigten Corona-Fall aufgehalten haben, diesem aber nicht mindestens 15 Minuten am Stück sehr nah gekommen sind. Auch Familienmitglieder zählen dazu, die sich dem Infizierten nicht zu nah kamen. Bei Personen aus dieser Kategorie wird in der Regel keine Quarantäne angeordnet.

Unterschiedliches Vorgehen an Schulen und Kitas

Wenn im Kreis Siegen-Wittgenstein ein Infektionsfall in Kita und Schule vorliegt, wird unterschiedlich vorgegangen: Wenn ein Klassenkamerad in der Grundschule beispielsweise Verdachtsfall wird, müssen die anderen Kinder der Klasse zunächst einmal aus der Schule gehalten werden – das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass sie das Haus nicht mehr verlassen können. Sie dürfen weiterhin Kontakte haben, nur eben nicht in der gemeinsamen Einrichtung, damit diese nicht zum Hotspot wird. Auch bei Kitas betrifft die Vorsichtsmaßnahme die komplette Gruppe.
Bei weiterführenden Schulen hingegen wird der Radius um den Infizierten etwas enger gezogen. Dort werden lediglich die engen Kontakte – Sitznachbarn – vorübergehend „aus dem Verkehr gezogen“. Die engen Kontakte (Kategorie 1) werden zudem direkt und nach sieben Tagen auch ein zweites Mal getestet. Dass ab September die NRW-Maskenpflicht gelockert wird, könnte für die Kreisgesundheitsämter Mehrarbeit bedeuten, meint Dr. Grabe. Immerhin müsse dann bei den weiterführenden Schulen noch genauer überlegt werden, wie weit die Anzahl der Kontaktpersonen auszuweiten ist ohne Mund-Nasen-Schutz im Unterricht.

Die meisten sind kooperativ und verständnisvoll

Probleme mit Quarantäne-Brechern gehören offenbar nicht zur Tagesordnung im südlichen Westfalen. Die meisten Betroffenen seien kooperativ und verständnisvoll, berichtet Christoph Grabe. Es gebe nur selten Diskussionen. In Einzelfällen seien Personen aufgefallen, die sich nicht an die angeordnete Isolierung gehalten hätten. Diese seien dann, der Zuständigkeit halber, an die örtliche Ordnungsbehörde gemeldet worden. Der Kreis Olpe habe in zwei Fällen Strafanzeige wegen der Nichteinhaltung von Quarantäneauflagen gestellt, ergänzt Michael Färber.

Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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