Rachid Azzouzi sagt Siegenern ab

Druck auf »Sportfreunde« wächst sprunghaft:

»Thema Winterspeck«: Feichtenbeiner stinksauer / Waegner: Das Ende schon vor dem Anfang?

geo Siegen. Seit vier Tagen sind die Siegener »Sportfreunde« wieder im Training für die entscheidenden 15 Spiele in der Rückrunde der Regionalliga Süd, in denen man den drohenden Abstieg noch abwenden will. Doch eine wahre Flut schlechter Nachrichten bis hin zu echten Hiobsbotschaften hat in diesen rund 100 Stunden den Druck auf den heimischen Fußball-Vorzeigeverein schon sprunghaft ansteigen lassen.Die erste heftige Kontroverse entspann sich zwischen Trainer und Mannschaft bereits am Mittwoch, als die abgezapften Blutproben der SFS-Kicker zumindest zum Teil Zeugnis von einem eher maroden körperlichen Zustand einiger Siegener Halbprofis ablegten. »Ich war mit den Laktatwerten einiger Spieler nicht einverstanden. Insgesamt ist der Laktattest durchwachsen ausgefallen«, drückte sich Trainer Michael Feichtenbeiner zu diesem auch für ihn eher unerwarteten Rückschlag in Sachen »Winterspeck« noch zurückhaltend aus. Die Wortwahl in der ersten Mannschaftssitzung des Jahres dürfte weniger galant ausgefallen sein. Man werde einen anderen Trainer kennen lernen, hieß es. Und wer jetzt nicht mitziehe, werde aussortiert.

Parolen freilich, mit denen auch Feichtenbeiners Vorgänger immer wieder mal das Feuer anzuheizen versuchte, gleichwohl das dazu erforderliche Druckmittel gar nicht vorhanden war - nämlich ein breiter und besser aufgestellter Spielerkader, der Konkurrenzdruck erzeugt und schon manchem »Lazarus« schnelle Beine gemacht hat. Und auf dem Wege genau dorthin mussten die Siegener am Wochenende herbe Rückschläge verkraften.

Fast schon perfekt schien die Verpflichtung des ehemaligen Bundesliga-Profis Rachid Azzouzi (64 Spiele für den MSV Duisburg Anfang der 90er Jahre). Der 32-Jährige, der für Marokko (37 Länderspiele) an zwei Weltmeisterschaften teilnahm und bis zu Saisonbeginn in Diensten des Zweitligisten SpVg Greuther Fürth stand, war mit seiner Lebensgefährtin sogar schon im Siegerland zu Besuch und hatte sich ein (positives) Bild von seinem möglicher Weise neuen Fußball-Umfeld gemacht. Sogar verwandtschaftliche Beziehungen ins nördliche Siegerland sollen bestehen. Doch der Marokkaner, der im Herbst in der chinesischen Profiliga kickte und nach Meinung des Sportlichen Leiters der Siegener, Rolf Bleck, »unser Wunschkandidat für die Nr. 10« war, sagte am Freitag überraschend ab, weil er nach eigenen Aussagen ein Profi-Angebot annehmen wolle.

Nun fangen die Verantwortlichen der »Sportfreunde« auf der schwierigen Suche nach geeigneten Kandidaten für den Abstiegskampf praktisch wieder von vorne an. Noch bleiben dazu zwei Wochen zeit, doch Feichtenbeiner erhöht von sich aus den Druck, will er doch möglichst beim ersten Freiluft-Test 2004 bei den Amateuren des FC Schalke 04 (Samstag, 14 Uhr) seine Schäfchen komplett unter die Lupe nehmen. Zumindest ein Abwehrspieler steht dabei offenbar ganz oben auf der Wunschliste.

Dies um so mehr, als sich USA-Rückkehrer Tilman Waegner vermutlich schon in der allerersten Trainingseinheit am Mittwoch schwer verletzt hat. Der Feichtenbeiner als Verstärkung für die Defensive nahe gelegte Werthenbacher klagt über Achillessehnenbeschwerden. Erste Untersuchungen lassen hier absolut nichts Gutes erahnen. Heute soll eine Kernspintomographie Aufschluss geben. Die Wirkungsweise dieses Untersuchungsgerätes dürfte heute auch Christian Mehr kennen lernen (Knieverletzung), derweil der Langzeitverletzte Sascha Bäcker (Muskelverletzung) keinen Schritt nach vorne kommt und bei der Ursachenforschung für diese Beschwerden »von Pontius nach Pilatus« (ein Offizieller) unterwegs ist, jedoch keine Besserung erfährt. Der leicht angeschlagene Tobias Zott hingegen soll heute wieder in den Trainingsbetrieb zurückkehren.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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