Radarsatellit bildet das Herzstück

Das Zentrum für Sensorsysteme ist an an Mission »TerraSAR-X« beteiligt

sz Siegen. Das Zentrum für Sensorsysteme (ZESS) an der Universität Siegen kann eine eine weitere direkte Projektbeteiligung an der im Dezember 2006 startenden Satellitenmission »TerraSAR-X« vermelden. TerraSAR-X ist der erste rein deutsche Fernerkundungssatellit, der als Public Private Partnership zu je 50 Prozent vom Bundesforschungsministerium (BMBF) und von der EADS Tochter Infoterra getragen wird.

Herzstück ist ein im X-Band (Wellenlänge 3,125 cm) mit Mikrowellenstrahlung arbeitender Radarsatellit, der mit unterschiedlichen Betriebsmoden im Synthetic Aperture Radarbetrieb (SAR) die Erdoberfläche erfassen kann: Im »Spotlight«-Modus wird ein 10x10 km großes Gebiet mit einer Auflösung von 1bis 2 Metern aufgenommen, im »Stripmap«-Modus ein 30 km breiter Streifen mit einer Auflösung zwischen 3 und 6 Metern, im »ScanSAR«-Modus sogar ein 100 km breiter Streifen, allerdings mit geringerer Auflösung von 16 Metern. Zudem erlaubt TerraSAR-X laut Mitteilung auch die Erfassung interferometrischer Radardaten z.B. zur Erstellung digitaler Höhenmodelle.

Der Satellit wird von der EADS Astrium GmbH gebaut, die auch für den Start des Satelliten mit einer ukrainisch/russischen Trägerrakete verantwortlich ist. Die hochaufgelösten Daten des TerraSAR-X sollen durch den Geoinformationsanbieter Infoterra GmbH, einer Tochter der EADS Astrium GmbH, kommerziell verwertet werden mit dem Ziel, ein sich selbst tragendes Erdbeobachtungsgeschäft in Europa zu etablieren. Das DLR (Deutsches Luft- und Raumfahrtzentrum) ist zuständig für die wissenschaftliche Verwertung der Daten, während die EADS Astrium GmbH die exklusiven kommerziellen Nutzungsrechte an den Daten besitzt.

Nach der erfolgreichen Bewilligung von zwei Teilmissionen, die den Zugang des ZESS zu TerraSAR-X Daten sicherstellen, hat das ZESS nun auch die Förderzusage des Bundesministeriums für Wissenschaft und Technologie erhalten: In einem dreijährigen Vorhaben sollen leistungsfähige Methoden und Algorithmen entwickelt werden, die die Qualität der gewonnenen Bilder und Höhenmodelle weiter steigern und damit die Verwendung der TerraSAR-X Produkte durch einen breiten Anwenderkreis unterstützen.

Beteiligt sind auf Siegener Seite die Mitarbeiter der Fernerkundungsgruppe des ZESS und des Internationalen Promotionsprogramms: Dr. St. Knedlik, Dr. H. Nies, Dipl.-Ing. U. Gebhard, M.Sc. K. Natroshvili, Ing. de telecomunicaciôn A. Medrano Ortiz unter der Projektleitung von Prof. Dr. Otmar Loffeld. Die Projektbearbeitung erfolgt in enger Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen sowie mit den Partnern der Forschungsgesellschaft für Angewandte Naturwissenschaften (FGAN) in Werthhoven/Wachtberg. Die Arbeiten fügen sich nahtlos in das Gesamtspektrum des Hochschulforschungsschwerpunktes »Multidimensionale Sensorik/Bildgebende Systeme« ein und begleiten die vom ZESS vorgetragene Exzellenz-Antragsinitiative zur Errichtung einer »Graduate School on Multi Sensorics and Environmental Exploration NRW« in einer idealen Weise.

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