SZ

Soziologe Dr. Johannes Kiess
"Rassismus wird als politisches Instrument benutzt"

Soziologe Dr. Johannes Kiess von der Uni Siegen.

ap Siegen. Dr. Johannes Kiess ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl vergleichende Kultursoziologie und politische Soziologie Europas an der Universität Siegen. Mit der SZ hat der Soziologe über Ursachen, Aktualität und Chancen von (anti-asiatischem) Rassismus gesprochen.

1. Wie e

ap Siegen. Dr. Johannes Kiess ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl vergleichende Kultursoziologie und politische Soziologie Europas an der Universität Siegen. Mit der SZ hat der Soziologe über Ursachen, Aktualität und Chancen von (anti-asiatischem) Rassismus gesprochen.

1. Wie entsteht Rassismus und wie zeichnet er sich aus?
Bei der Frage danach, wie Rassismus entsteht, gibt es verschiedene Perspektiven. Historiker verweisen uns darauf, dass er in unserer Geschichte verwurzelt ist, während er aus sozialpsychologischer Perspektive etwas mit der Herstellung von Gruppenidentität und dem Bedürfnis nach Kontrolle zu tun hat. Als Soziologe habe ich außerdem im Blick, dass es bei der Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft und Hautfarbe auch immer um gesellschaftliche Hierarchien geht.
2. Wie erklären Sie sich den Anstieg von anti-asiatischem Rassismus seit Ausbruch der Corona-Pandemie?
Eine Stereotypisierung von asiatisch gelesenen Menschen gibt es schon lange. Die Zuschreibungen werden jetzt wieder aufgegriffen, weil bestimmte Leute diese bewusst befeuert und ein Feindbild geboten haben. Daran sieht man, wie Rassismus als politisches Instrument genutzt wird und dass er durch die gesellschaftliche Praxis auch immer wieder aktualisiert wird.
3. Wie kann man sich selbst dem (Alltags-)Rassismus entziehen?
Man sollte vor allem die eigenen Vorurteile hinterfragen – auch die, die man selbst als positiv definieren würde. Das Problem daran ist: Indem wir einem Menschen eine Gruppenidentität aufdrücken, entindividualisieren wir ihn. Und das sollte nicht Verhandlungsgrundlage für eine moderne, demokratische Gesellschaft sein. Die Debatte über Rassismus ist dafür ein guter Anknüpfungspunkt: Sie gibt uns nämlich die Chance, darüber nachzudenken, in was für einer Gesellschaft wir eigentlich leben wollen.

Autor:

Alexandra Pfeifer

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