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Corona-Premiere im Gläsersaal
Rat Siegen tagt unter besonderen Bedingungen

Professionell: Der Rat der Stadt Siegen tagt heute wegen der Corona-Pandemie erstmals im schmucken und luftigen Gläsersaal. Alles steht auf Abstand, jeder Teilnehmer hat ein eigenes Mikro. An den Plätzen darf die obligatorische Maske abgenommen werden. Wer will, darf die 22 Tagesordnungspunkte auch verhüllt mitgestalten oder verfolgen.
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  • Professionell: Der Rat der Stadt Siegen tagt heute wegen der Corona-Pandemie erstmals im schmucken und luftigen Gläsersaal. Alles steht auf Abstand, jeder Teilnehmer hat ein eigenes Mikro. An den Plätzen darf die obligatorische Maske abgenommen werden. Wer will, darf die 22 Tagesordnungspunkte auch verhüllt mitgestalten oder verfolgen.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

mir Siegen. 11. März, 16 Uhr, Rathaussaal unterm Krönchen: Der Hauptausschuss tagt, die Teilnehmer sitzen wie gewohnt Stuhl an Stuhl, alle reden frisch und frei, ohne Maske im Gesicht – seitdem ist die öffentliche Lokalpolitik in Siegen coronabedingt zum Erliegen gekommen.
Am 6. Mai um 16 Uhr, also acht Wochen später, gibt der Rat der Stadt Siegen seine Premiere als Corona-Stadtverordnetenversammlung. Gerade einmal der Gläsersaal der Siegerlandhalle ist groß genug, um alle Teilnehmer in Zeiten maximaler Seuchen- und Hygienestandards aufnehmen zu können. Höchstens 67 Ratsherren und -damen müssen Platz finden, jeder an einem Einzeltisch mit Mikrofon, alle Tische haben zwei Meter Abstand.

mir Siegen. 11. März, 16 Uhr, Rathaussaal unterm Krönchen: Der Hauptausschuss tagt, die Teilnehmer sitzen wie gewohnt Stuhl an Stuhl, alle reden frisch und frei, ohne Maske im Gesicht – seitdem ist die öffentliche Lokalpolitik in Siegen coronabedingt zum Erliegen gekommen.
Am 6. Mai um 16 Uhr, also acht Wochen später, gibt der Rat der Stadt Siegen seine Premiere als Corona-Stadtverordnetenversammlung. Gerade einmal der Gläsersaal der Siegerlandhalle ist groß genug, um alle Teilnehmer in Zeiten maximaler Seuchen- und Hygienestandards aufnehmen zu können. Höchstens 67 Ratsherren und -damen müssen Platz finden, jeder an einem Einzeltisch mit Mikrofon, alle Tische haben zwei Meter Abstand.

Höchstens 100 Leute im Gläsersaal

Dazu kommen der Bürgermeister und seine vier Dezernenten, etliche Amtsleiter und einige enge Mitarbeiter, in der Summe vielleicht 85 bis 90 Leute. Plus SZ und andere Medien, für Zuschauer sind 30 Stühle gestellt. Eigentlich ein Klacks, in Vor-Corona-Zeiten hat der Gläsersaal schon 800 Besucher auf einmal gefasst. Man denke nur an die rauschenden Abi-Feiern mit einem Menschengewimmel wie im Karneval.

Trennwand und Laufbänder

Am Mittwoch ist alles völlig anders. Möglichst steril soll es sein, bestenfalls frei von Viren aller Art. Schon die Eingangstüren trennen Politik/Verwaltung von Journalisten und Besuchern. Kaum zu glauben, im Entree splitten eine mannshohe Trennwand aus schwarzen Stellelementen und rote Laufbänder die ankommenden Menschen in zwei Gruppen – alles nur wegen Corona.
Über zwei Treppen geht es ins Foyer, jeder Teilnehmer muss an Desinfektionsspendern vorbei. Nächster Stopp: Registrierung. Wer den Saal betreten will, muss seine kompletten Kontaktdaten hinterlegen – es könnte ja theoretisch später noch ein Coronafall auftreten.

Besucher sind erwünscht

Des Bürgermeisters persönlicher Referent, Johannes Werthenbach, kennt alle Details, zusammen mit dem Siegerlandhallen-Team hat er alles für die Sitzung arrangiert. Nicht aus Lust und Laune, alle Maßnahmen orientieren sich an den Regeln des RKI, dem Robert-Koch-Institut. Besucher sind erwünscht, deshalb die 30 Stühle. Werthenbach hat eine Bitte: „Wer Anzeichen einer Corona-Erkrankung hat oder diese so deutet, sollte tunlichst zuhause bleiben.“

Maskenpflicht gilt

Ach ja, noch eine dringende Maßnahme, die alternativlos ist: „Wer den Gläsersaal betritt, für den besteht Maskenpflicht, bis er seinen Sitzplatz erreicht hat.“ Gilt für alle, auch die Ratsmitglieder.
Am Platz darf die Maske abgenommen werden, man möchte vielleicht auch mal ein Glas Wasser zwischendurch trinken. Mit Maske ins Mikro sprechen? Mal schauen, ob das am Mittwoch jemand schafft, ohne zu nuscheln. Wer es will und auch aushalten kann, darf die Maske natürlich die ganze Zeit vor der Nase belassen. Sollte es technische Probleme geben, Techniker mit einer Tonangel werden bereitstehen – beinahe wie in einer professionellen Show mit Publikumsbeteiligung.
Ansonsten ist alles wie gehabt. Am Podium sitzen in gebührendem Abstand zueinander der Bürgermeister und seine Dezernenten, linker Hand nehmen – wie könnte es anders sein – die SPD und die Linken Platz, zur Mitte hin folgen Grüne, FDP und CDU als Jamaika-Block. Gefolgt von der UWG und zur rechten Flanke hin die AfD nebst zwei Einzelabgeordneten. Alles politisch korrekt verteilt.

Raum für Diskussionen

Hinter einem roten Laufband dürfen sich die Zuschauer auf Corona-Abstand postierte Stühle aussuchen. Gut möglich, dass es Interessierte gibt. Die 22 öffentlichen Tagesordnungspunkte bieten Raum für Diskussionen:

  • Platane in der Unterstadt: Per Online-Petition haben weit über 500 Unterzeichner den vollen Erhalt gefordert, ein Gutachter hat Zweifel, ob der Baum das eventuelle Kappen überlebt, andere Experten nicht.
  • Tiefbunker Hindenburgstraße: Ein kleiner Teil könnte erhalten bleiben. Mit einem Revisionsschacht, mehr nicht. Pläne für einen Schauraum sind offenbar zu teuer.
  • Corona-Pandemie: Mindereinnahmen in Millionenhöhe sind zu befürchten, der Kämmerer wird aktuelle Zahlen verkünden.
  • Siegen als „sicherer Hafen“: Der Ratsbeschluss zur eventuellen Aufnahme von Seenotflüchtlingen soll umgeschrieben werden auf Flüchtlinge aus griechischen Lagern.
Professionell: Der Rat der Stadt Siegen tagt heute wegen der Corona-Pandemie erstmals im schmucken und luftigen Gläsersaal. Alles steht auf Abstand, jeder Teilnehmer hat ein eigenes Mikro. An den Plätzen darf die obligatorische Maske abgenommen werden. Wer will, darf die 22 Tagesordnungspunkte auch verhüllt mitgestalten oder verfolgen.
Desinfektion ist Pflicht, genauso die Registrierung aller Teilnehmer.
Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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