Raupen fressen Bäume kahl

 Spaziergänger, die den Weg am Siegufer zwischen Eiserfeld und Niederschelden nutzen, staunen: Millionen Raupen der Gespinnstmotten verschleiern Bäume und Sträucher. Im Schutz des Gespinnstes fressen sie Blatt für Blatt. Foto: Dirk Manderbach
  • Spaziergänger, die den Weg am Siegufer zwischen Eiserfeld und Niederschelden nutzen, staunen: Millionen Raupen der Gespinnstmotten verschleiern Bäume und Sträucher. Im Schutz des Gespinnstes fressen sie Blatt für Blatt. Foto: Dirk Manderbach
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dima - In Gesellschaft schmeckt es besser. Offensichtlich ist das auch bei Raupen so. Gleich zig Millionen veranstalten zurzeit ein ziemlich perfektes Raupendinner am Ufer der Sieg, zwischen Eiserfeld und Niederschelden. Blatt für Blatt und Knospe für Knospe haben die offenbar nimmersatten Schmetterlingslarven das Laubgehölz in einen Gespensterwald verwandelt. Mitten im Mai, wenn Bäume eigentlich ihr grünes Kleid anlegen, zeigen die Insektenbabys, das auch die Kleinsten ganze Landschaften umgestalten können. Große Bäume tragen plötzlich weiße Schleier.

Anwohner fürchten bereits, dass das Millionenheer den Weg vom Siegufer in die Vorgärten finden wird. Stelleweise ist das sogar schon passiert. Ein Eiserfelder fällte sogar Baum und Strauch. „So etwas wollen wir nicht in unserem Garten“, sagte der Hobbygärtner gestern. Spaziergänger, die den beliebten Weg entlang der Sieg nutzen, schütteln sich vor Ekel.

Überall krabbelt es. Einige Raupen sind solo unterwegs, andere hängen zu Hunderten und zu Tausenden in Gruppen. Aber alle scheinen sich unter dem weißen Seidenschleier zu verstecken, den die Gespinnstmotten über Stämme, Äste, Blätter und sogar quadratmeterweise über den Boden gelegt haben. Das hat seinen Grund: Raupen sind eine begehrte Beute für viele andere Tierarten. Für Vögel zum Beispiel dürfte die Ernährung des Nachwuchses an der Sieg geregelt sein. Aber: Das weiße Kleid legen die Raupen nicht ohne Grund über die Vegetation. Das Gespinnst, das der gesamten Schmetterlingsfamilie seinen Namen gab, ist ein perfekter Schutz gegen Fressfeinde und gegen Regen.

Den Bäumen schaden die Insektengeister nicht. Sie schlagen wieder aus, haben für solche Katastrophenfälle vorsorglich Notknospen angelegt. Grünen sozusagen aus der zweiten Reihe. Naturschützer warnen vor einer Bekämpfung mit Gift. Schließlich würden so auch die Fressfeinde, zum Beispiel Vögel, in Mitleidenschaft gezogen. Also keine Angst vor den verschleierten Insektenbabys. Dirk Manderbach

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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