Rechte der Kinder stärken

Info-Abend der Kindernothilfe zum Thema »Kinderarbeit« / 218 Millionen Kinder betroffen

sz Siegen. Weltweit arbeiten 218 Millionen Kinder im Alter von fünf bis 14 Jahren, 126 Millionen davon unter ausbeuterischen Bedingungen. Laut Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zählen dazu alle Formen von Zwangsarbeit, Prostitution, die erzwungene Rekrutierung von Kindern in bewaffneten Konflikten, Kinderhandel und Pornographie sowie illegale Tätigkeiten zum Beispiel im Drogenhandel. »Es gibt keine einfache Lösungen bei diesem Thema«, stellte dazu jetzt Barbara Dünnweller fest. Die Kinderrechtsexpertin der Kindernothilfe in Duisburg sprach im Haus der Kirche zu diesem Thema.

»Die Ursachen für Kinderarbeit sind so vielfältig wie die Formen«, so Dünnweller. Es gebe Kinder, die neben der Schule arbeiteten, als Straßenverkäufer zum Beispiel, und es gebe Kinder, die als Angestellte in Privathaushalten zwölf Stunden und mehr arbeiten müssten und das Haus nicht verlassen dürften. Ursache für Kinderarbeit sei vordringlich Armut, aber auch kulturell bedingte Traditionen spielten eine Rolle sowie fehlende kostenlose Bildung oder schlecht ausgestattete Schulen.

»Kinderarbeit einfach zu verbieten ist keine Lösung«, meinte Dünnweller. »Es geht vielmehr darum, Kinderrechte umzusetzen, wie sie in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben sind.« Dazu gehöre auch, dass die junge Generation in ihrem Mitsprache- und Mitwirkungsrechte gestärkt werde. Nur eine starke Zivilgesellschaft könne Veränderungen herbeiführen.

In Lateinamerika gebe es schon lange eine Bewegung arbeitender Kinder, die ihr Recht auf Bildung wahrnehmen und gleichzeitig arbeiten wollten, um zum Familienunterhalt beizutragen. Das gebe ihnen Selbstvertrauen und Anerkennung, sagten die Betroffenen selbst. Sie setzten sich auch für verbesserte Arbeitsbedingungen und eine gerechte Entlohnung ihrer Arbeit ein. Zudem, so Dünnweller, müsse man die Familien unterstützen, z.B. durch Kleinkreditprogramme, die Arbeitsmöglichkeiten eröffneten.

»Die Kindernothilfe setzt sich dafür ein, die Arbeitsbedingungen der Mädchen und Jungen zu verbessern und ihnen den Besuch einer Schule und damit eine bessere Zukunft zu ermöglichen«, so Wolfgang Hobinka vom Kindernothilfe-Freundeskreis Siegerland. In Deutschland betreibt sie Informations- und Bildungsarbeit. Die Kindernothilfe unterstützt weltweit 268000 Kinder und Jugendliche in 27 Ländern Afrikas, Lateinamerikas, Asiens und in Osteuropa.

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