SZ

"Sicherer Hafen"
Region will Geflüchtete aus Afghanistan aufnehmen

Die heimischen Kommunen wollen afghanische Ortskräfte aufnehmen.

tip Siegen/Hilchenbach/Kreuztal/Wilnsdorf. Die Stadt Siegen und weitere Kommunen im Kreis richten sich auf die Aufnahme afghanischer Geflüchteter ein. Das wurde der SZ auf Anfragen hin bestätigt. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte am Mittwoch angekündigt, bis zu 1800 Menschen aus dem Krisengebiet aufnehmen zu wollen.
„Siegen ist aufnahmebereit“, teilt die Stadt mit. Der Rat der Universitätsstadt hatte bereits in seiner Sitzung am 23. Juni 2021 – gegen die Stimmen der AfD-Fraktion – eine entsprechende Resolution verabschiedet. Bürgermeister Steffen Mues hatte diese auf Antrag des Rates auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Kenntnis geschickt. „Die Stadt Siegen erklärt sich bereit, auch ehemalige Ortskräfte der Bundeswehr aus Afghanistan und deren Familien aufzunehmen“, heißt es darin.

tip Siegen/Hilchenbach/Kreuztal/Wilnsdorf. Die Stadt Siegen und weitere Kommunen im Kreis richten sich auf die Aufnahme afghanischer Geflüchteter ein. Das wurde der SZ auf Anfragen hin bestätigt. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte am Mittwoch angekündigt, bis zu 1800 Menschen aus dem Krisengebiet aufnehmen zu wollen.
„Siegen ist aufnahmebereit“, teilt die Stadt mit. Der Rat der Universitätsstadt hatte bereits in seiner Sitzung am 23. Juni 2021 – gegen die Stimmen der AfD-Fraktion – eine entsprechende Resolution verabschiedet. Bürgermeister Steffen Mues hatte diese auf Antrag des Rates auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Kenntnis geschickt. „Die Stadt Siegen erklärt sich bereit, auch ehemalige Ortskräfte der Bundeswehr aus Afghanistan und deren Familien aufzunehmen“, heißt es darin. Die Stadt sehe es nun als notwendig an, auf Bundes- und Landesebene pragmatische Lösungen zu suchen, welche die Aufnahme ermöglichen.
Am Mittwoch fand dazu ein Austausch der Länderkoordinatoren des Bündnisses „Städte Sicherer Häfen“, dessen Mitglied die Krönchenstadt ist, statt. Der Beschluss des Rates zum Sicheren Hafen regelt die Aufnahmebereitschaft für insgesamt 50 zusätzliche Geflüchtete und Asylbewerber, unabhängig der üblichen Zuweisungen.

Hilchenbach kann kurzfristig 25 Geflüchtete aufnehmen

Als deutliches Zeichen, Geflüchteten helfen und sie aufnehmen zu wollen, hat der Rat der Stadt Hilchenbach in seiner Sitzung am 23. Juni 2021 die Stadt zum „Sicheren Hafen“ erklärt. „Zu dieser Erklärung steht die Stadt Hilchenbach nun auch praktisch und bezogen auf die extrem schwierige Lage vieler Menschen in Afghanistan“, teilt Sprecher Hans-Jürgen Klein mit. Hilchenbach sei „selbstverständlich bereit, Flüchtlinge auch aus diesem Land aufzunehmen.“

Dabei könne die Stadtverwaltung auf die guten Erfahrungen in der Vergangenheit setzen. Auch dank des ehrenamtlichen Einsatzes der Bevölkerung für diese Menschen habe man in Hilchenbach während der sogenannten Flüchtlingskrise schnell und effektiv helfen können. Ebenso könne die Stadtverwaltung bei einem längeren Verbleib auf eine erfolgreiche Integrationsarbeit zurückgreifen. „Konkret sieht die Stadtverwaltung die Möglichkeit, kurzfristig etwa 25 Personen in Hilchenbach aufzunehmen, unterzubringen, zu unterstützen und ihnen einen sicheren Hafen zu bieten“, so Klein.

In Kreuztal wird die Afghanistan-Lage erörtert

Die Stadt Kreuztal gilt seit 10. September 2020 als „Sicherer Hafen“. „Der Ratsbeschluss hat nach wie vor Bestand“, teilt Sprecherin Janine Wolski mit. Ob und inwieweit mit erhöhten Zuwanderungen aus Afghanistan zu rechnen ist, sei derzeit noch nicht absehbar. „Die Situation wird aktuell in der Verwaltung besprochen und wird an die zukünftige Entwicklung anzupassen sein“, heißt es aus Kreuztal.

In Wilnsdorf gibt man sich zurückhaltend. Selbstverständlich werde man Geflüchtete aus Afghanistan aufnehmen, sofern diese zugewiesen würden, sagte Bürgermeister Hannes Gieseler unserer Zeitung. Problematisch sei allerdings, dass die gemeindeeigenen Gebäude zur Unterbringung schon 2015 in einem schlechten Zustand gewesen seien. Mangels Alternativen habe man aber auch damals Geflüchtete dort untergebracht. Konkret sei die Unterkunft „Am Buchen“ in Niederdielfen so baufällig, dass ein Abriss unabwendbar ist. Und auch in der ehemaligen Hausmeister-Wohnung der Grundschule Wilgersdorf könne man nicht ohne Weiteres Geflüchtete beherbergen.
Gieseler berichtet, dass der Rettungsweg nicht ordnungsgemäß funktioniere. „Sicherer Hafen“ ist Wilnsdorf nicht. „Da hat es in der Vergangenheit auch keine politische Initiative zu gegeben“, so der Bürgermeister.

Evangelische Kirche Westfalen fordert "großzügige Lösung"

Nordrhein-Westfalen will 800 Ortskräfte und 1000 gefährdete Frauen und deren Familien aus Afghanistan aufnehmen. Das hatte Ministerpräsident Armin Laschet am Mittwoch angekündigt. Von 21.397 aktuell zur Verfügung stehenden Plätzen in 34 Landesaufnahmeeinrichtungen sind laut Landesregierung aktuell nur 8254 belegt.
Die ev. Kirche von Westfalen fordert eine „großzügige Lösung“ für Geflüchtete aus Afghanistan. Präses Annette Kurschus: „Es gilt, so viele Menschen wie möglich zu retten. Ihnen muss unsere uneingeschränkte Solidarität gelten, ohne Begrenzung auf einzelne Organisationen und den Zeitraum nach 2012.“

„Sicherer Hafen“ kurz erklärt „Sicherer Hafen“ ist eine politische Initiative der „Seebrücke“. Die Seebrücke ist eine internationale Bewegung, die sich in erster Linie für sichere Fluchtwege, für ungehinderte Seenotrettung und für ein Ende des Sterbens an den europäischen Grenzen engagiert. Sichere Häfen heißen geflüchtete Menschen willkommen – und sind bereit, mehr Menschen aufzunehmen. Damit eine Kommune offiziell Sicherer Hafen wird, wird ein entsprechender Beschluss im Stadt- bzw. Gemeinderat benötigt. Eine Kommune als Sicherer Hafen bekennt sich laut Kampagnen-Webseite unter anderem dazu, allen geflüchteten Menschen – unabhängig vom Fluchtweg – ein langfristiges Ankommen zu ermöglichen. Dazu gehören eine menschenwürdige Versorgung, insbesondere in den Bereichen Wohnen, medizinische Versorgung und Bildung sowie die gesellschaftliche Teilhabe der Aufgenommenen. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es insgesamt 270 Städte und Kommunen, die als „Sicherer Hafen“ fungieren.
Autor:

Tim Plachner

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen