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Fahrkartenautomaten Fehlanzeige
Reisende werden ungewollt zu Schwarzfahrern

Wer in Siegen-Geisweid in die RB91 steigt, könnte Probleme mit den Fahrkartenkontrolleuren bekommen.
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juka Siegen. Erst zu Beginn des Monats hat die Deutsche Bahn die Bedienung der Linien RE16 und RB91 von Siegen nach Essen und Hagen übernommen - und zieht bereits jetzt den Unmut des lokalen Verkehrsclub Deutschland (VCD) auf sich. Konkret bemängelt der Kreisverband Siegen-Wittgenstein und Olpe die fehlenden Fahrkartenautomaten in den Zügen, die es beim Vorgänger Abellio noch gegeben hatte.
Schwarzfahren kostet 60 Euro
"Nur versteckt auf einer Internet-Seite von mobil.nrw fand sich der Hinweis, dass in den Zügen dieser Linien keine Fahrkarten mehr gekauft werden können", moniert Sprecher Matthias Tuschhoff. An vielen Bahnhöfen in Siegen-Wittgenstein und Olpe seien aber ebenfalls keine Automaten vorhanden.

juka Siegen. Erst zu Beginn des Monats hat die Deutsche Bahn die Bedienung der Linien RE16 und RB91 von Siegen nach Essen und Hagen übernommen - und zieht bereits jetzt den Unmut des lokalen Verkehrsclub Deutschland (VCD) auf sich. Konkret bemängelt der Kreisverband Siegen-Wittgenstein und Olpe die fehlenden Fahrkartenautomaten in den Zügen, die es beim Vorgänger Abellio noch gegeben hatte.

Schwarzfahren kostet 60 Euro

"Nur versteckt auf einer Internet-Seite von mobil.nrw fand sich der Hinweis, dass in den Zügen dieser Linien keine Fahrkarten mehr gekauft werden können", moniert Sprecher Matthias Tuschhoff. An vielen Bahnhöfen in Siegen-Wittgenstein und Olpe seien aber ebenfalls keine Automaten vorhanden. "Reisende, die zum Beispiel in Siegen-Geisweid in den Zug einsteigen, um dort wie gewohnt ihre Fahrkarte zu kaufen, werden so ungewollt zu Schwarzfahrern", kritisiert der Sprecher.

Auch an den Bahnhöfen seien größtenteils keine Hinweise auf die geänderten Regelungen zu finden. Diese sind aus Sicht des Verkehrsclubs aber dringend erforderlich. Nutzer von 4er-Karten müssten sich ebenfalls umstellen, da es in den Zügen der DB keine Entwerter gebe. "Als Vertreter der Fahrgastinteressen halten wir die Situation für nicht akzeptabel", stellt Tuschhoff klar. "Verkehrsunternehmen verlangen von Fahrgästen ohne gültiges Ticket ein ,erhöhtes Beförderungsentgelt' von 60 Euro. Deshalb sollten die Fahrgäste rechtzeitig und umfassend über Änderungen beim Fahrkartenkauf informiert werden", betont der Sprecher.

Vorhandene Automaten können nicht genutzt werden

Als Übergangslösung fordert der VCD, ab sofort in den Zügen der Deutschen Bahn den Kauf und die Entwertung von Fahrkarten bei den Zugbegleitern zu ermöglichen. "Das gilt solange, bis überall Fahrkartenautomaten und Entwerter vorhanden sind." Zudem müsste klar auf die aktuell gültige Regel hingewiesen werden.

Von der Deutschen Bahn heißt es auf Anfrage derweil, dass es an "sieben kleinen, wenig genutzten Haltepunkten" keine Fahrkartenautomaten gebe. Darunter fallen neben Siegen-Geisweid beispielsweise auch Eichen, Kreuztal-Littfeld und Kirchhundem. Gemeinsam mit dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe habe man geprüft, ob die Deutsche Bahn weiterhin den Automatenverkauf im Zug ermöglichen könne. "Technisch sind die vorhandenen Automaten im Zug jedoch nicht kompatibel zum Vertriebssystem der Deutschen Bahn, können also nicht genutzt werden", erklärt ein Bahnsprecher.

Der Gast wird nicht als Schwarzfahrer behandelt

Aufgrund von Lieferschwierigkeiten am Weltmarkt und den verbundenen sehr hohen Kosten und den geringen Einsteigerzahlen an diesen Haltepunkten habe man sich für die Zeit der Notvergabe gemeinsam mit dem NWL dagegen entschieden, Automaten in den Zügen oder an den Stationen nachzurüsten. Stattdessen setze man auf Hinweise auf die Vorverkaufsstellen und insbesondere auf die Möglichkeiten des digitalen Angebots. Zudem wolle man auch Verkäufe im Zug durch den Zugbegleiter ohne zusätzliche Kosten für das Ticket ermöglichen. "Falls kein Zugbegleiter an Bord oder dieser nicht greifbar ist, wird Kulanz gewährt und der Gast nicht als ,Schwarzfahrer' behandelt", betont die Bahn. Zudem sollten sich an allen Haltestellen Hinweise auf die geltenden Regeln befinden. Man prüfe derzeit, ob diese schon flächendeckend angebracht worden seien, erklärte ein Bahnsprecher.

Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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