Rentner tötete drei Katzenbabys

Ein Rentner hat drei Katzenbabys getötet und muss als Strafe 1000 Euro an das Siegener Tierheim spenden. Symbolfoto: Archiv
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dach - 87 Jahre lang ist Willi H. durchs Leben gegangen, ohne sich etwas zuschulden kommen zu lassen. Doch nun fand sich der Senior aus der Verbandsgemeinde Wissen vor dem Amtsgericht in Betzdorf wieder. Und das zu Recht, wie sich herausstellen sollte.

Denn Willi H. (Name geändert) hat im vergangenen Herbst drei kleine Katzen getötet. Das gab der Rentner unumwunden zu. Er habe die Katzenbabys, laut seinen Angaben waren sie erst einen Tag alt, auf den Steinboden geworfen und sie anschließend in die Biotonne gelegt.

Das hat offenbar jemand mitbekommen – und die Behörden eingeschaltet. Und die mussten reagieren, nach Recht und Gesetz. Auch wenn Richter Hubert Ickenroth konstatierte: „Das war auch zu meiner Kindheit die traditionelle Art, Katzen zu entsorgen.“ Zum Angeklagten gewandt sagte er: „Aber man darf es nicht.“

Das regelt das Tierschutzgesetz, das 1972 vom Bundestag verabschiedet worden ist und 2014 die letzte Änderung erfahren hat. In Paragraf 17 ist verankert, dass derjenige mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft wird, der ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet.

Und genau das hat Willi H. getan. Er hatte sich zuhause auf einem alten Hof einiger ausgewilderter Katzen angenommen. Immer abends habe er sie gefüttert. Als der Katzennachwuchs kam, sah der Senior sich nicht dazu imstande, sich um noch mehr Tiere zu kümmern. Laut seinem Anwalt Robert Boll habe Willi H. sich zunächst an ein Tierheim gewandt. „Aber die sind überfüllt, nehmen keine Katzen mehr auf“, so der Verteidiger.

Diesen Umstand – und die Tatsache, dass sich Willi H. eines Großteils der Katzen angenommen hatte – nahm Richter Ickenroth zum Anlass, Verteidiger Boll und Amtsanwältin Stefanie Moll den Vorschlag zu machen, das Verfahren einzustellen. „Wir wollen Ihnen mit 87 Jahren hier keine Straftat mehr ans Bein binden“, sagte Ickenroth zum Angeklagten.

Gleichzeitig machte er deutlich: „Aber das Töten von Tieren kann man nicht ohne Weiteres hinnehmen.“ Daher einigten sich alle Beteiligten darauf, dass Willi H. nun 1000 Euro ans Tierheim Siegen überweist.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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