Rettungswagen brauchen oft zu lang

 So schnell wie irgend möglich soll der Rettungswagen kommen, wenn es um Leben und Tod geht. Bei den großen Entfernungen auf dem Land dauert es manchmal länger. Foto: Archiv
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ihm - Der Rettungsdienstbedarfsplan des Kreises Siegen-Wittgenstein wird am kommenden Mittwoch dem Kreisgesundheitsausschuss vorgelegt. „Lange Wartezeiten des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes, die Anspruchshaltung der Patienten oder deren mangelnde Organisation“ ließen das Notruf-Aufkommen steigen, heißt es darin. Auch die größere Zahl älterer Menschen sorge dafür, dass der Rettungsdienst immer mehr zu tun hat. Im Kreis Siegen-Wittgenstein gibt es neun Rettungswachen. Die Wache in Siegen wird von der Stadt Siegen betrieben, in den Umlandgemeinden ist das Deutsche Rote Kreuz für die Wachen Ferndorf, Netphen, Bad Berleburg, Wilnsdorf, Bad Laasphe, Freudenberg, Wahlbach und Womelsdorf zuständig.

Bei Herzinfarkt, Erstickungsanfall oder schwerem Sturz kommt es auf jede Sekunde an. Ist der Rettungswagen rechtzeitig da? Diese Frage beantwortet die Tabelle zum Erreichungsgrad der Hilfsfristen. Das Land macht genaue Vorgaben: Im städtischen Kernraum sollen die ersten Retter spätestens acht Minuten nach dem Notruf am Einsatzort sein. Das gilt für große Teile des Stadtgebiets Siegen, aber auch für Dreis-Tiefenbach und Buschhütten. Auf dem Land gelten zwölf Minuten als erstrebenswert. Dass das nicht immer klappt, wissen auch die Planer. Deswegen lautet das Ziel: 90 Prozent der Fahrten sollen innerhalb der Frist ankommen.

Wunsch und Wirklichkeit klaffen im Kreis Siegen-Wittgenstein deutlich auseinander: Zwischen 2010 und 2014 lag der durchschnittliche Erreichungsgrad (acht bzw. zwölf Minuten) in keiner einzigen der elf Kommunen bei 90 Prozent:

Bad Berleburg: 69,64 Prozent

Bad Laasphe: 80,38 Prozent

Burbach: 77,35 Prozent

Neunkirchen: 77,35 Prozent

Erndtebrück: 74,28 Prozent

Freudenberg: 78,72 Prozent

Kreuztal: 87,06 Prozent

Hilchenbach: 87,06 Prozent

Netphen: 84,94 Prozent

Siegen: 74,91 Prozent

Wilnsdorf: 86,00 Prozent

Mehr Personal und mehr Fahrzeuge sind also gefragt. Die damit verbundenen Kosten tragen übrigens die Krankenkassen (über die Gebühren). Allerdings haben deren Spitzenverbände bereits erklärt, dass sie nicht mehr nur den stetigen Kostenanstieg beobachten, sondern „gezielt gegensteuernde Maßnahmen“ ermitteln wollen, ohne die Qualität des Rettungsdienstes in Frage zu stellen.

Insgesamt würden durch die Maßnahmen 296 zusätzliche Wochenstunden mit Rettungsfahrzeugen abgedeckt, das erfordert vier zusätzliche Stellen. Zusätzlicher Bedarf im Stellenplan wird sich vermutlich auch ergeben, weil die ausgebildeten Rettungsassistenten bei Stadt Siegen und DRK innerhalb der nächsten Jahre zu Notfallsanitätern qualifiziert werden müssen. Dieses neue Berufsbild erfordert eine umfangreiche Weiterbildung, die personelle Engpässe vorhersehbar macht. Allerdings steht noch nicht fest, wer die Kosten für die Nachqualifizierung trägt – die Krankenkassen sind nicht angetan davon, dass sie das über die – normalerweise kostendeckenden – Gebühren für den Rettungsdienst übernehmen sollen.

Welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, damit die Hilfsfristen eingehalten werden können, lesen Sie heute in unserem E-Paper, das Sie 14 Tage lang kostenlos testen können. 

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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