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Bewährung für Messerstecher
Richterin sprach von schwerer Entscheidung

Für die Bluttat im August letzten Jahres vor einem Imbiss an der Hindenburgstraße in Siegen (Bild)  erhielt gestern der 22 Jahre alte Angeklagte eine Strafe von zwei Jahren auf Bewährung.
  • Für die Bluttat im August letzten Jahres vor einem Imbiss an der Hindenburgstraße in Siegen (Bild) erhielt gestern der 22 Jahre alte Angeklagte eine Strafe von zwei Jahren auf Bewährung.
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kalle Siegen.  Für dieses Urteil erhielt das Schwurgericht unter Vorsitz von Richterin Elfriede Dreisbach heute Mittag verhaltenen Beifall von der Besuchertribüne. Dort hatten sich viele Mitglieder der Familie des Beklagten eingefunden. Und auch ein paar Tränen flossen bei der Mutter und der Schwester, nachdem Elfriede Dreisbach das Strafmaß von zwei Jahren für gefährliche Körperverletzung auf eine dreijährige Bewährungszeit verlesen hatte.
Dreisbach ließ in ihrer Urteilsbegründung nochmals die Dinge Revue passieren, die sich in dieser August-Nacht im Jahr 2018 vor einem Imbiss an der Hindenburgstraße ereignet hatten (die SZ berichtete).

kalle Siegen.  Für dieses Urteil erhielt das Schwurgericht unter Vorsitz von Richterin Elfriede Dreisbach heute Mittag verhaltenen Beifall von der Besuchertribüne. Dort hatten sich viele Mitglieder der Familie des Beklagten eingefunden. Und auch ein paar Tränen flossen bei der Mutter und der Schwester, nachdem Elfriede Dreisbach das Strafmaß von zwei Jahren für gefährliche Körperverletzung auf eine dreijährige Bewährungszeit verlesen hatte.
Dreisbach ließ in ihrer Urteilsbegründung nochmals die Dinge Revue passieren, die sich in dieser August-Nacht im Jahr 2018 vor einem Imbiss an der Hindenburgstraße ereignet hatten (die SZ berichtete). Der Angeklagte hatte einen 41 Jahre alten Mann mit acht Messerstichen lebensgefährlich verletzt, war dann vom Tatort mit seinen Freunden geflohen nachdem er sich aus der Umklammerung von zwei Männern befreit hatte, das Weite gesucht.
Er war dann zwei Tage nach der Bluttat nach Istanbul gereist. Dass er dann nach wenigen Tagen wieder zurück nach Siegen gekommen war und sich den Behörden gestellt hatte, bewertete das Gericht als Reue des jungen Studenten.
Kurz nach der eigentlichen Tat vor dem Schnellimbiss habe er nicht sehen können, was seine Stichverletzungen angerichtet hatten. Als er sich nach dem Opfer umgedreht hatte, stand der 41 Jahre alte Mann vor der Lokalität.
Damit kam das Gericht zur Entscheidung, eine gefährliche Körperverletzung zu bewerten und nicht wie von Staatsanwalt Philipp Scharfenbaum und dem Anwalt der Nebenklage in deren Plädoyers gefordert, den Täter wegen versuchten Totschlags zu fünf Jahren Gefängnis zu verurteilen. Das Gericht folgte damit den Anträgen der beiden Verteidiger, den Anwälten Carsten Marx und Frank Richtberg.
Elfriede Dreisbach sprach von einer schweren Entscheidung, die das Gericht habe treffen müssen. Letztlich dürfe Strafe aber nicht zur Entsozialisierung führen. Sie sei überzeugt, dass den jungen Studenten die Tat selbst so beeindruckt habe, dass sowas nicht mehr vorkommen werde. In einem Gefängnis, so die Richterin, hätte es der Verurteilte sehr schwer. Die Bewährung sei auf drei Jahre ausgelegt. Zusätzlich muss der Student noch 200 Stunden soziale Arbeiten verrichten und sich von einem Bewährungshelfer betreuen lassen.

Die Akten wurde geschlossen. Staatsanwalt Philipp Scharfenbaum will auf Nachfragen der Siegener Zeitung prüfen, ob gegen das Urteil Revision eingelegt wird.

Autor:

Karl-Hermann Schlabach (Redakteur) aus Siegen

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