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Willi Pollmann setzt auf regionale Fleischproduktion
Rind für 345 Euro das Kilo – nein danke

Die Qualität von Fleisch und Wurst muss stimmen, ist Willi Pollmann überzeugt. Deshalb bevorzugt er das Fleisch von Tieren aus kleinen Betrieben (Symbolbild).
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  • Die Qualität von Fleisch und Wurst muss stimmen, ist Willi Pollmann überzeugt. Deshalb bevorzugt er das Fleisch von Tieren aus kleinen Betrieben (Symbolbild).
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  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

ihm Siegen. Im alten Schlachthof an der Siegener Eintracht wird noch geschlachtet – aber nur beim türkischen Kollegen nebenan. Willi Pollmann verkauft hier Fleisch und Wurst, aber schlachten lässt er in Bad Berleburg. 30 Rinder nehmen die Metzger im ehemaligen Schlachthof Lückel jede Woche unters Messer. Sie kommen aus dem Sieger- und Sauerland, aus dem Wittgensteiner Land und den angrenzenden Gebieten. Oft von kleinen Betrieben und Nebenerwerbslandwirten. „Das ist die Fleischqualität, die ich mir vorstelle“, sagt Willi Pollmann. Das muss kein Biofleisch sein, aber die Qualität muss stimmen, findet er.
Edelfleisch? Eher nicht ...Vom Trend zum Edelfleisch hält er wenig. „Für Wagyu-Rind hab ich hier im Siegerland die Kundschaft nicht.“ Stimmt.

ihm Siegen. Im alten Schlachthof an der Siegener Eintracht wird noch geschlachtet – aber nur beim türkischen Kollegen nebenan. Willi Pollmann verkauft hier Fleisch und Wurst, aber schlachten lässt er in Bad Berleburg. 30 Rinder nehmen die Metzger im ehemaligen Schlachthof Lückel jede Woche unters Messer. Sie kommen aus dem Sieger- und Sauerland, aus dem Wittgensteiner Land und den angrenzenden Gebieten. Oft von kleinen Betrieben und Nebenerwerbslandwirten. „Das ist die Fleischqualität, die ich mir vorstelle“, sagt Willi Pollmann. Das muss kein Biofleisch sein, aber die Qualität muss stimmen, findet er.

Edelfleisch? Eher nicht ...

Vom Trend zum Edelfleisch hält er wenig. „Für Wagyu-Rind hab ich hier im Siegerland die Kundschaft nicht.“ Stimmt. Bei 345 Euro pro Kilo Wagyu-Entrecôte wird es unterm Krönchen eng mit der Nachfrage.
Willi Pollmann mag es bodenständiger. „Ich verkauf nur das, was ich selbst mit Appetit essen würde.“ Da passt die gemächliche Gangart der kleinen Rinderzuchtbetriebe gut. „Manchmal rufen mich die Bauern an und fragen, ob sie die Schlachttiere schon abends bringen können. Morgens müssen die ja zur Arbeit.“

Kleine Betriebe, hohe Qualität

Für Pollmann kein Problem. Beim Schlachthof in Bad Berleburg gibt es einen Stall, da stehen die Tiere dann in aller Ruhe über Nacht, sodass das Schlachten morgens ohne Stress vonstatten geht. „Das ist mir am liebsten.“ Dass die Tiere von kleinen Betrieben kommen und nicht aus großen Industriemästereien, merke man an der Qualität: „Die haben noch mehr Stand im Fleisch“, sagt Pollmann.
Dass eines Tages Fleisch und Wurst nicht mehr gefragt sind, kann sich Willi Pollmann nicht vorstellen. Was in manchen hochverarbeiteten veganen Produkten so drin ist, sei doch für die Verbraucher kaum nachzuvollziehen, findet er. Deswegen ist für ihn die vegane Frikadelle keine Alternative zum echten Fleischgenuss.

Glückliche Rinder aus der Region

Fleisch-Direktvermarkter in Siegen-Wittgenstein

Im Kreis Siegen-Wittgenstein gibt es zahlreiche Landwirte und Jäger, die ihr Fleisch direkt vermarkten.

  • Angus-Hof Sohlbach –Netphen-Sohlbach: Rind
  • Beate Dietrich – Gernsdorf: Wild
  • Biohof Kämpfer –Unglinghausen: Rind
  • Biohof Kapplermühle –Wingeshausen: Rind, Geflügel, Schwein
  • Biohof Langenbach –Oberfischbach: Rind
  • Biohofladen Menns Meat –Hilchenbach-Oberndorf: Rind
  • Biohof Ohrndorf – Bühl: Geflügel
  • Biohof Scharf – Ferndorf: Rind
  • Biolandhof Eichenhof –Krombach: Rind
  • Edelkäserei Kalteiche –Wilgersdorf, Schaf, Ziege
  • Friedhelm Klein – Herzhausen:Rind, Geflügel, Kaninchen
  • Heidehof – Wemlighausen:Rind, Schwein, Geflügel
  • Hof Hertes – Weidenhausen: Schwein
  • Hof Numbach – Junkernhees: Rind
  • Hof Schneidemühle –Altershausen, Rind
  • Hof Schneider – Netphen-Salchendorf: Rind, Geflügel
  • Hof Simmelsbach –Netphen-Salchendorf: Rind
  • Hofladen Birkenhof – Wilgersdorf: Rind, Schwein
  • Sohlbach – Wilgersdorf:Rind, Schwein
  • Hofladen Irlenhof – Ferndorf:Rind, Schwein, Geflügel
  • Litzelhof – Benfe: Rind, Schwein, Lamm
  • Rentkammer Wittgenstein –Bad Berleburg: Wild
  • Schäferei Küthe – Meiswinkel:Schaf, Lamm
  • Schäferhof Scholl – Erndtebrück:Rind, Lamm
  • Sonnenhof – Wingeshausen:Rind, Schwein, Geflügel
  • Forstverwaltung der Stadt Siegen: Damwild aus dem Gehege/Tiergarten
  • Thomas Dreisbach – Heisberg: Rind
  • Volkholzer Hofladen unter der alten Linde – Volkholz:Rind, Schwein, Geflügel

Eine Übersicht über Direktvermarkter in der Region gibt der Kreis Siegen-Wittgenstein auf seiner Homepage (www.bit.ly/2Na4I0A)
Bei landwirtschaftlichen Direktvermarktern handelt es sich um Lebensmittelunternehmer, die ihr Vorhaben, Lebensmittel zu produzieren und zu verkaufen, bei der zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörde anzeigen müssen. In diesem Zuge kann der Direktvermarkter äußern, ob er auf der Homepage des Kreises angezeigt werden möchte. Die Lebensmittelunternehmen werden im Rahmen von Routine-Vorortkontrollen auf die Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Anforderungen überprüft, heißt es vom Veterinäramt des Kreis Siegen-Wittgenstein.

Aufgespießt: Fleischeslust Diesmal passt die Überschrift „Aufgespießt“ besonders gut, denn es geht um die Leckereien, die die Gabel aufspießt. Ein Stück rosa gebratenes Lammfilet, eine knusprige Hähnchenkeule oder auch eine zarte Scheibe Rinderzunge in Madeirasauce: Fleisch! Der Werbeslogan aus den 80ern „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“ ist aus dem Fernsehprogramm verschwunden. Stattdessen wirbelt medial das Trommelfeuer der vegetarischen Ernährung und ihrer Hardcore-Variante, des Veganismus. Durchdrungen von missionarischem Eifer übertreffen sich die überwiegend jungen Veganerinnen gegenseitig in der Raffinesse ihrer pflanzlichen Rezepturen. Alle Hüte ab, kann man nur sagen. Wirklich lecker, ich mag Linsencurrys und Gemüsebratlinge. Was nervt, ist nur der Anspruch des moralisch besseren Essens. Und die hochgezogenen Augenbrauen, wenn von Entenbrust und deftiger Haxe die Rede ist. Essen und essen lassen könnte doch die Devise sein. Aber die Deutschen machen, wie immer, alles besonders perfekt. So wird das Fleisch blitzschnell zum Politikum. Dabei lässt sich die Mehrzahl der Bürger die Fleischeslust nicht verderben. Sie greift weiter zu Steak, Schnitzel und Roulade. Man redet nur nicht so viel darüber. Gut ein Kilo Fleisch und Wurst isst jeder Deutsche pro Woche. Und das sollten die Pflanzenfreunde ihnen einfach gönnen.
Die Qualität von Fleisch und Wurst muss stimmen, ist Willi Pollmann überzeugt. Deshalb bevorzugt er das Fleisch von Tieren aus kleinen Betrieben (Symbolbild).
Willi Pollmann steht auf Fleisch. Beruflich und am eigenen Mittagstisch.
Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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