Rohden verlässt die Freusburg

Nicole Rohden wird die Freusburg Ende Mai verlassen.

thor - Gesucht wird ein neuer „Burgherr“ bzw. eine „Burgherrin“: Die bisherige Leiterin der Jugendherberge Freusburg, Nicole Rohden, scheidet auf eigenen Wunsch zum 31. Mai aus. Entsprechende Informationen der SZ wurden offiziell vom Deutschen Jugendherbergsverband Westfalen-Lippe bestätigt. Demnach wechselt Rohden zurück in die Hotellerie. Für eine eigene Stellungnahme war sie selbst nicht zu erreichen.

Vor sechs Jahren hatte die 47-Jährige den Posten hoch über dem Siegtal vom glücklosen Matthias Schramm übernommen. Mit ihr war auch ein neuer „Geist“ auf der Freusburg eingezogen. Schnell machte Rohden deutlich, dass sie ihre Rolle nicht als klassische Herbergsmutter, sondern eher als moderne Hotelmanagerin versteht. Entsprechend wurde auch das Angebot für die Gäste ausgebaut. Die Zahlen gaben ihr anfangs Recht: In den ersten beiden Jahren konnte die Zahl der Übernachtungen um jeweils 10 Prozent gesteigert werden. Vor allem viele Familien entdeckten die Freusburg für einen Kurzurlaub.

Für sich selbst hatte Rohden von Anfang an als ehrgeiziges Ziel ausgegeben, möglichst schnell wieder die Marke von 30 000 Übernachtungen zu knacken. Doch zuletzt war auf der Freusburg eine Stagnation zu beobachten, 27 000 Übernachtungen werden auch Rohden selbst nicht unbedingt glücklich gemacht haben. Bereits im vergangenen Jahr war die heimische Jugendherberge zur ersten „Sportburg“ in Deutschland erklärt worden, in diesem Jahr soll das neue Multifunktionsfeld angelegt werden, mit dem man sich zusätzlich für Vereine attraktiv macht. Dessen Einweihung wird Rohden nun nicht mehr vor Ort erleben.

Viel mehr als nur die inhaltliche Neuausrichtung der Burg dürfte den meisten aber im Rückblick die schleichende Entfremdung mit den Freusburgern in Erinnerung bleiben. Rohden hat dies zwar immer vehement bestritten und auf einige wenige Quertreiber geschoben, Fakt aber ist, dass das Verhältnis zwischen ihr und vielen Menschen bzw. Vereinen vor Ort zerrüttet war – bei allem Verständnis dafür, dass die Burg kein Allgemeingut ist, sondern ein Wirtschaftsbetrieb. Dabei hatte sie sich genau dieses gute Verhältnis vor sechs Jahren auf ihre Fahnen geschrieben. Zuletzt hatte sich die Feuerwehr massiv über die fehlende Kooperationsbereitschaft beklagt.

So dürften die Freusburger nun mit Argusaugen darauf schauen, wen der DJH-Landesverband als neue Leitung installiert. Eine zeitnahe Neubesetzung wurde jedenfalls angekündigt. Ein großes Gefühlschaos dürfte derweil bei den Damen der Tanz- und Theatergruppe der kfd Freusburg herrschen. Die werden Nicole Rohden kaum eine Träne nachweinen, allerdings fällt jetzt auch ein Großteil ihres jährlichen Karnevalsprogramms weg.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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