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Verbraucherzentrale warnt vor unseriösen Notdiensten
Rohrreinigung für 1600 Euro

Für eine Rohrreinigung hat ein Verbraucher 1600 Euro bezahlt.
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mir Siegen. Gerade in Pandemiezeiten haben die Verbraucherschützer zu tun. Jede Menge Sorgen und Nöte von der klassischen Dienstleister-Abzocke an der Haustür bis zum Dauerbrenner Corona-Pandemie. In der Summe waren das 2020 exakt 5151 Verbraucheranliegen mit 1521 Rechtsberatungen. Trotz zweimonatiger Schließung wegen der Pandemie. Ein gutes Resultat, 2019 waren die Zahlen minimal besser.

Julian Sturm, der Leiter der Siegener Verbraucherzentrale, hat 2020 den Sektor Freizeit als Nummer 1 aller Anliegen ausgemacht. Allein 24 Prozent der Anliegen rankten sich darum, vornehmlich rund ums Reisen: „Die Nerven der Menschen liegen blank, wenn ein Anbieter das Geld einer ausgefallenen Reise nicht sofort zurückzahlen will.“ In Coronazeiten ein vielfaches Thema.

mir Siegen. Gerade in Pandemiezeiten haben die Verbraucherschützer zu tun. Jede Menge Sorgen und Nöte von der klassischen Dienstleister-Abzocke an der Haustür bis zum Dauerbrenner Corona-Pandemie. In der Summe waren das 2020 exakt 5151 Verbraucheranliegen mit 1521 Rechtsberatungen. Trotz zweimonatiger Schließung wegen der Pandemie. Ein gutes Resultat, 2019 waren die Zahlen minimal besser.

Julian Sturm, der Leiter der Siegener Verbraucherzentrale, hat 2020 den Sektor Freizeit als Nummer 1 aller Anliegen ausgemacht. Allein 24 Prozent der Anliegen rankten sich darum, vornehmlich rund ums Reisen: „Die Nerven der Menschen liegen blank, wenn ein Anbieter das Geld einer ausgefallenen Reise nicht sofort zurückzahlen will.“ In Coronazeiten ein vielfaches Thema. Gerade nach der Corona-bedingten Pause im Mai 2020 habe er gemerkt, wie wichtig der persönliche Kontakt zu den Ratsuchenden sei. „Es gab sogar Leute am Telefon, die haben gesagt, wir warten lieber, bis ihr wieder aufhabt.“ Zugegeben, eine Art Kompliment.

Viele Anfragen wegen weltweiter Reisewarnung 

Die weltweite Reisewarnung am 17. März 2020 hat Sturm und sein Team überschwemmt mit Anfragen. „Zeitweise habe ich mich gefühlt wie im Reisebüro, täglich musste ich auf der Seite des Auswärtigen Amtes schauen, welche neuen Hinweise dazugekommen sind.“ Kein Geld zurück vom Veranstalter, das sei die häufigste Frage gewesen: „Es hat geholfen, hartnäckig zu bleiben“, sagt Sturm im Rückblick.

Wegen der Corona-Reisewarnungen haben die Verbraucherzentralen einen echten Ansturm erlebt.
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Aber auch ausgefallene Veranstaltungen oder geschlossene Fitnesscenter waren gefragte Themen. In dem Kontext bewährt, hat sich die Hotline zu Coronafragen, allein über diesen Draht kamen 719 konkrete Anfragen ins Haus der Verbraucherberatung in der Friedrichstraße.

Dienstleitungen aller Art, das sind die Klassiker unter den Konfliktthemen der Beratungsstelle. Als Dauerbrenner immer wieder dabei sind die Inkasso-Firmen bzw. dubiose Geldeintreiber aller Art.

Mehr Online-Handel wegen Corona-Schließungen

Die Corona-Schließungen haben die Kundschaft in den Online-Handel getrieben. Je mehr im Netz gekauft werde, desto mehr unseriöse Anbieter seien dort unterwegs, sagt Sturm: „2021 erwarten wir gerade hier einen starken Anstieg, allein in den ersten Monaten 2021 hat es bereits sehr viele Anfragen gegeben.“

Man mag es kaum glauben, Sturm hat die Notdienste als total aktuell ausgemacht. Die Tür fällt zu, das Abflussrohr ist verstopft, was ist zu tun? „Auf jeden Fall einen Dienstleister oder Handwerker vor Ort anrufen“, rät der Leiter der Siegener Verbraucherberatung. Leider werde oft nur vorgegeben, die Firma sei hier ansässig. Und später werde fleißig kassiert für eine Anfahrt von Gelsenkirchen aus. „Da ist Vorsicht geboten. Am besten unter Zeugen am Telefon vorher fragen, aus welchem Ort die Firma kommt und was die Anfahrt extra kostet.“

Keine Bar-Zahlung an Haustüren

Aktuell: Ein Mann aus Wilnsdorf brauchte eine Rohrreinigung, dafür musste er nach getaner 1600 Euro zahlen. Sturm: „Ein Anwalt kämpft für den Mann und sein Geld.“ Leistungen seien oftmals nicht nur überteuert, sondern nicht selten auch noch mangelhaft ausgeführt. Sturm rät, unter allen Umständen eine Bar-Zahlung an der Haustür zu vermeiden und eine klar formulierte Rechnung mit Firmenanschrift und sonstigen Daten zu verlangen.

"Ein Anwalt kämpft für den Mann und sein Geld."
Julian Sturm
Leiter der Beratungsstelle Siegen

Zum Online-Handel haben die Siegener Verbraucherberater eigens eine Umfrage gemacht. Online, versteht sich von selbst. 188 Menschen haben mitgemacht. 33 Prozent beklagten nicht eingehaltene Lieferzeiten. Sturm und seine Leute waren selbst betroffen, „die Sofa-Garnitur ist noch nicht geliefert worden“. Nachfristen setzen kann offenbar helfen. Bei vier Tagen regulärer Lieferzeit seien zwei Tage Nachfrist angemessen.

Im vergangenen Jahr wurden auch viele Fake-Masken auf den Markt gespült.
  • Im vergangenen Jahr wurden auch viele Fake-Masken auf den Markt gespült.
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Seit dem Beginn des Lockdowns verstärkt haben sich die Anfragen wegen Fake-Shops. Aber auch Fake-Tickets und Fake-Lotto sind ärgerliche Themen, die Verbraucher in der Friedrichstraße vorbringen. Sturm: „Fake-Masken aus China hat es natürlich auch gegeben. Mangelware eben.“

Zu oft suggerierten Plattformen im Internet Sicherheit, selbst für Shops aus China. Nochmals Julian Sturm: „Vorsicht, Vorsicht. Selbst Pay Pal bietet keinen Rundum-Schutz.“

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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