Corona-Pandemie führt zu Schwierigkeiten
Rufe der Geschäfte nach Öffnung werden lauter

Shopping während des Lockdowns: Eine Kundin begutachtet vor der Tür des Modehauses in Geisweid Hosen, ehe sie ihre Kaufentscheidung trifft.
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  • Shopping während des Lockdowns: Eine Kundin begutachtet vor der Tür des Modehauses in Geisweid Hosen, ehe sie ihre Kaufentscheidung trifft.
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  • hochgeladen von Jan Krumnow (Redakteur)

rege Siegen/Betzdorf. Einfach mal wieder shoppen, wie man es kennt und liebt. Diverse Läden aufsuchen, Jeans und Schuhe anprobieren, kaufen, glücklich sein, fertig. Nach der Shopping-Tour das Lieblingssrestaurant aufsuchen, gut dinieren, glücklich sein, fertig. Zum Abschluss ein „kühles Blondes“ in der Bar um die Ecke, klönen, glücklich sein, fertig. Noch ist es nur ein Traum, der Traum von der Rückkehr zur neuen Normalität, aber die Rufe nach einem Ende des Lockdowns für den Einzelhandel und die Gastronomie werden lauter. „Wir brauchen jetzt den Einstieg in den Ausstieg aus dem Lockdown“, sprach sich der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, am Donnerstag für eine rasche Öffnung ab dem 8. März aus.

Thomas Baumgarten: "Können das Leben nicht einstellen"

Auch Thomas Baumgarten, Inhaber vom Modehaus Geisweid, fordert die Politik zum schnellen Handeln auf, damit die lokalen Geschäfte wieder ein Licht am Ende des Tunnels sehen. „Wir haben jetzt genug Solidarität bewiesen und sind es leid. Es werden noch viele Wellen kommen, deshalb können wir das Leben nicht einstellen. Wenn wir nicht bald öffnen, sehe ich schwarz für die Einzelhändler im Kampf gegen Amazon und Co. Die Einzelhändler vor Ort und Restaurants müssen jetzt wieder öffnen, sonst gehen viele kaputt. Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben“, fordert der Mode-Verkäufer ein Ende des Corona-bedingt angeordneten Betretungsverbots für sein Unternehmen.
Dank treuer Stammkunden, „Winterschlussverkauf to go“, Online-Verkäufen, kostenlosem Lieferservice und weiterer Aktionen könnte Thomas Baumgarten noch mit einem blauen Auge durch die Pandemie kommen, wenn es denn bald weitergeht. „Ich bin seit 28 Jahren selbstständig, habe seitdem keine Woche Urlaub gemacht und bin dank der eigentlich für die Altersvorsorge zurückgelegten Reserven liquide.“ Bezüglich der staatlichen Hilfen äußerte er sich skeptisch, da man sich nicht sicher sein könne, doch wieder Geld(er) zurückzahlen zu müssen.

"Termin-Shopping" ab Montag in Rheinland-Pfalz

Während es in Nordrhein-Westfalen noch keinen Termin für das Ende des völligen Shutdowns gibt, biegt die rheinland-pfälzische Landesregierung im Schneckentempo auf die Öffnungsspur ein. Ab Montag dürfen Einzelhändler zum „Termin-Shopping“ öffnen. Es darf aber immer nur ein Hausstand das Geschäft betreten, und zwischen den Terminen müsse 15 Minuten Pause für Hygienemaßnahmen sein.
Besser als nichts, doch die Freude hält sich bei Christoph Burghaus, Geschäftsführer des gleichnamigen Modehauses in Betzdorf, in Grenzen: „Das ist letztlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. 2020 war ein verlorenes Jahr, 2021 fehlen uns auch schon wieder acht Wochen. Wir müssten und könnten viel mehr leisten, um wieder in gesundes Fahrwasser zu kommen. Die Idee des Termin-Shoppings ist ganz nett, aber wir haben eine Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern auf zwei Etagen, da sind 95 Prozent des Hauses leer, wenn man einen Kunden mit Begleitperson reinlässt.“ Acht bis zehn Termine pro Tag – das sei Schadensbegrenzung auf kleinstem Niveau, dennoch freue man sich über jeden Kunden.
Gleich doppelt Corona-gestraft ist Daniel-Patrick Jakob, der sowohl im Einzelhandel als auch in der Gastronomie unterwegs ist. Die staatliche Unterstützung wie November- und Dezember-Hilfe für die Gastronomie sowie das Überbrückungsgeld 3 helfen dem Inhaber des Weidenauer Fanshops und der Gaststätte „Zur Alten Post“ in Siegen, um wenigstens die Kosten decken und die Miete zahlen zu können. Er habe die Anträge im Hinblick auf mögliche Rückzahlungsforderungen aber mit Bauchschmerzen gestellt.
Onlineshop sowie Lieferservice spülen zwar etwas in die Kasse, doch ohne Stadionbesuche seien Trikots und Schals nicht so begehrt wie üblich. „Hinzu kommt, dass Ketten wie Real und Müller weiter Fanartikel verkaufen, während ich zulassen muss. Und im Internet bestellen die Leute eher bei Amazon oder Ebay als auf der Seite vom kleinen Fanshop in Siegen“, hofft Jakob auf eine zeitnahe Öffnungsstrategie, um dem Teufelskreis schnellstmöglich zu entkommen.

Autor:

René Gerhardus (Redakteur) aus Siegen

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