Rumänisches „Dorf“ abgerissen

 Container auf Container, vollbeladen mit Müll, werden aus dem Bereich des Siegberghangs abtransportiert. Zuletzt hatten in dem Quartier rumänische Bettlergruppen illegal gelebt. Foto: kalle
  • Container auf Container, vollbeladen mit Müll, werden aus dem Bereich des Siegberghangs abtransportiert. Zuletzt hatten in dem Quartier rumänische Bettlergruppen illegal gelebt. Foto: kalle
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kalle - Wer glaubt, nur im Hambacher Forst bei Aachen gebe es illegale Besetzungen im Wald, der hat sich getäuscht. Auch in der Krönchenstadt wurden von rumänischen Gruppen am Hang des Siegbergs Unterkünfte errichtet – darunter auch ein Baumhaus – die dort nicht hingehören. Lange hat die Stadt beide Augen zugedrückt. Die sanitären Anlagen fehlten gänzlich. Da lebte jeder Hund im Tierheim besser. Damit ist nun Schluss. Im Rahmen einer aufwendigen Aktion werden seit Wochenbeginn die illegalen Schlafgelegenheiten sowie Wohn- und Kochbereiche abgerissen und entsorgt. Es sind etwa 100 Kubikmeter Müll, die eingesammelt werden müssen und in Container gepackt werden, so die Stadt Siegen auf Anfrage. Danach werden die Container mit einem Kran aus dem Hangbereich gehoben. Auftraggeber der Räumungsaktion: das Grünflächenamt sowie das Ordnungsamt der Stadt Siegen. Eine einfachere Lösung den Müll zu entsorgen gab es nicht.

Das Gelände war bis vor wenigen Tagen noch die Heimat von rumänischen Frauen und Männern, die Tag für Tag im Bereich der Siegener Unterstadt als Bettler und Bettlerinnen ihrem „Job“ nachgehen und nach eigenen Angaben täglich zwischen 80 und 200 Euro einnehmen. Davon muss allerdings ein großer Teil an übergeordnete Drahtzieher des offenbar lukrativen Geschäfts mit der Bettelei abgegeben werden. Nach Angaben der städtischen Ordnungsbehörde hielt sich in den Baracken zwischenzeitlich eine unterschiedliche Anzahl an Personen (zwei bis fünf) auf. Deren weiterer Verbleib ist der Stadt Siegen nicht bekannt.

Doch entgegen den Besetzern im Hambacher Forst haben sich die Rumänen nach Hinweisen des Sozialamtes, dass das Gelände geräumt werde, von ganz allein und friedlich aus dem Staub gemacht. Sie sollen schon wieder eine andere illegale Unterkunft in Stadtnähe bezogen haben. Nun kann auch damit begonnen werden, dass die lange geplanten „Siegberggärten“ Realität werden. Sie gehören zum Gesamtpaket der Oberstadt-Erneuerungen. Die Gärten sollen sich zwischen Oberstadt und dem Areal Friedrichstraße erstrecken. Zwei steile Wege führen derzeit von der Unter- in die Oberstadt. Dabei müssen sogenannte dunkle Angsträume passiert werden. Die Planungen der Stadt Siegen sehen vor, dort kleine Aufenthaltsplätze zu realisieren. Weitergehend sei das Gelände nicht zu nutzen, so die Stadtverwaltung. Der Hang habe aber einen ökologisch-klimatischen Wert.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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