Rund 1000 Schüler weniger in Siegen

Schulentwicklungsplanung bis 2010/2011:

Albertus-Magnus-Schule läuft aus/Schulausschuss billigte weitere Umorganisationen

kk Siegen. Die demografische Entwicklung macht auch vor Siegen nicht halt. Immer weniger Kinder werden geboren. Diese Entwicklung zeigt mittlerweile Auswirkungen auf die Schullandschaft. Sinkende Schülerzahlen zwingen Verwaltung und Politik dazu, organisatorische Maßnahmen zu ergreifen. Nicht jeder Schulstandort kann erhalten bleiben.

Wie es mit Schülerzahlen, Bedarf und Standorten in der Krönchenstadt genau aussieht, ist der neuen Schulentwicklungsplanung 2006 bis 2011 zu entnehmen, die im gestrigen Schulausschuss von Stadtrat Steffen Mues und Fachbereichsleiterin Karin Körper vorgestellt wurde. Die Fakten sind ernüchternd: Im Planungszeitraum sprechen Prognosen dafür, dass die Schülerzahl im Oberzentrum um etwa 1000 abnimmt. Das Minus ist nicht auf alle Schulformen gleich verteilt. Besonders gebeutelt sein werden Grundschulen (etwa minus 500 Schülerinnen und Schüler) sowie die Hauptschulen (gut 300 Schülerinnen und Schüler weniger).

Daher wundert nicht, dass dem Gremium zuvorderst Maßnahmen im Grund- und Hauptschulbereich zur Entscheidung vorlagen. Bei den Grundschulen gibt es vor allem im nördlichen und im südlichen Stadtgebiet Überkapazitäten. So soll die Marienschule zum 31. Juli 2007 aufgelöst werden. Bereits in diesem Jahr war keine Eingangsklasse zustande gekommen. Die bestehenden Klassen werden der Geisweider Schule oder der Hüttentalschule im Klassenverband zugeteilt, oder die Eltern können sich für eine Schule im Schulbezirk oder für die Hammerhütter Schule als kath. Bekenntnisschule entscheiden. Über das Schicksal der Setzer Schule wird 2008 befunden. Für das Schuljahr 2007/08 zeichnen sich bislang zehn i-Männchen ab. Einen Hoffnungsschimmer bietet das Neubaugebiet am Steimel.

Im Süden sollen Eichertschule und Gilbergschule ab dem Schuljahr 2008/09 einen Grundschulverbund bilden. Die Eichertschule, der mittelfristig eine knappe Einzügigkeit prognostiziert wird und der 2007 bisher 20 Erstklässler ins Haus stehen, bleibt kath. Bekenntnisschule, wird aber Teilstandort der Gilbergschule. Problemfälle bleiben die Dreisbachschule sowie die Gosenbacher Schule, die beide in absehbarer Zeit einzügig werden, sowie die Burgschule mit ihren zwei Standorten. Drei weitere Offene Ganztagsgrundschulen sollen entstehen: an der Geisweider Schule, der Hüttentalschule und der Grundschule Kaan-Marienborn.

Zur Sache geht es auch bei den Hauptschulen. Sechs an der Zahl unterhält die Stadt Siegen. Ein Blick auf die prognostizierte Entwicklung besagt: Eine zweizügige Hauptschule wird bis 2010/11 überflüssig. Zur verwaltungsinternen Disposition standen anfangs sowohl die Albertus-Magnus-Schule, die Achenbacher Schule als auch die Winchenbachschule. Betroffen sein wird die Albertus-Magnus-Schule. Sie läuft ab 2008/09 binnen drei Jahren aus. Als ausschlaggebend für den Erhalt der Achenbacher Schule erwies sich die Stellungnahme der Jugendhilfe. Die Schule befinde sich im problematischsten Sozialraum Siegens, sei Bestandteil eines Netzwerks im Sozialraum und stütze die Hilfsstrukturen. Gegen die Albertus-Magnus-Schule sprach, dass nur knapp 58 Prozent der Schülerinnen und Schüler aus dem eigenen Einzugsbereich kommen. Die Schülerströme ließen sich deshalb leichter umverteilen. Die aufnehmenden Schulen sollen die komplexen Strukturen, die durch die Auflösung der Schule wegbrechen, ersetzen. Auch die Finanzen spielten bei der Entscheidungsfindung eine Rolle: Die Verwaltung veranschlagt bei einer Vermarktung der Albertus-Magnus-Schule einen Wert von 2,04 Mill. Euro. Bei der Winchenbachschule wären rund 1,58 Mill. Euro zu erwarten.

Anträge auf Einrichtung einer Ganztagshauptschule sollen für die Achenbacher Schule sowie für die Haardter-Berg-Schule gestellt werden. Auch die Pestalozzischule würde gerne gebundene Ganztagsförderschule werden.

Im Gymnasium Am Löhrtor, dem Gymnasium Auf der Morgenröthe sowie dem Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium stehen bauliche Veränderungen an. Das Abitur wird es künftig nach zwölf Schuljahren geben. Der Unterricht erstreckt sich bis in die Nachmittagsstunden, um das Pensum zu bewältigen. Deshalb müssen die Schülerinnen und Schüler vor Ort verpflegt werden können.

Die Schulentwicklungsplanung stieß auf einhellige Zustimmung. Nur der Bereich der Gesamtschulen wurde bei der Abstimmung ausgeklammert, da Michael Groß (Grüne) Bedarf an der Einrichtung einer dritten Gesamtschule sah.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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