Rundkurs kompakt, kompetent und kurzweilig durchlaufen

sob Langenholdinghausen. 750 Meter in zwei Stunden? In keinem Land der Welt würde das zur Olympia-Qualifikation reichen. In Langenholdinghausen aber war es gestern eine Meisterleistung. Exakt zwei Stunden – Langenholdinghausen rangiert eine Einwohnerklasse höher als Elsoff – hatte die Dorfgemeinschaft Zeit, der Landeskommission die Besonderheiten ihres Ortes auf einem 750 Meter langen Rundweg zu präsentieren. Und sie nutzte die Zeit: Kompakt, kompetent und kurzweilig fiel die Präsentation aus, zu der sich neben zahlreichen Bürgern auch Landrat Paul Breuer, Siegens Bürgermeister Ulf Stötzel, Heimatgebietsleiter Dieter Tröps und eine ganze Reihe weiterer Vertreter aus Politik und Verwaltung eingefunden hatten. Und »Hollekusse« wäre nicht »Hollekusse«, wenn der zuvor festgelegte Zeitrahmen auch nur um eine Minute über- oder unterschritten worden wäre. Keine Frage: Die Arbeit (= Kraft mal Weg) war wohlgetan, die Leistung erbracht.

Lange Vorreden gab es nicht, als die Bereisungskommission aus Elsoff an »Villäps« Weiher in Langenholdinghausen eintraf. Auch hier hatte sich nach dem SZ-Rundgang vor rund zwei Wochen noch einiges getan: Die ehemalige Betoneinfassung an dem vom Heimatverein restaurierten Wasserrad präsentiert sich mittlerweile mit Bruchsteinen verblendet. Ein weiterer Mosaikstein in der Dorfgestaltung ist mit Unterstützung der Stadt Siegen gesetzt.

Sieben Moderatoren hatte die aus 18 Vereinen, Gemeinschaften und Gruppierungen bestehende Dorfgemeinschaft aufgeboten, um der Kommission an verschiedenen Stationen die Besonderheiten der Dorfentwicklung und -gestaltung zu vermitteln. Begleitend verdeutlichten bebilderte Stellwände immer wieder, worauf es den Langenholdinghausenern besonders ankommt. Das lockerte auf, und der Rundgang wurde trotz der geballten Information nie langweilig.

Gut vorbereitet reichte die mit Lore Braach, Mechthild Bald, Annemarie Gieseler, Ernst-Otto Ohrndorf, Manfred Dornseifer, Kurt Pfennig und Frank-Hermann Müller angetretene 750-Meter-Staffel den Stab ohne Patzer weiter. Und letztlich erfuhr nicht nur die Kommission Neues. Dass es beispielsweise eine recht bedeutende Zahl von Obsthöfen gibt, 25 an der Zahl mit insgesamt 380 Obstbäumen (die musste der Kassierer zählen). Oder dass es 28 Anwesen in Langenholdinghausen gibt, deren Bausubstanz in die Zeit von 1500 bis 1800 zurückreicht. Und weitere zwölf aus den Jahren 1800 bis 1900. Stattlich auch die Zahl der Bauerngärten, 21 sind es, mit einem bunten Nebeneinander von Nutz- und Zierpflanzen. Neu angepflanzte Hausbäume, wasserdurchlässige Pflasterungen, die Entsiegelung und Begrünung von Flächen, die Trockenmauern an den Böschungen, die Rolle der Landwirtschaft mit fünf Vollerwerbsbetrieben, die Imkerei mit einem Jahresertrag von 14 Zentnern Honig und vieles, vieles mehr gaben Zeugnis davon, dass es der Dorfgemeinschaft nicht nur darum geht, Altes zu bewahren, sondern auch »der Zukunft nicht im Wege zu stehen«, wie es Bürgermeister Ulf Stötzel formulierte. Da passte es ins Bild, dass Hufschmied Hermann Schwarz seine Esse ordentlich befeuert hatte. Auch das machte deutlich: Hollekusse soll mit und durch die Pflege der Traditionen, des Ortsbildes und des nachbarschaftlichen Miteinanders ein lebendiges und lebenswertes Dorf bleiben. Und nicht etwa den Museumsdörfern Konkurrenz machen.

Als an der alten Schule mit einem konzertverdächtigen Geläut die Endstation erreicht war, dürfte dies der Kommission auch deutlich geworden sein. Leiterin Annegret Dedden und ihre Mit-Kommissionäre haben in den vergangenen Tagen so manche Rundreise mitgemacht, teils sogar auf dem Fahrrad, teils auch im Pferdewagen. »Zu Fuß«, so die Kommissionschefin gegenüber der SZ, »bekommt man aber den besten Eindruck.« Und weil man beruhigt nach Hause tragen kann, was man schriftlich hat, gab es zum Abschied noch einmal alles in Schrift und Bild zum Lesen und Schauen – freigebig, wie die Hollekusser nun einmal sind. Aber wer weiß? Vielleicht revanchiert sich die Kommission ja und zeigt sich bei der Punktevergabe ähnlich spendabel.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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