Salto totale in Siegen - Peter wieder Trainer

Sensation bei den „Sportfreunden”:

Vorstand entschuldigt sich bei Familie Peter - Heute Zusammenkunft mit den Spielern

sz Siegen. Um 20.29 Uhr gestern Abend war die Sensation perfekt, die in ganz Fußball-Deutschland nach einer Parallele suchen dürfte: 57 Stunden und 29 Minuten nach der Bekanntgabe der Beurlaubung von Trainer Ingo Peter gab Sportfr. Siegens Präsident Manfred Utsch gestern Abend auf einer erst um 19.50 Uhr einberufenen Pressekonferenz in seinem Privathaus in Eiserfeld bekannt, dass der alte Cheftrainer auch der neue ist! Neben Ingo Peter als Cheftrainer wird im übrigen auch der ebenfalls beurlaubte Co-Trainer Gerhard „Fanja” Noll mit sofortiger Wirkung seine Tätigkeit wieder aufnehmen.

Heute wird im Laufe des Tages eine Zusammenkunft mit den Spielern stattfinden, bei der es zu einer Aussprache zwischen Ingo Peter und der Mannschaft kommen soll, ehe der Coach mit der gezielten Vorbereitung auf das morgige Heimspiel gegen den Karlsruher SC beginnen wird. „Die Aufstellung hatte ich ja am Montag schon fertig”, warf der Coach bei der eilig zusammengetrommelten Pressekonferenz in Eiserfeld gestern Abend mit einem typischen Anflug von Ironie ein. Zur Ironie passt auch, dass die Spieler gestern Abend noch keine Einstimmung auf das Spiel erhalten hatten und dies morgen auch nicht sollten, da trainingsfrei ist - nun müssen sie zumindest nicht „umlernen”.

Um 15 Uhr hatte sich Trainer Peter gestern mit seiner Gattin Inge zu einem Gespräch bei Manfred Utsch in dessen Privatwohnung eingefunden. Neben einem Dialog unter „Männern und Frauen” sollte es in vorderster Linie auch um die Folgen der Trennung gehen, sprich um die Abfindung für den Fußball-Lehrer, der noch einen Vertrag bis 30. Juni 2003 besaß.

Vorstand am Abend mit eingebunden

Im Verlauf der folgenden Stunden scheinen die beiden Vordenker des Siegener Fußball-Modells intensiv die Vergangenheit und besonders die letzten Wochen aufgearbeitet zu haben. Gegen 18 Uhr wurden dann sowohl der Sportliche Leiter Rolf Bleck als auch der Geschäftsführende Vorstand mit dem Vorsitzenden Rolf Steinemann sowie den beiden 2. Vorsitzenden Alfred Bremen und Sven Wunderlich nach Eiserfeld zu weiteren Beratungen gebeten. Auch mit diesen habe ein offenes Gespräch stattgefunden, ehe man erkannt habe, schwerwiegende Fehler gemacht zu haben, die es zu korrigieren gelte.

In einer kurzen Mitteilung entschuldigte sich Präsident Manfred Utsch stellvertretend für den Vorstand bei Familie Peter aber auch im Allgemeinen, dass ihm Fehler unterlaufen seien (siehe nebenstehenden Wortlaut der Erklärung). Ingo Peter meinte in einer ersten Stellungnahme, dass dies auch ein Lehrstück dafür sei, dass man sich gründlicher überlegen solle, was man sage und nicht vorschnell aufgrund von einzelnen Aussagen oder gar Gerüchten Schlüsse ziehen solle. Dies gelte auch für die Medien.

Pikanterie am Rande: noch am Montag um 15 Uhr, also eine Stunde, bevor Präsident Manfred Utsch die Siegerländer Presse in seine Trennungsabsichten erstmals einband, saßen Peter und Rolf Bleck ahnungslos in der „Sportfreunde”-Geschäftstelle beisammen, um an einem neuen Drei-Jahres-Plan zu feilen. Wenige Stunden später, nach dem Training um 18 Uhr, teilte Peter der Mannschaft mit, dass man ein Konzept erarbeitet habe, dass auch den Notfall Abstieg mit einbeziehe, den es aber unter allen Umständen zu vermeiden gelte. Erst als die Besprechung mit den Spielern beendet war, trafen über Handys die ersten Meldungen über eine mögliche Trennung und eine gleichzeitig in der Firma Utsch laufende „Krisensitzung” ein, nach deren Ende als konkretes Ergebnis die Beurlaubung Peters feststand.

Konsequenzen für Spieler wahrscheinlich

Auf die Frage nach nunmehr möglichen Konsequenzen für Spieler, die sich offenbar in der vergangenen Woche gegen Peter ausgesprochen hatten und somit gewissermaßen die „Revolte” eingeleitet hatten, antworteten die Beteiligten gestern Abend noch ausweichend. Es ist aber mit Sicherheit anzunehmen, dass schon bald ein größeres Reinemachen beginnen wird. Die Tage des vielleicht kürzesten Interimstrainers des Jahres, Zorislav Jonjic, könnten dann wohl auch als Spieler beendet sein.

geo

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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