Satte Rabatte

 Sprachpuristen hassen es, der Einzelhandel setzt auf das Wort mit Signalwirkung: „sale“. Seit dem Ende von SSV (und WSV) hat der mit einem Anglizismus betitelte Schlussverkauf nichts an Attraktivität verloren. Archivfoto: ch
  • Sprachpuristen hassen es, der Einzelhandel setzt auf das Wort mit Signalwirkung: „sale“. Seit dem Ende von SSV (und WSV) hat der mit einem Anglizismus betitelte Schlussverkauf nichts an Attraktivität verloren. Archivfoto: ch
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ch - Der Sommerschlussverkauf hält sich hartnäckig in den Köpfen der Kunden, auch deshalb: Vom Gesetzgeber wurde der einst fixe Termin – letzte Juli-Woche, erste August-Woche – bereits vor Jahren abgeschafft, doch der Handel führt den nun inoffiziellen, freiwilligen wie gemeinsamen SSV am Ende der Sommersaison in schöner Regelmäßigkeit durch. Seit vergangenem Montag läuft die Rabattschlacht, bis zu 70 Prozent Nachlass sind drin.

Für die Unternehmen hat der Schlussverkauf nach wie vor eine wichtige Funktion: „Der ursprüngliche Zweck war ja, die Lager leer zu bekommen, damit Platz geschaffen wird für die neue Herbstware“, so Karina Brühmann vom Einzelhandelsverband Südwestfalen. Und dieser Zweck wird noch immer erfüllt. „Bestens sogar“, bestätigte Rüdiger Göbel von der Siegener Karstadt-Filiale. Der SSV sei in den letzten Tagen in jeder Hinsicht – mehr Umsatz, Räumung der Flächen – „besser gelaufen als der Schlussverkauf im Vorjahr“, berichtete Göbel. Vor allem Fashion, Bademoden für Frauen und Männer und Kinderbekleidung sind über die Ladentheken des Warenhauses gereicht worden – „dem sommerlichen Wetter sei Dank“, so Göbel.

Aber auch aus marketingtechnischer Sicht lohne sich der Rotstift-Abverkauf für den Handel noch immer, erklärte Karina Brühmann im Gespräch mit der SZ weiter. Denn die Kunden erwarteten einfach, dass die Ware gegen Ende der Saison günstiger werde. Brühmann: „Das ist Psychologie pur, viele wollen bei ihren Shoppingtouren einfach Schnäppchen ergattern.“ Gerade für den Handel in Oberzentren wie Siegen rentiere sich der SSV, denn in den Ferien strömten die Kunden aus dem Umland in die Innenstadt – um den Großeinkauf zu starten und den besten Nachlass mitzunehmen. Dabei locken die Händler schon das ganze Jahr mit Rabatten. Weit vor dem SSV gibt in der Regel den „Mid Season Sale“, davor den „Pre Season Sale“. Vor allem die Modebranche forciere den Ausverkauf mit mittlerweile acht Höhepunkten übers Jahr verteilt. Seit die Bundesregierung vor zehn Jahren die Wettbewerbsgesetze geändert und den offiziellen SSV abgeschafft hat, kann der Einzelhandel beliebig reduzieren.

Und er tut es auch. „Wir fahren gut mit dem Vorziehen des Abverkaufstarts in den Juni und dem Angebot eines finalen SSV, der an den gemeinsamen Schlussverkaufs angelehnt ist“, sagte etwa Patrick Homm, Center-Manager der City-Galerie in Siegen. Sowohl die Kundenfrequenz habe sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht wie auch die Kaufbereitschaft – und damit stimmen auch die Umsätze. Homm mit einem Augenzwinkern: „Während der WM war es etwas ruhiger, aber dann hat sich ein Glücksgefühl breit gemacht, von dem alle profitieren. Der SSV läuft sehr, sehr gut!“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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