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Geboren am 29. Februar
Schaltjahrkinder sind schon was Besonderes

Anna und Sebastian Rademacher feiern mit ihrem Sohn Emil künftig am 1. März Geburtstag. Ob es, wie von Freunden gefordert, alle vier Jahre dann eine große Party gibt? Mal sehen...
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  • Anna und Sebastian Rademacher feiern mit ihrem Sohn Emil künftig am 1. März Geburtstag. Ob es, wie von Freunden gefordert, alle vier Jahre dann eine große Party gibt? Mal sehen...
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tile Siegen. Von wegen alle Jahre wieder – Schaltjahrkinder kommen nur alle vier Jahre dazu, ihren (wahren) Geburtstag zu feiern. Zumindest in der Kindheit hilft dann auch der gutgemeinte Hinweis der Eltern nicht: „Dein Geburtsdatum ist ganz besonders.“ Besonders nervig, dürfte es dem einen oder anderen Heranwachsenden durch den Kopf gehen. Und klar müssen auch Mama und Papa liebevollen Spott und Scherze über sich ergehen lassen: „Da seid ihr aber günstig weggekommen“ oder „Dann alle vier Jahre aber eine große Party“. Diese und andere Frotzeleien ihrer Familie und Freunde hatten Anna und Sebastian Rademacher aber spätestens um 5.40 Uhr am frühen Samstagmorgen, als Sohn Emil gesund am 29. Februar das Licht der Welt erblickte, vergessen.

tile Siegen. Von wegen alle Jahre wieder – Schaltjahrkinder kommen nur alle vier Jahre dazu, ihren (wahren) Geburtstag zu feiern. Zumindest in der Kindheit hilft dann auch der gutgemeinte Hinweis der Eltern nicht: „Dein Geburtsdatum ist ganz besonders.“ Besonders nervig, dürfte es dem einen oder anderen Heranwachsenden durch den Kopf gehen. Und klar müssen auch Mama und Papa liebevollen Spott und Scherze über sich ergehen lassen: „Da seid ihr aber günstig weggekommen“ oder „Dann alle vier Jahre aber eine große Party“. Diese und andere Frotzeleien ihrer Familie und Freunde hatten Anna und Sebastian Rademacher aber spätestens um 5.40 Uhr am frühen Samstagmorgen, als Sohn Emil gesund am 29. Februar das Licht der Welt erblickte, vergessen.

Emil kam per Kaiserschnitt - aber pünktlich

Für die jungen Eltern aus Wenden ist es der zweite Junge. Und wie beim ersten Kind, Anton (fast zwei Jahre alt), war es für Mama Anna wieder ein Kaiserschnitt. Zwar hielt sich der Dreikäsehoch an den errechneten Termin (so durften die Freunde schon einige Monate vor der Geburt spötteln), wollte aber einfach nicht ins Becken rutschen. Der 54 Zentimeter lange und 3700 Gramm schwere Knirps ist eins von sechs Kindern – drei Mädchen und drei Jungen –, die an diesem Tag im Diakonie-Klinikum Jung-Stillung geboren wurden. Der „Große“ hat seinen kleinen Bruder noch nicht gesehen, er genießt die letzten Stunden als (gefühltes) Einzelkind bei Oma. Die erste Begegnung werde noch einmal spannend, hoffen die Eltern auf Liebe auf den ersten Blick. Mitte der Woche will sich die vergrößerte Familie dann zu Hause noch näher kennenlernen.

Ein paar Türen weiter schlummert ein kleines Mädchen im Beistellbettchen neben Darsika Piranjeeban. Auch für die Kreuztalerin war es die zweite Entbindung. Zunächst bleibt das Töchterchen noch ohne Namen, die Eltern haben sich noch nicht für einen entschieden. Der dürfte aber ebenso exotisch-schön werden wie der ihrer älteren Schwester Prithika, gerade 21 Monate alt. Mit 48 Zentimetern und 2800 Gramm ist „Prinzessin X“ noch eine zarte Maus, die um 1.15 Uhr schon zwei Tage früher als geplant aus Mamas Bauch wollte. Klar, dass das anstrengend ist – die SZ schleicht leise wieder aus dem Zimmer.

Anis erst in der Nachspielzeit rausgeschaukelt

Im St.-Marien-Krankenhaus (dort wurden drei Kinder, zwei Jungen und ein Mädchen am 29. Februar geboren) entscheiden sich Bajramsa und Abdula Osmani aus Freudenberg auch erst am Sonntag für einen Namen: Lejla heißt nun ihre kleine Tochter, die am zusätzlichen „Schaltjahrtag“ um 10.40 Uhr zur Welt kam. Mit zweitem Namen heißt sie Gülizare – wie ihre Oma, die sie gerade wickelt, während Opa Habib ganz verliebt auf sein zweites Enkelchen blickt. Das 53 Zentimeter lange und 3550 Gramm schwere süße Frätzchen war eine echte „Punktlandung“ und kam genau am errechneten Termin, verrät Papa Abdula grinsend.

Anders als Zimmernachbar Anis. Der junge Herr hatte zehn Tage auf sich warten lassen. Am Samstag wurde schließlich eingeleitet. Das Datum ist Papa Fouad Yadim egal: „Hauptsache gesund!“ Innerhalb von drei Stunden hat Mama Azziza das „propper Kerlchen“ (55 Zentimeter, 4340 Gramm) dann „rausgeschaukelt“, wie Pur-Sänger Hartmut Engler sagen würde. Die zehntägige „Nachspielzeit“ sind der strahlenden Siegenerin nicht anzumerken. Ganz begeistert vom kleinen Bruder ist auch Tochter Ronia. Die Fünfjährige hat das hübsche Bürschchen gleich ins Herz geschlossen.

Alle feiern künftig am 1. März Geburtstag

Alle Familien wollen künftig am 1. März Geburtstag feiern. Damit folgen sie übrigens der Gesetzeslage, denn im § 188 BGB ist festgelegt, dass Schaltjahrkinder nicht am 28. Februar, sondern erst am 1. März ein Jahr älter werden. Wäre das also geregelt. Muss wohl auch, schließlich sind sie „im Vakuum“ zwischen den beiden Daten geboren, wie eine Krankenschwester im „Stilling“ es so treffend wir augenzwinkernd beschreibt. So bleiben sie „ewig jung“, betont eine Kollegin lachend das im Grunde doch ganz Positive daran.

Schaltjahrkinder sind eben doch etwas Besonderes. Die SZ-Redaktion stößt auf Euch an – und dann in vier Jahren wieder. „Happy Birthday!“

Übrigens: Schaltjahre

Schaltjahre wurden eingeführt, um die Differenz zwischen dem Kalenderjahr und dem Sonnenjahr auszugleichen. Denn die Sonne umrundet nicht exakt in 365 Tagen die Erde, sondern in 365 Tagen, 5 Stunden und 49 Minuten. Damit dieses sogenannte tropische Jahr mit dem Kalenderjahr übereinstimmt, wird alle vier Jahre der 29. Februar hinzugefügt, mit dem das Jahr 366 Tage zählt. Bundesweit werden laut dem statistischem Bundesamt in Wiesbaden durchschnittlich 2040 Babys an einem Februartag geboren. Am Samstag dürften also hunderte Schaltjahrkinder das Licht der Welt erblickt haben.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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