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Lebensgefährliche Messerattacke an Kochs Ecke
Schizophrener Messerstecher freigesprochen

Ein 36-jähriger Siegener ist am Montag vom Siegener Landgericht freigesprochen worden.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

juka Siegen. Ein 36-jähriger Siegener, der am 28. August des vergangenen Jahres einem Mann an Kochs Ecke ein Messer in den Hals gestochen und dabei lebensgefährlich verletzt hatte - die Schlagader wurde damals nur knapp verfehlt - ist am Montag vom Siegener Landgericht freigesprochen worden.

Sami K.

juka Siegen. Ein 36-jähriger Siegener, der am 28. August des vergangenen Jahres einem Mann an Kochs Ecke ein Messer in den Hals gestochen und dabei lebensgefährlich verletzt hatte - die Schlagader wurde damals nur knapp verfehlt - ist am Montag vom Siegener Landgericht freigesprochen worden.

Sami K. wird dafür in eine Entziehungsanstalt und anschließend in eine Psychiatrie eingewiesen. „Das machen wir zum ersten Mal so“, erklärte Richterin Elfriede Dreisbach mit Blick auf die doppelte Einweisung. Bei Nichtbehandlung seien aber weitere Straftaten zu befürchten.

Angeklagter wollte sich nur wehren

Gutachter Dr. Brian Blackwell hatte während des Prozesses eine paranoide Schizophrenie beim Angeklagten diagnostiziert, in der Zeit der Tat habe es zudem einen starken Schub der Krankheit gegeben. „Es handelt sich auf jeden Fall um verminderte Schuldfähigkeit, eine Schuldunfähigkeit kann nicht ausgeschlossen werden“, stellte Dreisbach am Montag klar, daher sei es letztlich auch zum Freispruch gekommen.

Messerstecher seit Jahren Probleme mit Drogen

Ende August 2020 war K. mit einem Freund an Kochs Ecke auf eine kleine Gruppe anderer Männer getroffen, mit denen er in der Vergangenheit schon Probleme hatte. Schließlich griff der 36-Jährige, der bereits seit Jahren Probleme mit Drogen hat, zum Messer und stieß zu. Anschließend soll er zu seinem Begleiter geäußert haben: „Komm wir gehen, ich habe den getötet.“ Mit seinem Handeln habe er mindestens billigend in Kauf genommen, seinen Gegenüber tödlich zu verletzten, unterstrich Dreisbach.

„Komm wir gehen, ich habe den getötet“

An den damaligen Aussagen der Belastungszeugen gegenüber der Polizei ließ die Richterin keine Fragen aufkommen. „Sie hatten auch überhaupt keine Möglichkeit, sich abzusprechen.“ Sollte sich K. in der Entziehungsanstalt allerdings kooperativ zeigen und gute Fortschritte machen, stellte Dreisbach ihm in Aussicht, dass die anschließende Einweisung in eine Psychiatrie auch zur Bewährung ausgesetzt werden könnte.

Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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