Schlachthof-Verkauf bringt der Stadt Siegen über 450000 Euro ein

Morgen werden nichtöffentlich die Weichen gestellt:

Abschluss mit dort tätigen Fleischbetrieben angepeilt

mir/sz Siegen. In aller Stille soll morgen ein aktuelles und für die Öffentlichkeit wichtiges Stadt-Thema abgehandelt bzw. vorentschieden werden: der Verkauf des ehemaligen Schlachthofs auf der Hammerhütte an die dort tätigen beiden Firmen (deutsches Fleisch-Zerlegeunternehmen und türkischer Schlachtbetrieb). Nichtöffentlich liegt dem Stadtentwicklungsausschuss das »Paket« zur Beratung vor, entscheiden soll der Rat am 13. Dezember.

Finanziell bringt der Abschluss, so er denn zustande kommt, der Stadt Siegen eine Einnahme von über 450000 Euro. Der Schlachthof ist einer der zentralen Punkte des »Rahmenplans Hammerhütte«, gegen Ende des vergangenen Winters von der Stadtverwaltung präsentiert (inclusive allerlei Neubaupläne vom Bäcker, einer Restauration bis hin zu einem »Künstlerhaus«). In den Fraktionen gab es unterschiedliche Positionen vor allem zum Verbleib des türkischen Betriebs, eine Verlagerung innerhalb der Stadtgrenzen wäre manchem immer noch lieber gewesen.

Dem stand und steht das Bekenntnis der beiden kaufwilligen Betriebe zum jetzigen Standort gegenüber. Die deutsche Firma (14 Mitarbeiter) will mit dem Kauf ihre bisherigen Investitionen absichern und soll sich, so SZ-Informationen, vertraglich zu weiteren Sanierungsarbeiten an zurzeit leer stehender Gebäudesubstanz verpflichten. Den ursprünglich ermittelten Verkehrswert hat die Stadtverwaltung entsprechend gekürzt.

Anders die Lage beim zweiten, türkischen Käufer, der sein zehnköpfiges Unternehmen - wie berichtet - geänderten EU-Normen anpassen muss. Der an die Stadt Siegen zu entrichtende Kaufpreis ist der kleinere Teil der Maßnahme, der gesamte betriebliche Ablauf soll neu strukturiert werden. Ein Neubau gehört dazu, bisherige Container sollen entfernt werden. Kaufpreis plus angekündigte Investitionen ergäben ein Volumen im Millionenbereich.

Um dem türkischen Betrieb eine eigene Zufahrt zu ermöglichen, müsste eines der denkmalgeschützten Schlachthofgebäude abgerissen werden. Das Westfälische Amt für Denkmalpflege scheint keine Bedenken zu haben. Die Untere Denkmalbehörde als beigeordnete Instanz auch nicht, zumal sie identisch ist mit dem Verkäufer, der Stadt Siegen.

Sollte der Immobilien-Deal so klamm-heimlich eingetütet werden wie beschrieben, wären weitere Wunschprojekte vom Künstlerhaus bis zum Restaurant erst einmal vom Tisch. Kritiker bemängeln, dass städtebaulich dadurch keine Weiterentwicklung des Wohn- und Lebensquartiers Hammerhütte mitten in Siegen stattfinde. Außen vor bleibe auch die Frage, was mit der großen Freifläche geschehe. Nominell dient sie als Parkplatz-Reserve für die Siegerlandhalle. Praktisch ist sie jedoch ein Abladeplatz für allerlei Dinge.

Dass die Stadtverwaltung das Thema Schlachthof Hammerhütte wegen des Verkaufs nichtöffentlich einordnet, hat noch einen Nebeneffekt: Über das strittige Schächten mag zwar im Ausschuss geredet und geschimpft werden, aber hinter verschlossenen Türen bleibt die - womöglich interessierte - Öffentlichkeit davon unbehelligt.

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