Schlag gegen Darknet-Handel

Im Rahmen einer der größten Cybercrime-Ermittlungen weltweit ist ein Siegen-Wittgensteiner festgenommen worden. Foto: dpa
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dpa - Ermittlern in Europa und den USA ist der bisher größte Schlag gegen illegale Geschäfte im sogenannten Darknet, dem versteckten Teil des Internets, gelungen. Unter den Festgenommenen befindet sich auch ein Mann aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein.

Mit der Plattform AlphaBay sei die größte bisher bekannte Darknet-Vertriebsstruktur ausgehoben worden, sagte US-Justizminister Jeff Sessions am Donnerstag in Washington. Die Administratoren seien dingfest gemacht worden.

In Zusammenarbeit mit dem FBI legte die niederländische Polizei dann mit dem Marktplatz Hansa noch einen weiteren der größten illegalen Handelsplätze des Darknets still. Auf dem Hansa-Markt seien vor allem Drogen, Juwelen und gefälschte Waren gehandelt worden, teilte die Polizei am Donnerstag in Den Haag mit. Dieses Portal wurde offenbar von zwei Deutschen betrieben, wie die für Internetkriminalität zuständige Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main mitteilte. Ein 30-Jähriger aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein und ein 31-Jähriger aus Köln befänden sich seit 21. Juni in Untersuchungshaft. An den Ermittlungen waren auch Behörden in Bamberg (Bayern) und Sachsen beteiligt. Sie führen die Ermittlungen im Fall des Portals „LuL.to“, das Angebote zum illegalen Betrachten geschützter Inhalte, etwa bei Sportveranstaltungen im Fernsehen, anbietet.

Der Schlag gegen AlphaBay war dem FBI gemeinsam mit Ermittlern aus Kanada und Thailand bereits im Juni geglückt. Der Handelsplatz für Drogen, Waffen, gefälschte Dokumente und Kinderpornografie war geschlossen worden. Doch das hatten die Ermittler absichtlich geheim gehalten, um Nutzer auf den zu diesem Zeitpunkt bereits von der Polizei überwachten Marktplatz Hansa zu locken. Vier Wochen lang handelten die Kriminellen unter der Aufsicht der Fahnder ahnungslos weiter.

Im Fall von Hansa wurden neben den beiden Deutschen auch in den Niederlanden bereits eine unbekannte Zahl von Verdächtigen festgenommen. Dutzende Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet, sagte ein Polizeisprecher. An den Ermittlungen waren Polizeieinheiten in mehreren Ländern beteiligt, darunter in den USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Thailand, Kanada und Litauen. Es handele sich um „eine der größten und ausgefeiltesten Ermittlungen im Bereich Cybercrime in der Kriminalgeschichte“, sagte Europol-Direktor Rob Wainwright.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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