Nach Geburtstagsfeier in Kreuztal eskaliert Geschehen
Schlag mit Metallstange in Geschlechtsteile

Eine zertrümmerte Autoscheibe, Schläge auf die Schulter und mit einer Metallstange in den Intimbereich – vor dem Amtsgericht wurde ein kurioser Fall verhandelt.
  • Eine zertrümmerte Autoscheibe, Schläge auf die Schulter und mit einer Metallstange in den Intimbereich – vor dem Amtsgericht wurde ein kurioser Fall verhandelt.
  • Foto: sz-Archiv
  • hochgeladen von Marc Thomas

mick Siegen/Kreuztal. Da ist etwas ziemlich dumm gelaufen auf einer Geburtstagsfeier in Kreuztal am 3. Oktober 2020. Einer der Beteiligten fühlt sich schlecht behandelt, will die Party vorzeitig verlassen.

Seine Freunde haben Sorge, dass sich der inzwischen 19-Jährige betrunken ans Steuer setzt, wollen das Auto am Wegfahren hindern. Der Fahrer fühlt sich bedroht, es wird eine Scheibe eingeschlagen. Der Wagen macht einen Satz nach vorn, einer der Jungs liegt darunter, steht wütend wieder auf und schlägt auf das Auto ein. Sein Bruder ist erbost und besorgt, stößt den Fahrer zu Boden, schlägt gegen dessen Schulter. Das alles wird am Donnerstag im Amtsgericht wieder durchgekaut.

Da sitzt ein Trio (20, 19 und 18) auf der Anklagebank, der vierte aus dem Auto (auch 19) wird als Geschädigter im Zeugenstand sitzen. Oberamtsanwalt Benjamin Schneider wirft dem 19-jährigen Angeklagten vor, dem Geschädigten zunächst mit einem heißen Metallstab gegen die Geschlechtsteile geschlagen zu haben. Später habe dieser das Fenster an der Tür des Autos eingeschlagen.

Auf Motorhaube eingeschlagen

Der älteste des Trios wird beschuldigt, den früheren Freund erst in die Seite geboxt und ihn später mit einem Faustschlag gegen das Kinn niedergestreckt zu haben. Der jüngste Angeklagte schließlich soll auf die Motorhaube des Fahrzeugs eingeschlagen haben. Nachdem er umgefahren worden war. Die Erkenntnis nach der Beweisaufnahme: Alles war eher ein großes Missverständnis. Der Geschädigte hatte sich genervt und „ein bisschen gemobbt“ gefühlt, wollte sein Auto aber gar nicht weit fahren, nur umsetzen. Die anderen drei versuchten, ihn davon abzuhalten. Dass der dann überfahrene Angeklagte vor Wut auf die Motorhaube schlug, „kann ich verstehen“, sagt der Zeuge. Genauso nehme er es dessen Bruder nicht übel, dass er von diesem dafür umgestoßen und gegen die Schulter geboxt worden sei. Vom angeklagten Schlag gegen das Kinn weiß der Zeuge selbst nichts. Die heiße Eisenstange sei wohl eher im Spaß versehentlich gegen sein Bein geraten.

200 Euro an Konfliktschlichtungsstelle der Siegener „Brücke“

Am Ende stehen Einstellungen. Das Schlagen auf eine Motorhaube wird ohne Auflage eingestellt. Der ältere Bruder des Geschädigten muss für das Schubsen sowie den Schlag gegen die Schulter des Zeugen 300 Euro an den Sozialdienst kath. Männer zahlen. Der vergleichsweise größte Batzen wartet auf den dritten Angeklagten – der muss für den Schaden an dem Auto aufkommen und zusätzlich 200 Euro an die Konfliktschlichtungsstelle der Siegener „Brücke“ bezahlen.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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