Schlagabtausch nach Grillparty: Rosberg fordert Hamilton

Silverstone (dpa) - Mehr als eine Einladung zur Grillparty kann Lewis Hamilton bei seinem Formel-1-Heimspiel in Silverstone nicht von seinem Mercedes-Rivalen Nico Rosberg erwarten.

Dem gemeinsamen Barbecue der beiden Wohnmobil-Nachbarn am Abend dürfte am Wochenende beim Grand Prix von Großbritannien der nächste Schlagabtausch im Titelrennen folgen. «Das ist der Heim-Grand-Prix. Das ist der, den du gewinnen willst», sagte WM-Spitzenreiter Hamilton. Teamgefährte Rosberg konterte prompt: «Für mich ist es eine gute Phase in der Saison, da will ich weitermachen.»

Nur zehn Punkte liegt Titelverteidiger Hamilton in der Gesamtwertung vor dem Deutschen, der drei der letzten vier Rennen für sich entschied. Das jüngste Formhoch zeigte, dass sich Rosberg weder vom starken Saisonstart seines Silberpfeil-Kollegen noch von der Niederlagen-Serie in der Qualifikation aus der Spur bringen ließ. «Zweifel sind natürlich immer da, aber ich habe gelernt, sie zu überwinden», erklärte Rosberg.

Wie im Vorjahr ist der Zweikampf der Mercedes-Lenker das prägende Duell der Formel 1. Die Konkurrenz ist zumeist nur Staffage. Zu überlegen ist erneut das Auto des Werksteams. In allen acht Rennen standen Hamilton und Rosberg auf dem Podium, auch diese Zuverlässigkeit wirkt für die Verfolger zermürbend. Ferrari-Star Sebastian Vettel liegt nicht zuletzt wegen einiger Defekte schon 49 Punkte hinter Hamilton.

In Silverstone, nur wenige Kilometer von der Teamfabrik in Brackley entfernt, erwartet Rosberg erneut ein Mercedes-Festival. «Unser Auto ist gemacht für diese Strecke», sagte der 30-Jährige. Drohende Langeweile im WM-Kampf gehört nicht zu den Sorgen beim Branchenführer. «Es ist nicht unsere Aufgabe, den Sport aufregender zu machen», sagte Hamilton.

Der zweimalige Champion kann am Sonntag auch einen 45 Jahren alten Rekord seines Landsmanns Jackie Stewart löschen. 17 Grand Prix in Serie hat Hamilton wie einst Stewart inzwischen angeführt. Weitere Führungsrunden auf der zweitlängsten Strecke der Saison sind sehr wahrscheinlich, zumal Hamilton beim Kampf um den Sieg keine Verwandten kennt. «Ich würde nicht mal meinen Bruder gewinnen lassen», sagte der Vorjahressieger.

Einen Wunsch erfüllten ihm die Renn-Organisatoren schon. Nach der jüngsten Kritik Hamiltons an den aus seiner Sicht oft hässlichen Siegerpokalen erhielt er als erfolgreichster Fahrer des Vereinigten Königreichs eine schwere Silber-Trophäe. «So sollte ein Pokal aussehen. Das ist so wie Olympia-Gold, nicht aus billigem Kupfer», sagte Hamilton sichtlich begeistert.

Am Sonntag indes wartet wieder ein eher modernes Kunstwerk auf den Gewinner von Silverstone. In diesem Fall aber dürfte auch Purist Hamilton ein Auge zudrücken.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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