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Manche Autos dürfen vorfahren
Schlossplatz als Parkplatz?

Parken auf dem schicken Platz am Unteren Schloss? Das war vor Jahrzehnten gang und gäbe, ist aber nun verboten. Eigentlich. Denn wenn der Kreis seine Ausschusssitzungen im Friedrich-Schadeberg-Hörsaal abhält, stellen die Ausschussmitglieder ihre Autos unverdrossen vor der Tür ab. Die offene Schranke lädt dazu ein.
  • Parken auf dem schicken Platz am Unteren Schloss? Das war vor Jahrzehnten gang und gäbe, ist aber nun verboten. Eigentlich. Denn wenn der Kreis seine Ausschusssitzungen im Friedrich-Schadeberg-Hörsaal abhält, stellen die Ausschussmitglieder ihre Autos unverdrossen vor der Tür ab. Die offene Schranke lädt dazu ein.
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ihm Siegen. Die Zeiten, als die Karstadtkunden wie selbstverständlich mit ihren Autos auf den Platz am Unteren Schloss einbogen, um dort zu parken, sind seit vielen Jahren vorbei. Der Schlossplatz wurde saniert, lange bevor die Universität daran dachte, in die Stadt zu ziehen. Das Land förderte die Herrichtung des Platzes mit Millionen – die Bedingung aber war: kein Parkplatz mehr! Auch deshalb wurde seinerzeit das Karstadt-Parkhaus gebaut.

Daran erinnern sich offenbar nur noch wenige. Anders ist es kaum zu erklären, dass in den vergangenen beiden Wochen nachmittags der Schlossplatz wieder zum Parkplatz wurde – zumindest teilweise. Brav in Reih und Glied standen die Autos, während im schicken neuen Hörsaal im Karstadt-Gebäude die Ausschüsse des Kreises tagten.

ihm Siegen. Die Zeiten, als die Karstadtkunden wie selbstverständlich mit ihren Autos auf den Platz am Unteren Schloss einbogen, um dort zu parken, sind seit vielen Jahren vorbei. Der Schlossplatz wurde saniert, lange bevor die Universität daran dachte, in die Stadt zu ziehen. Das Land förderte die Herrichtung des Platzes mit Millionen – die Bedingung aber war: kein Parkplatz mehr! Auch deshalb wurde seinerzeit das Karstadt-Parkhaus gebaut.

Daran erinnern sich offenbar nur noch wenige. Anders ist es kaum zu erklären, dass in den vergangenen beiden Wochen nachmittags der Schlossplatz wieder zum Parkplatz wurde – zumindest teilweise. Brav in Reih und Glied standen die Autos, während im schicken neuen Hörsaal im Karstadt-Gebäude die Ausschüsse des Kreises tagten. Offenbar hatten die Ausschussmitglieder einen eleganten Weg gefunden, die lästige Parkplatzsuche in der City zu umgehen. Für sie ist die Schranke offen, sie können ihre Fahrzeuge auf der edlen Fläche abstellen.

Nutzungsrecht der Stadt Siegen

Von wem stammt die Erlaubnis, den Platz als Autoabstellfläche zu benutzen? Als erste äußerte sich die Stadt Siegen. Der Platz befinde sich im Eigentum des Landes NRW, berichtete Pressesprecherin Sabine Schutz. Mieter sei die Universität. Und für bestimmte Veranstaltungen habe die Stadt Siegen ein Nutzungsrecht. Vermieter sei dann die städtische Kulturabteilung.

Die Schranke, die normalerweise die Autos fernhalten soll, werde vom Personal der Uni bedient. „Einzelne Uni-Beschäftigte haben auch eine Parkberechtigung und können die Schranke mit Chip öffnen.“ Auch die Handwerker könnten mit ihren Fahrzeugen den Platz benutzen. Die Parkberechtigung erteile die Kulturabteilung der Stadt. „ Mit den Ausnahmen wird jedoch restriktiv verfahren, da die aufwändige Neugestaltung des Schlossplatzes ja nicht zuletzt dem Zweck diente, den Parkverkehr zu verbannen.“

Schlossplatz nicht als Parkfläche vorgesehen

Die Uni sieht die Sache so: Es sei richtig, dass die Universität den Schlossplatz gemietet hat – dieser werde aber von der Stadt bewirtschaftet. Das umfasse die Nutzung, also auch Instandhaltung, Winterdienst etc. Das Universitäts-Gelände beginne erst bei den Arkaden, sagte Pressesprecher André Zeppenfeld. „Die Schranke wird durch die Universität geregelt, um den Zugang zum Unteren Schloss im Bedarfsfall herstellen zu können (z. B. bei Lieferungen oder Handwerker-Tätigkeiten). Daher gibt es auch einen Kreis von Berechtigten, um z. B. die Post zuzustellen. Der Schlossplatz ist nicht als Parkfläche vorgesehen.“

Hat nun der Kreis Druck gemacht, um seinen Gremien eine komfortable Anreise zu ermöglichen? Stellv. Pressesprecherin Jana Schröder bestätigte, dass der Kreis mit der Uni eine Nutzungsvereinbarung abgeschlossen habe. Diese beziehe sich auf die Hörsaal-Nutzung, auf Sicherheitspersonal, Reinigung etc. Eingeschlossen sei auch, dass die Schranke geöffnet werde, damit dem Ausschuss und den Mitgliedern der Verwaltung kostenlose Parkplätze zur Verfügung stehen. Was der Kreis dafür zahlt, blieb allerdings im Dunkeln.

Uni rudert zurück

Immerhin: Die SZ-Recherchen haben womöglich einen Prozess Überdenkens in Gang gesetzt. Ein paar Stunden nach dem ersten Statement nämlich ruderte die Uni zurück: Die Nutzung des neuen Hörsaalzentrums müsse sich offenbar erst noch einspielen. André Zeppenfeld: „Dass Autos während der letzten Gremiensitzungen hier geparkt haben, hat sicherlich niemandem geschadet, war aber so nicht geplant – deshalb haben wir das intern noch einmal angesprochen. Es sollte nicht mehr vorkommen.“

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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