Schneeprofis spuren seit Jahren

Ohne Hilfe aus Lützel geht beim Biathlon auf Schalke nichts. Foto: Verein

js - Schneesicherheit gehört nicht gerade zu den Pfunden, mit denen das kleine Wintersportgebiet auf der Lützel punkten kann. Auch wenn der Lift in dieser Saison vor dem Jahreswechsel schon ein paar Tage schleppen konnte, so gehören bange Blicke auf die Wetterkarte und in den Himmel zum Tagesgeschäft der Ehrenamtlichen, die den Skibetrieb am Laufen halten. Optimismus, Einsatzbereitschaft und Freude am Wintersport – das sind die Pfunde, mit denen der kleine Verein durchaus wuchern kann. Gut, dass auch Profis das zu schätzen wissen – und nun schon viele Jahre auf die zuverlässige Unterstützung aus dem Hilchenbacher „Bergdorf“ setzen können. Beim Biathlon in der Schalke-Arena sorgte das Team um Helmut Treude zwischen den Jahren wieder für ausgesprochen telegene Loipen.

Zum 16. Mal schon waren die Lützeler engagiert worden, um im Gelsenkirchener Stadion die Wettkampfbahn der World-Team-Challenge im Biathlon auf Spur zu bringen. 23 tatkräftige Helfer sorgten „zwischen den Jahren“ für den Feinschliff an der Biathlonstrecke. Helmut Treude brachte seinen Bagger bereits vor den Weihnachtsfeiertagen nach Gelsenkirchen. Das Arbeitsgerät, das eigentlich im Garten- und Landschaftsbau im Einsatz ist, musste dafür zunächst einmal grundgereinigt werden. Braune Spuren im weißen Schnee würden sich schließlich nicht sonderlich gut machen bei einem Wettkampf, der nicht nur vor großem Publikum ausgetragen, sondern auch live im Fernsehen übertragen wird.

Ruhige Tage nach Weihnachten? Von wegen: Am 27. Dezember reisten sieben Personen für den Skiverein Lützel an. Morgens um 6 Uhr legten sie los mit den Vorarbeiten und fingen an, im Stadion die Strecke zu präparieren. Der emsige Trupp arbeitete mehr als 24 Stunden durch. Im Laufe der Nacht zum 28. Dezember kam Verstärkung – dann reisten die übrigen Helfer gut gelaunt und motiviert an. Sie halfen, die Strecke weiter im und um das Stadion herum fertigzustellen. Der Schnee, mit dem die Strecke präpariert wird, stammt stets aus der 80 Kilometer entfernten Skihalle in Neuss. Das Rohmaterial, das in mehreren Dutzend Lastwagenfuhren nach Gelsenkirchen geliefert wird, ist sehr roh und kantig – muss also per Muskelkraft und mit Schaufelhieben in Form gebracht werden. Ein harter Job, bei dem sich die Zusatzpfunde der Festtagsessen bestens abtrainieren lassen.

Um 11 Uhr machte sich Erleichterung breit, da die Strecke von den „oberen Herren“ abgenommen wurde. Bis 13 Uhr hatten die Siegerländer Schneeprofis Zeit zum Verschnaufen, bevor es wieder galt, die Wettkampfbahn als Streckenposten zu besetzen. Es musste immer darauf geachtet werden, dass in jeder kleinen Pause die Strecke wieder ausgebessert wurde. Nach der Veranstaltung und dem Abschlussfeuerwerk dürfte der Lützeler Delegation auch trotz 16-jähriger Erfahrung ein großer Druck genommen worden sein. Feierabend war damit aber noch lange nicht in Sicht, hieß es doch noch Werkzeug einsammeln, Zäune abbauen und den Rückweg in die Heimat antreten.

Für die Skibegeisterten war dies bereits der zweite Außeneinsatz in dieser Saison. Schon Anfang Dezember hatten Treude & Co. den Schnee beim „Big Air“-Snowboard-Springen in Mönchengladbach in Form gebracht. 16 Personen stark war das Team an der Schanze. Die Aufgabe dort war es, an der Rampe mitzuarbeiten und immer wieder Ausbesserungsarbeiten während des Wettbewerbs durchzuführen. Aufgrund der Witterungsverhältnisse mussten zudem Gehwege mit Split befestigt werden, damit auch die Zuschauer die Veranstaltung besser besuchen konnten. Auch bei den Dopingkontrollen waren die Lützeler eingeteilt.

Die Mühen haben sich auch in diesem Jahr ausgezahlt. Das Salär von Schalke kommt der Jugendarbeit im Westdeutschen Skiverband zugute, bei dem Helmut Treude das Referat Rollski leitet. Und auch die Jugendarbeit des Skivereins Lützel profitierte von den fleißigen Schneemännern und -frauen. Die Skihalle Neuss, Veranstalterin des Snowboard-Wettbewerbs in Neuss, bedankte sich mit einer großzügigen Spende, die in Lützel für den Nachwuchs vorgesehen ist. Und was ist mit Dezember 2018? Was soll schon sein? Die Termine an Rhein und Ruhr sind bereits notiert. So viel Schneesicherheit muss sein.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.