Schneider will mit Helios sprechen

 Susanne Schneider, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP im NRW-Landtag, will sich persönlich in die Gespräche mit Helios am Reha-Standort Bad Berleburg einschalten. Ein Thema dabei ist der geplante Stellenabbau. Foto: Martin Völkel
  • Susanne Schneider, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP im NRW-Landtag, will sich persönlich in die Gespräche mit Helios am Reha-Standort Bad Berleburg einschalten. Ein Thema dabei ist der geplante Stellenabbau. Foto: Martin Völkel
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vö - Susanne Schneider, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP im nordrhein-westfälischen Landtag, will sich in persönlichen Gesprächen mit den Helios-Verantwortlichen für die Zukunft des Gesundheitsstandortes Bad Berleburg mit seinen vielen hundert Beschäftigten einsetzen. Dies kündigte die liberale Politikerin am Mittwochabend bei der Veranstaltung „Dialog vor Ort“ der Bad Berleburger FDP im Hotel „Alte Schule“ an: „Und zwar noch vor den Sommerferien.“ Die Personalabbaupläne des Gesundheitskonzerns – die Belegschaft an den drei Reha-Kliniken soll um mehr als 50 Vollzeitstellen reduziert werden – bestimmten den Dialog mit dem Gast aus Düsseldorf.

„Das ist das Thema, das den Menschen hier seit Wochen unter den Nägeln brennt“, fasste es FDP-Ratsmitglied Rolf Schmerer zusammen. Dabei müsse man die Thematik eindeutig trennen: In das Akutkrankenhaus würden große Summen investiert. Dass Bad Berleburg ein MRT erhalte, sei für ein Krankenhaus in dieser Größenordnung nahezu sensationell. Auf der anderen Seite sei der Reha-Bereich mit großer Sorge zu betrachten: „Offenbar sollen wir hier einfach akzeptieren, dass alles wegbricht.“ In der Belegschaft kämen berechtigte Zweifel auf, ob dieser Arbeitgeber tatsächlich ein nachhaltiges Interesse daran habe, den Standort langfristig zu betreiben. An vielen Stellen müsse zumindest hinterfragt werden, ob alles unternommen werde, um Patienten für Bad Berleburg zu akquirieren.

Hier erhoffe sich die Belegschaft deutlich mehr politische Unterstützung. An diesem Punkt knüpfte auch Günther Hirschhäuser an: Der Gesundheitsstandort Bad Berleburg sei vor Jahrzehnten auch auf höchster politischer Ebene ausdrücklich gewollt gewesen. Dann müsse in Düsseldorf auch dafür gesorgt werden, dass die Unterstützung in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten gegeben sei: „Nur gute Worte allein helfen uns nicht weiter. Taten müssen folgen.“

Mehr und vor allem nachhaltige Unterstützung forderte auch Dr. Achim Grünther, Chefarzt an der Bad Berleburger Baumrainklinik, ein. Denn die Voraussetzungen am Gesundheitsstandort Bad Berleburg mit hervorragend ausgebildetem Personal, gefragten Fachärzten und der technischen Ausstattung seien sehr gut. Auf der anderen Seite machte Dr. Grünther aber auch deutlich, dass Helios in der Vergangenheit am Standort Bad Berleburg vielversprechende Chancen habe verstreichen lassen. Ratsmitglied Günter Schmidt machte eine Ursache darin aus, dass es im Management vor Ort eine schier unglaubliche Fluktuation an Verantwortlichen gegeben habe: „Das kann es nicht sein.“

Aus der Versammlung heraus kam die Information, dass bei Helios längst die Erkenntnis gereift sei, dass die Schließung der Herz-Kreislauf-Klinik vor drei Jahren einzig und allein ein großer Management-Fehler gewesen sei: „Man hat die in ganz Deutschland bekannte und anerkannte Kardiologie einfach platt gemacht.“ Ein anderer Diskussionsteilnehmer merkte an, dass Helios zwar im Akut-Bereich hervorragend unterwegs sei, dafür aber Defizite in der Reha unübersehbar seien: „Man kann das nicht miteinander vergleichen, auch nicht die Gewinnerwartungen.“ FDP-Landratskandidat Michael Enders wunderte sich über die schlechte Informationspolitik seitens des Konzerns. Ihm sei es absolut unverständlich, wie hier Mitarbeiterführung betrieben werde: „Ich habe das Gefühl, dass Ängste nicht ernst genommen werden.“ Mit diesen Ansätzen werde die FDP – mit Unterstützung von Susanne Schneider – das Gespräch mit Helios suchen.

Was brachte der Abend mit der FDP-Gesundheitssprecherin noch an neuen Erkenntnissen aus Düsseldorf? Susanne Schneider ging beispielsweise am Punkt Bürgerversicherung hart mit der rot-grünen Landesregierung ins Gericht: „Wir haben ein duales Gesundheitssystem, um das uns andere Länder beneiden. Eine Bürgerversicherung ist der völlig falsche Weg.“ Um die ärztliche Grundversorgung auch in ländlichen Regionen in Zukunft sicherzustellen, seien flexible Modelle erforderlich: Filialpraxen, Anreize für junge Ärzte oder auch Ärztebusse. Insgesamt sei das Thema medizinische Versorgung und Pflege, so Susanne Schneider, auch eine gesellschaftliche Aufgabe: „Die Wertschätzung von Ärzten und Pflegekräften muss wieder eine andere werden.“

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