„Schön, dass du mir geholfen hast”

Lindenbergschule richtete Montessori-Zweig ein – Vier retardierte Kinder integriert

Siegen. Ein Anfang ist gemacht. Seit Schuljahresbeginn gibt es an der Lindenbergschule einen Montessori-Zeig. Der umfasst erst einmal die 20 Mädchen und Jungen der Klasse 1a und soll in einem nächsten Schritt auf zwei Klassen ausgeweitet werden. Nicht nur die Anwendung der Pädagogik und Materialien nach Maria Montessori ist die Besonderheit des Unterfangens, für das sich das Kollegium der Grundschule unter Leitung von Ingrid Krämer entschieden hat. Die Materialien, die es in Stunden freier Arbeit den Kindern ermöglichen, gemäß ihres jeweiligen Lern- und Entwicklungsstands eigenständig oder in Gruppen zu arbeiten, werden bereits seit einiger Zeit eingesetzt. Neu ist allerdings das Bemühen, vier retardierte Kinder im Alter zwischen sechs und acht Jahren in die Klasse und den Unterricht zu integrieren.

Dass beide Seiten – behinderte und nicht behinderte Mädchen und Jungen – von der Kooperation, die einmal klassenübergreifend erfolgen soll, profitieren, davon ist die Schulleiterin überzeugt. „Alle können miteinander und auch voneinander lernen.” Eben jeder nach seinen Befähigungen. Dass auch die Integrationskinder gezielt gefördert werden, dafür sorgt eine Sonderschullehrerin, die wöchentlich 14 Stunden lang an der Lindenbergschule tätig ist.

Bereits bei der Anmeldung der I-Männchen gingen die Vertreterinnen der Schule in diesem Jahr auf die Eltern zu. Ihnen wurde das Konzept des geplanten Montessori-Zweigs erläutert. Auch ein Faltblatt war zur Stelle. Ingrid Krämer: „Den meisten Eltern war es egal, ob ihre Kinder in eine solche Klasse gehen.” Drei Elternpaare traten konkret mit dem Wunsch an Schule heran, ihre Sprösslinge sollten die Montessori-Klasse besuchen. Für ein Elternpaar sei es besonders wichtig gewesen, dass ihr Kind gemeinsam mit behinderten Gleichaltrigen unterrichtet werde.

Die Einstiegsphase ist geschafft. Die Mädchen und Jungen sind mit der Methode vertraut. Ein Besuch in einer Stunde freier Arbeit macht klar: Die Erstklässler sind konzentriert bei der Sache, arbeiten für sich, überwiegend aber gemeinsam mit anderen. Alle Schülerinnen und Schüler suchen sich die Aufgabe, die sie fordert und ihnen Spaß macht. Um Fortschritte zu erzielen, müssen die Pädagoginnen manchmal eingreifen, einige Kinder bei der Bewältigung schwierigerer Vorgaben an die Hand nehmen.

An einem Tisch werden die Sinne erprobt. Geruchspaare sind gesucht. Nebenan gilt es, aus Wörtern und Wortstücken Sätze aufs Papier zu stempeln. Lesen und benannte Gegenstände Namenskärtchen zuordnen, ist eine weitere Übung. Die Auswahl ist groß. Während der Stunden freier Arbeit wird mehrfach gewechselt. Dabei greifen die besseren Schüler den schwächeren durchaus unter die Arme. Ein „schön, dass du mir geholfen hast”, ist da schon mal zu hören.

kk

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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