Schule nimmt Stellung

sob Siegen. Mehr als fünf Wochen nach dem Vorfall hat jetzt das Gymnasium Am Löhrtor zu dem Angriff einer Schülerin auf den Schulleiter Stellung genommen. Wie von der SZ berichtet, hatte das Mädchen den Rektor am letzten Schultag vor Weihnachten attackiert und geschlagen. In einem „Offenen Brief“ bestätigt die Pressebeauftragte der Schule, Angela Schween-Ante, die Tätlichkeit. „Zunächst benötigten wir eine Zeit des Gesprächs und der Überlegung“, wird in dem Schreiben der Schule der relativ späte Zeitpunkt der Stellungnahme begründet.

Besorgte Eltern und Schüler hatten sich nach dem Vorfall an die Siegener Zeitung gewandt, um nähere Informationen über die Geschehnisse zu bekommen. Bei einer Anfrage wurden der SZ damals allerdings vom stellv. Schulleiter nähere Auskünfte verweigert. Ein weiterer Versuch, vor einer Veröffentlichung eine Stellungnahme der Schulleitung zu erhalten, scheiterte bereits bei der Kontaktaufnahme. Auch der von der SZ erbetene Rückruf blieb aus.

In dem „Offenen Brief“ wird der Siegener Zeitung nunmehr vorgeworfen, auf Grundlage „diffuser Informationen“ berichtet zu haben. Kritisiert wird von der Pressebeauftragten überdies, dass die Überschrift des Artikels („Mädchen verprügelte Direktor“) „dem Leser durchaus nahe legt, die Tätlichkeit sei zweiseitig gewesen“. Wie aus der Stellungnahme weiter hervorgeht, wurde mit dem Mädchen nach dem Vorfall zunächst ein Gespräch geführt und seine Familie informiert. „Erst als das Geschehen eskalierte, wurde die Polizei eingeschaltet.“

Eine Abweichung zwischen der Stellungnahme der Schule und den polizeilichen Erkenntnissen ergibt sich in der Frage nach der Verletzung des Schulleiters. Laut Schulleiter und Offenem Brief trug der Rektor keine Verletzungen davon. Laut polizeilicher Anzeige, die Grundlage für den SZ-Bericht war, wurde hingegen eine Verletzung am rechten Auge zu Protokoll gegeben. Das hat die Polizei-Pressestelle gestern auf nochmalige SZ-Anfrage erneut erklärt.

Die Polizei blieb gestern überdies dabei, dass das Mädchen nach den dort vorliegenden Unterlagen „weggelaufen und ermittelt worden ist“. Insgesamt, so Polizeisprecher Georg Baum, sei die Berichterstattung der SZ „aus polizeilicher Sicht sauber“ gewesen. Nicht korrekt war in dem seinerzeitigen SZ-Bericht allerdings die Aussage, dem Mädchen sei nach dem Vorfall eine Blutprobe entnommen worden. Tatsächlich handelte es sich nicht um eine Blutprobe, sondern um einen Bluttest, dessen Ergebnis damals einen Wert von 0,9 Promille ergab. Die Schülerin besucht mittlerweile nicht mehr das Löhrtor-Gymnasium.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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