Schule wird zum Notquartier

 Ein kleiner Farbtropfen im sonst eher tristen Gang – doch auch das bunte Kissen verschwand in einem Container. Die ehemalige Haardter-Berg-Schule wird ausgeräumt und für die Unterbringung von weiteren Menschen auf der Flucht vorbereitet. Fotos: Daniel Benfer Die Haardter-Berg-Schule wird für Flüchtlinge vorbereitet. 
  • Ein kleiner Farbtropfen im sonst eher tristen Gang – doch auch das bunte Kissen verschwand in einem Container. Die ehemalige Haardter-Berg-Schule wird ausgeräumt und für die Unterbringung von weiteren Menschen auf der Flucht vorbereitet. Fotos: Daniel Benfer Die Haardter-Berg-Schule wird für Flüchtlinge vorbereitet. 
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db - Am Mittwoch hatte die Stadt die Aufstockung der Plätze in der Weidenauer Notunterkunft von 200 auf 450 bekanntgegeben, am Donnerstag waren Mitarbeiter der Stadt gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern damit beschäftigt, die Flure, Räume und Klassenzimmer vorzubereiten.

Der Druck auf die Kommunen wächst, immer mehr Unterbringungsmöglichkeiten für Menschen auf der Flucht zu schaffen. Vor diesem Hintergrund geht die Stadt mit gutem Beispiel voran und sorgt mit der ehemaligen Haardter-Berg-Schule aktiv und aus freien Stücken für mehr Plätze. Nur, reichen werden auch diese zusätzlichen 250 Betten langfristig nicht. Die Suche geht also weiter. Noch kann die Stadt die Situation schultern, doch: „Es wird langsam eng“, sagt Bürgermeister Steffen Mues. Noch wehrt sich die Krönchenstadt dagegen, auch Turnhallen, die aktiv von Vereinen genutzt werden, zu nutzen. Doch auch der Bürgermeister weiß: Geht es mit den hohen Zuweisungszahlen so weiter, ist das zwangsläufig nur noch eine Frage der Zeit.

Eigentlich sollten auch die neuen Betten Donnerstagvormittag bereits eintreffen, doch Feuerwehrchef Matthias Ebertz und seine Mannen warteten zunächst vergeblich. Natürlich war das nur ein organisatorisches Detail, doch beschreibt es sehr gut die Situation, die die Kommune und ihre Mitarbeiter so langsam aber sicher an ihre Grenzen bringt. Oder eigentlich schon darüber hinaus. Ehrenamtler, Rettungskräfte, städtische Angestellte – sie alle sind derzeit aufs Äußerste gefordert, sind Tag und Nacht in Bereitschaft.

So chaotisch es auch regelmäßig ist, wenn spät in der Nacht unangekündigt Busse mit Asylsuchenden auf dem Haardter Berg ankommen oder angekündigte Flüchtlinge spontan doch nicht nach Weidenau gefahren werden: „Es funktioniert trotz allem“, sagt Fachbereichsleiter André Schmidt. Und das werde es auch, wenn ab kommender Woche 250 Menschen mehr dort untergebracht seien. Zwar werde es sicherlich bei der Unterbringung von so vielen Personen im Vergleich zur derzeitigen Ist-Situation einige Abstriche geben, doch die Betreuung bleibe qualitativ weiterhin gut. Klar sei aber auch: „Es wird unübersichtlicher.“

Sowohl in der Turnhalle als auch im ehemaligen Schulgebäude wird es Schlafplätze geben. Eine Aufteilung, z B. nach Religionen, hingegen nicht. Wenngleich die Verantwortlichen – wie bisher auch – darauf achten werden, Familien und Einzelflüchtlinge getrennt unterzubringen.  Die Asylsuchenden schlafen in den Klassenräumen – rund 25 Betten wird die Siegener Feuerwehr je nach Raumgröße dort aufstellen. Dann mit Sicherheit wieder mit tatkräftiger Unterstützung der Flüchtlinge, die sofort mit anpackten, wenn es nötig sei, so der Feuerwehrchef. Im Erdgeschoss gibt es Aufenthaltsbereiche mit Internet, um Kontakt zu Freunden und Familie halten zu können. Außerdem gibt es dort Kleiderkammern, einen Arzt und eine Kinderbetreuung. Die Essensausgabe wird in das Foyer hinein vergrößert und eine zweite Ausgabestelle eingerichtet, um Wartezeiten zu minimieren. Bereits eingerichtet sind außerdem eine Moschee und ein Deutsch-Raum. Daniel Benfer 

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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