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Maskenpflicht in der Schule fällt weg
Schulleiter setzen auf Freiwilligkeit

Die Masken der Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 13 der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule liegen nicht auf den Tischen, sondern verdecken weiterhin auch im Unterricht Mund und Nase. Das Abitur vor Augen, möchte keiner von ihnen derzeit auf Präsenzunterricht verzichten.
  • Die Masken der Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 13 der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule liegen nicht auf den Tischen, sondern verdecken weiterhin auch im Unterricht Mund und Nase. Das Abitur vor Augen, möchte keiner von ihnen derzeit auf Präsenzunterricht verzichten.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

yve/bw Siegen/Wenden. „Wir haben uns einfach daran gewöhnt“, sagen am Dienstag drei angehende Abiturienten fast gleichzeitig auf die Frage, warum sie jetzt noch freiwillig eine Maske tragen. Die Pflicht ist seit Dienstag passé, laut NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) aufgrund von durchschnittlichen Infektionszahlen derzeit „nicht mehr nötig“. Schüler könnten dazu nicht verpflichtet werden, weiterführende und berufsbildende Bildungseinrichtungen jedoch ein freiwilliges „Masken-Gebot“ aussprechen.
Maske freiwillig tragenDr. Mario Vallana, Schulleiter der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule Siegen, erhält am Montag gegen 16.30 Uhr die Kunde über das Ende der Maskenpflicht. Vor dem Unterrichtsbeginn führt ihn sein Weg daher an die Lautsprecheranlage der Schule.

yve/bw Siegen/Wenden. „Wir haben uns einfach daran gewöhnt“, sagen am Dienstag drei angehende Abiturienten fast gleichzeitig auf die Frage, warum sie jetzt noch freiwillig eine Maske tragen. Die Pflicht ist seit Dienstag passé, laut NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) aufgrund von durchschnittlichen Infektionszahlen derzeit „nicht mehr nötig“. Schüler könnten dazu nicht verpflichtet werden, weiterführende und berufsbildende Bildungseinrichtungen jedoch ein freiwilliges „Masken-Gebot“ aussprechen.

Maske freiwillig tragen

Dr. Mario Vallana, Schulleiter der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule Siegen, erhält am Montag gegen 16.30 Uhr die Kunde über das Ende der Maskenpflicht. Vor dem Unterrichtsbeginn führt ihn sein Weg daher an die Lautsprecheranlage der Schule. Er ruft dazu auf, die Mund-Nasen-Bedeckung weiterhin im Unterricht zu tragen. „Natürlich auf freiwilliger Basis“, so der Schulleiter im Gespräch mit der SZ. Er nennt den Schülern an diesem Morgen auch die Gründe, die ihn zu diesem „Morgenappell“ veranlassen. Die Infektionszahlen seien zwar rückläufig, aber das Coronavirus nicht gebannt. „Das Tragen der Maske ist auch ein Beitrag zum Schutz des persönlichen Umfeldes – der Eltern, der Großeltern.“
Zudem habe er darauf hingewiesen, dass schon eine Infektion im höheren Jahrgang eine Vielzahl an Personen nach sich ziehen würde, die in häusliche Quarantäne geschickt werde müssten. Betroffen an der Gesamtschule Siegen wäre dann der gesamte Jahrgang, schließlich wird durchmischt in Kursen unterrichtet.

Viele Schüler tragen weiterhin Mund-Nasen-Schutz

Auf den ersten Eindruck positiv bewertet Dr. Vallana das Verhalten der Gesamtschüler am Tag eins nach Ende der Maskenpflicht. Speziell der Abiturjahrgang zeige sich sehr verantwortungsbewusst und trage ganz selbstverständlich Maske, so der Schulleiter, gleichzeitig auch Landessprecher der Schulleitungsvereinigungen der Gesamtschulen NRW. „Die Schüler möchten ihr Abitur schaffen.“ Daher sei ihnen auch der Präsenzunterricht aktuell enorm wichtig. „Doch für das vierstündige Schreiben von Klausuren müssen wir noch eine Lösung suchen“, so Vallana. Angedacht ist das Lösen der Aufgaben in der Aula. Mit der aktualisierten Corona-Schutzverordnung kommt an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule auch dem „Mensa-Tütenkonzept“ eine neue Bedeutung zu. Bislang mussten die Schüler ihre Mahlzeiten draußen auf dem Schulgelände zu sich nehmen.„Das hat auch bisher gut funktioniert“, so Vallana. Doch das Wetter werde ja jetzt zunehmend schlechter. „Nun können die Schüler in aller Ruhe an ihren festen Sitzplätzen speisen.“ Die Klassensprecher holen die Kisten mit den Paketen für ihre Klasse direkt in der Mensa ab und verteilen sie.

Einige Schüler legen die Maske gerne ab

Julia Cruz Fernandez, Schulleiterin der Gesamtschule Wenden, hat sofort auf die Abkehr der Maskenpflicht reagiert und ihr Kollegium informiert. Großen Aufruhr habe es nicht gegeben. Beim Besuch in zwei Klassen sieht sie dann in Gesichter nicht nur mit Maske. „Die Schüler sind froh, sie auch mal ablegen zu können.“ Sie setzten sie ja ansonsten ganz automatisch auf. Auch jetzt, wenn sie ihren Klassenraum verlassen. Das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung sei ihnen sprichwörtlich in „Fleisch und Blut“ übergegangen. „Das funktioniert hier wie im Supermarkt.“
Auf dem Schulflur begegnen ihr am Dienstag zwei Mädchen. „Ich habe sie gefragt, ob sie es gut finden, dass sie ab sofort keine Maske mehr im Unterricht tragen müssen.“ Die prompte Antwort: „Wir tragen sie weiter.“ Aber zu wissen, sie auch mal abnehmen zu können, bewerteten die Schülerinnen doch als sehr beruhigend.

Umstrittene Maskenpflicht 

Umstritten ist die Maskenpflicht an der Clara-Schumann-Gesamtschule in Kreuztal. Fest steht aber, ein großer Teil der Schüler trägt am Dienstag keine Maske im Unterricht. Nur, wenn der feste Sitzplatz verlassen wird, das ist schließlich weiterhin gesetzlich vorgeschrieben.
„Die Schüler freuen sich“, erklärt Schulleiter Christian Scheerer. Die Maske werde als unbequem empfunden. „Das kann ich zum Teil auch verstehen.“ Eltern und Schulpflegschaft befürworten laut Scheerer indes eine Maskenpflicht an der Kreuztaler Gesamtschule. „Appellieren zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung können wir, aber dazu verpflichten niemanden.“

Eindämmung des Infektionsgeschehens

Auch an der Realschule Erndtebrück ist die Maskenpflicht aufgehoben, zudem ist keine Freiwilligkeit der gesamten Schulgemeinschaft vorgesehen, wie Schulleiterin Darjana Sorg erläutert. „Wir haben allerdings darauf hingewiesen, dass das Tragen einer Maske wesentlich zu der Eindämmung des Infektionsgeschehens beiträgt.“
So gilt auch am Johannes-Althusius-Gymnasium in Bad Berleburg: Niemand wird zum Tragen der Maske gedrängt, die Maskenpflicht bleibt nur auf den Verkehrswegen und dem Schulgelände, auch in den Pausen, bestehen. Im Einvernehmen sollen sich die Schüler darauf verständigen, ob sie freiwillig weiterhin ihre Maske im Unterricht tragen.
Das Kollegium am Städtischen Gymnasium in Bad Laasphe wirbt ebenfalls darum, dass Schüler die Masken freiwillig tragen. Steffen Roth, stellv. Schulleiter, betont aber auch: „Wer keine Maske tragen möchte, hat das gute Recht, dies zu tun.“

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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