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Afrikanische Schweinepest
Schutz vor gefährlicher Seuche

Schilder weisen in verschiedenen Sprachen darauf hin, dass Lebensmittel in Mülleimern entsorgt werden müssen.
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  • Schilder weisen in verschiedenen Sprachen darauf hin, dass Lebensmittel in Mülleimern entsorgt werden müssen.
  • Foto: Dirk Manderbach
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sp Eiserfeld.  Sie ist immer weiter auf dem Vormarsch – und sie wird vor allem von Schweinehaltern gefürchtet: die Afrikanische Schweinepest, kurz ASP. Mit unterschiedlichsten Mitteln und Maßnahmen soll verhindert werden, dass sich die für die Tiere meist tödlich endende Seuche aus dem Osten Europas unter anderem durch Lkw- und Reiseverkehr immer weiter ausbreitet. So weisen bereits seit einigen Jahren Schilder an den Autobahn-Parkplätzen in verschiedenen Sprachen darauf hin, dass Lebensmittelreste unbedingt in verschlossenen Müllbehältern entsorgt werden sollen, damit infizierte Nahrung nicht von Wildschweinen gefressen werden kann. Zusätzlich werden um Autobahn-Rastplätze Zäune aufgestellt, die verhindern sollen, dass das Schwarzwild dort auf Futtersuche geht.

sp Eiserfeld.  Sie ist immer weiter auf dem Vormarsch – und sie wird vor allem von Schweinehaltern gefürchtet: die Afrikanische Schweinepest, kurz ASP. Mit unterschiedlichsten Mitteln und Maßnahmen soll verhindert werden, dass sich die für die Tiere meist tödlich endende Seuche aus dem Osten Europas unter anderem durch Lkw- und Reiseverkehr immer weiter ausbreitet. So weisen bereits seit einigen Jahren Schilder an den Autobahn-Parkplätzen in verschiedenen Sprachen darauf hin, dass Lebensmittelreste unbedingt in verschlossenen Müllbehältern entsorgt werden sollen, damit infizierte Nahrung nicht von Wildschweinen gefressen werden kann. Zusätzlich werden um Autobahn-Rastplätze Zäune aufgestellt, die verhindern sollen, dass das Schwarzwild dort auf Futtersuche geht.

Rastplätze erhalten Zaun

Nach einer Ausschreibung des Landesbetriebs Straßen NRW waren jetzt die Rastplätze Krautseifen, Lindenberg (beide in Freudenberg), Eisernhardt, In der Hubach (beide in Eiserfeld) und Landeskroner Weiher (Wilnsdorf) an der A 45 an der Reihe und bekamen einen Zaun, um die Schwarzkittel fernzuhalten. Kürzlich wurden beispielsweise die Zäune an den beiden Parkplätzen In der Hubach (800 Meter) und Eisernhardt (850 Meter) errichtet – weit über die Ein- und Ausfahrten hinaus. Hermann Fleck vom Landesbetrieb Straßen NRW (Autobahnniederlassung Hamm) erklärte, dass der Zaun dort bewusst bis zu der Unterführung gebaut worden sei, damit die Tiere diese nutzten und nicht die Autobahn querten oder „auf die Idee kommen, um die Ecke zu laufen“.  Der Zaun besteht aus einem verzinkten Draht und Maschen, die nach unten hin enger werden, damit auch kleinere Tiere wie Hasen oder Füchse nicht durchlaufen. In Freudenberg müsse der Zaun statt 1,60 Meter 2 Meter hoch sein, damit auch Rotwild nicht darüber komme, sagte Fleck. Außerdem seien die Zäune zwischen den Pfosten im Boden verankert und mit einem sogenannten Wühldraht versehen, damit die Wildschweine sich nicht unter der Barriere durchgrüben. Bei neuen Parkplätzen seien die Zäune bereits mit eingeplant, bei den älteren wolle man jetzt aufrüsten. Allerdings sei es nicht möglich, die Autobahn vollständig einzuzäunen, so Fleck. Die Kosten für den Zaunbau liegen bei etwa 23 bis 28 Euro pro laufenden Meter und werden von Straßen NRW übernommen – allein für die beiden Rastplätze in Eiserfeld ergibt sich hier eine Summe von rund 40 000 Euro. Für die Pflege und den Erhalt sei ebenfalls der Landesbetrieb zuständig, gab Fleck an. Aber auch die zuständige Autobahnmeisterei in Freudenberg kontrolliere und könne mögliche kleinere Schäden beheben. 

Export von Schweinefleisch bei Ausbruch gefährdet

Auf Nachfrage teilte das Veterinäramt des Kreises Siegen-Wittgenstein mit, welche Folgen der Ausbruch dieser Tierseuche bei einem Wildschwein hätte: Um den Fundort würde zunächst eine „dezente Kadaversuche“ stattfinden, um festzustellen, ob noch weitere tote Tiere gefunden würden. Im Anschluss würden sogenannte Restriktionszonen um den Fundort eingerichtet. Für die hiesigen Schweinehalter, die ihre Schweine zumeist für den Eigengebrauch halten und regional schlachten lassen, hätte der ASP-Ausbruch beim Wildschwein keine existenzbedrohenden Auswirkungen. Sofern die Tiere außerhalb dieser Restriktionszone lebend vermarktet werden sollen, bedürfe es hierfür einer klinischen Untersuchung und Blutprobenentnahmen, so das Veterinäramt weiter. Aber die Behörde teilte auch mit, dass „eine Infektion eines Wildschweines erhebliche Handelsrestriktionen für ganz Deutschland zur Folge“ hätte. „Der Export von Schweinefleisch würde unmittelbar zum Erliegen kommen.“

Vorrangig Haltung in Nebenerwerbsbetrieben

Im Kreis Siegen-Wittgenstein werden zurzeit ca. 700 Schweine in 112 Betrieben gehalten. Hierbei handelt es sich um Hobbyhaltungen und vorrangig Nebenerwerbsbetriebe mit durchschnittlich sechs Schweinen pro Haltung.

Schilder weisen in verschiedenen Sprachen darauf hin, dass Lebensmittel in Mülleimern entsorgt werden müssen.
An den Rastplätzen In der Hubach (im Bild) und Eisernhardt wurde nachgerüstet und weit über die Ein- und Ausfahrten hinaus Wildzäune aufgestellt, die verhindern sollen, dass Wildschweine weggeworfene Essensreste fressen.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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