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SZ-Interview-Serie zum Jahreswechsel (7) - Andrée Jorgella, IG Metall
Schwarzmalerei ist nicht angesagt

Die IG Metall Siegen ist sich sicher: Das Instrument der Kurzarbeit hat sich während des Corona-Lockdowns einmal mehr bewährt.
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  • Die IG Metall Siegen ist sich sicher: Das Instrument der Kurzarbeit hat sich während des Corona-Lockdowns einmal mehr bewährt.
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ch Siegen/Bad Berleburg. Auch wenn es zwischendurch, vor dem zweiten Lockdown, manchmal einen anderen Anschein gehabt haben mag – an der Gefahrenlage hat sich nichts geändert: Das Risiko, mit dem Coronavirus angesteckt zu werden, ist nach wie vor da; die Gefahr, auch am Arbeitsplatz an der Lungenkrankheit Covid 19 zu erkranken, ist sehr hoch.
„Elementar ist und bleibt deshalb, das Infektionsrisiko hier, aber auch in allen anderen Lebensbereich zu minimieren und die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen zu schützen“, so Andrée Jorgella, erster Bevollmächtigter der IG Metall Siegen. In vielen Betrieben zwischen Burbach und Bad Laasphe gelinge das gut – aber das fällt nicht vom Himmel.

ch Siegen/Bad Berleburg. Auch wenn es zwischendurch, vor dem zweiten Lockdown, manchmal einen anderen Anschein gehabt haben mag – an der Gefahrenlage hat sich nichts geändert: Das Risiko, mit dem Coronavirus angesteckt zu werden, ist nach wie vor da; die Gefahr, auch am Arbeitsplatz an der Lungenkrankheit Covid 19 zu erkranken, ist sehr hoch.
„Elementar ist und bleibt deshalb, das Infektionsrisiko hier, aber auch in allen anderen Lebensbereich zu minimieren und die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen zu schützen“, so Andrée Jorgella, erster Bevollmächtigter der IG Metall Siegen. In vielen Betrieben zwischen Burbach und Bad Laasphe gelinge das gut – aber das fällt nicht vom Himmel. „Es ist Verdienst und Erfolg der betrieblichen Akteure, konsequent wirksame Schutzmaßnahmen vorangetrieben, entsprechende Vereinbarungen verhandelt und eine Vielzahl von Maßnahmen für einen effektiven Gesundheits- und Infektionsschutz durchgesetzt zu haben“, betont der Gewerkschafter Jorgella im Gespräch über die Pandemie mit der SZ. Und nicht nur das: Einmal mehr, so Jorgella, der von Schwarzmalerei nichts hält, habe sich das Instrument der Kurzarbeit bewährt.
Herr Jorgella, welche einschneidenden Erfahrungen nehmen Sie aus den vergangenen Monaten der Pandemie mit?

  • Das Thema Digitalisierung, zu dem man jetzt gezwungen wurde, ich meine damit Zoom- oder MS-Teams-Meetings, hat gezeigt, dass man für viele Dinge diese Instrumente gut nutzen kann. Es ist aber auch festzustellen, dass der Kontakt mit den Menschen dann doch sehr schnell verloren geht. Gewerkschaft hat immer auch was mit sozialer Nähe und nicht mit sozialer Distanz zu tun.

Wie groß ist der Corona-Schaden insgesamt für die IG-Metall-Mitglieder aus regionaler Sicht?

  • Für die IG-Metall-Mitglieder gibt es wie für alle anderen Menschen auch erhebliche Einschränkungen in finanzieller Hinsicht, aber auch im privaten Bereich. Von größeren Entlassungswellen sind wir bis jetzt noch verschont geblieben.

Wie beurteilen Sie in diesem Zusammenhang das Instrument der Kurzarbeit aus Arbeitnehmersicht?

  • Wir haben uns als IG Metall sehr stark dafür eingesetzt, dass es eine Kurzarbeiterregelung gibt, die auch von den Unternehmen in Anspruch genommen werden kann. Und auch sehr stark für eine Verlängerung der Kurzarbeiterregelung. Damit konnten wir die Menschen in den Betrieben halten und ein Stück soziale Sicherheit schaffen.

Welche besonderen Herausforderungen wird die pandemische Lage für die Metallbranche im Corona-Jahr 2021 aus Ihrer Sicht bringen?

  • Es hängt maßgeblich davon ab, wann wieder mit normalen Auftragsbeständen in den Betrieben gerechnet werden kann. Sollte dies frühzeitig im Jahr der Fall sein, glaube ich, werden wir mit dem Instrument der Kurzarbeit einiges regeln können. Sollte das Ganze noch länger andauern, müssen wir tarifvertragliche Instrumente weiter handhaben, um die Arbeitsplätze sichern zu können.

Wie wird sich mittelfristig die Arbeit für die Beschäftigten, angetrieben durch den Druck aus den Bereichen Corona und Digitalisierung, verändern?

  • Corona wirkt aus meiner Sicht auf die Digitalisierung wie ein Beschleuniger. Viele Dinge werden jetzt in viel kürzerer Zeit umgesetzt. Dadurch entsteht bei den Beschäftigten auch ein Qualifikationsbedarf, der möglichst schnell abgedeckt werden muss, damit die Veränderung in den Betrieben auch geschafft werden kann.

Wie schwer werden die nächsten Monate für junge Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchen?

  • Unsere erste Herausforderung hier ist, die jungen Menschen in den Betrieben zu behalten. Das heißt, die Übernahme nach der Ausbildung muss Mittelpunkt unserer Anstrengungen sein. Es kann nicht sein, dass wir vor zwei, drei Jahren noch von einem Fachkräftemangel gesprochen haben und jetzt die gerade ausgebildeten Menschen ohne Berufserfahrung auf den Arbeitsmarkt stellen. Und denen, die in die Ausbildung gehen wollen, müssen wir auch diesen Weg eröffnen. Es darf keine verlorene Corona-Generation entstehen. Hier sind Arbeitgeber und auch die Gewerkschaften in der Pflicht, Lösungen dafür zu finden.
Die IG Metall Siegen ist sich sicher: Das Instrument der Kurzarbeit hat sich während des Corona-Lockdowns einmal mehr bewährt.
Andrée Jorgella, IG Metall.
Autor:

Christian Hoffmann (Redakteur) aus Siegen

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