Schwere Suche nach einem Zuhause

Dank engagierter Helfer kann Volker Schäfer aufatmen (v. l.): Kai Schütz, Rotkreuzleiter DRK Niederschelden, Stefanie Junghans und Michael Gieseler vom Ambulant Betreuten Wohnen, Martin Lauffer, Geschäftsführer Kreisbahn Siegen-Wittgenstein. Foto: Diakonie
  • Dank engagierter Helfer kann Volker Schäfer aufatmen (v. l.): Kai Schütz, Rotkreuzleiter DRK Niederschelden, Stefanie Junghans und Michael Gieseler vom Ambulant Betreuten Wohnen, Martin Lauffer, Geschäftsführer Kreisbahn Siegen-Wittgenstein. Foto: Diakonie
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sz - Lautlos schleicht die Katze im Wohnzimmer über den Laminatboden und springt mit einem Satz auf die Couch. „Wir haben zwei Katzen, aber die hier kann mit mir nichts anfangen, die beschäftigt sich lieber mit meiner Tochter“, sagt Volker Schäfer mit einem leichten Schmunzeln. Der 43-Jährige und seine 18-jährige Tochter haben sich in ihrer neuen Wohnung in Weidenau gut eingelebt. Dass sie und ihre beiden Hauskatzen heute ein Dach über dem Kopf haben, war vor kurzem noch ungewiss. Nachdem ihm sein Vermieter wegen Eigenbedarf gekündigt hatte, suchte er mehr als acht Monate vergeblich nach einer neuen Wohnung, stand kurz vor der Räumungsklage.

Volker Schäfer leidet an Multiple Sklerose (MS), einer chronisch-entzündlichen Krankheit, die das zentrale Nervensystem befällt. Die Suche nach einer bezahlbaren, behindertengerechten Wohnung in Siegen ließ ihn schier verzweifeln. Schließlich wendete er sich an die Wohnungslosenhilfe der Diakonie, die ihn in das „Ambulant Betreute Wohnen“ aufnahm. Dank Sozialpädagogin Stefanie Junghans fand er dann nach langer Suche ein passendes Zuhause.

Die Wohnungslosenhilfe unterstützt Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen oder bedroht sind. Hilfesuchende werden umfassend beraten sowie bei Alltagsfragen und bei der Organisation des Haushalts unterstützt. Der Fall von Volker Schäfer war für Stefanie Junghans eine besondere Herausforderung. „Wir hatten eine Menge Vorarbeit“, erinnert sich die Sozialpädagogin. „Die Wohnung musste nicht nur behindertengerecht sein, also ebenerdig und barrierefrei, sondern auch zentral liegen, damit die Tochter gut zur Schule kommt. Außerdem waren Größe und Preis vom Amt vorgegeben. Das machte die Suche nicht leichter.“ Volker Schäfer ärgert sich über das Angebot behindertengerechter Wohnungen: „Die sind entweder dermaßen teuer oder sie existieren einfach nicht.“

Nach etlichen Telefonaten mit Behörden und Anfragen bei verschiedenen Wohnungsgenossenschaften gab es durch eine Wohnungsanzeige endlich ein Licht am Horizont. Der Umzug in die neue Wohnung stellte sich als die nächste große Hürde heraus. Doch auch hier konnte Volker Schäfer auf tatkräftige Hilfe zählen. Durch die Internetseite „Verein gegen Armut Siegen“ wurden Kai Schütz und seine Kollegen vom Deutschen Roten Kreuz in Niederschelden auf die Wohnungssuche aufmerksam. Mit acht Kollegen übernahmen sie den kompletten Umzug sowie den Krankentransport.

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