SZ

Inklusion soll für jedes Kind erreichbar sein
Schwerpunkte für gemeinsames Lernen

Gemeinsames Lernen ist seit Jahren der Regelfall in Nordrhein-Westfalen – dass die Stadt Siegen jetzt 15
ihrer 17 Grundschulen mit Förderschwerpunkten ausweist,
ist im Grunde nur eine Formalität.
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  • Gemeinsames Lernen ist seit Jahren der Regelfall in Nordrhein-Westfalen – dass die Stadt Siegen jetzt 15
    ihrer 17 Grundschulen mit Förderschwerpunkten ausweist,
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js Siegen. Gemeinsames Lernen ist in den Siegener Schulen kein Neuland. Im Archiv der städtischen Schulverwaltung finden sich Akten aus den 70ern, bei denen es bereits um die Inklusion von Kindern mit Seh-Beeinträchtigung ging – lange, bevor der Begriff Inklusion überhaupt Eingang in den Sprachgebrauch fand. Seit März 2009, als die UN-Konvention über die Rechte Behinderter in Deutschland in Kraft trat, wurde der „Gemeinsame Unterricht“, so die damalige Bezeichnung, zur Norm in der Bildungslandschaft. Zum neuen Schuljahr wird die Stadt Siegen 15 der 17 kommunalen Grundschulen offiziell mit Förderschwerpunkten für gemeinsames Lernen ausweisen.
Mangel an entsprechend ausgebildeten Lehrkräften
Auf dem Papier mag es nach mehr klingen, als es im Alltag ist;

js Siegen. Gemeinsames Lernen ist in den Siegener Schulen kein Neuland. Im Archiv der städtischen Schulverwaltung finden sich Akten aus den 70ern, bei denen es bereits um die Inklusion von Kindern mit Seh-Beeinträchtigung ging – lange, bevor der Begriff Inklusion überhaupt Eingang in den Sprachgebrauch fand. Seit März 2009, als die UN-Konvention über die Rechte Behinderter in Deutschland in Kraft trat, wurde der „Gemeinsame Unterricht“, so die damalige Bezeichnung, zur Norm in der Bildungslandschaft. Zum neuen Schuljahr wird die Stadt Siegen 15 der 17 kommunalen Grundschulen offiziell mit Förderschwerpunkten für gemeinsames Lernen ausweisen.

Mangel an entsprechend ausgebildeten Lehrkräften

Auf dem Papier mag es nach mehr klingen, als es im Alltag ist; gemeinsames Lernen ist an jeder dieser Schule bereits an der Tagesordnung. Vielmehr gilt es für die Stadt Siegen, in Absprache mit der zuständigen Schulaufsicht einen Runderlass des NRW-Schulministeriums umzusetzen. Bestimmte Qualitätskriterien liegen besagter Formalität zugrunde, z. B. ein Inklusionskonzept, genug sonderpädagogisches Personal und eine räumliche Ausstattung, die gemeinsames Lernen zulässt. Ein Mangel an entsprechend ausgebildeten Lehrkräften lässt die Ausweitung des gemeinsamen Lernens nur schrittweise zu, heißt es im Runderlass.

Dem von der Kommunalpolitik abgesegneten Vorschlag der Verwaltung liegt das Prinzip „kurze Beine – kurze Wege“ zugrunde, so fordert es der Gesetzgeber. Der Mehrheit der Schüler soll ein wohnortnahes Angebot zu gemeinsamem Lernen gemacht werden können. Nicht mit von der Förderpartie sind die Grundschule Kaan-Marienborn und die Sonnenhangschule, auch wenn hier bei Bedarf eine Einzelintegration erfolgen könne. Und das sei auch durchaus der Fall. „Es gibt keine Siegener Grundschule, an der es noch nie gemeinsames Lernen gegeben hat“, berichtet Christina Uhr als Leiterin der städtischen Schulverwaltung der SZ.

Stadt bildet weitere Schwerpunkte

Die übrigen Primarschulen haben einen oder mehrere Förderschwerpunkte. Bis auf die genannten Ausnahmen fokussieren sie sich alle auf Lernen, emotionale und soziale Entwicklung, Sprache und Sehen. Schwerpunktschulen für körperliche und motorische Entwicklung sind die Albert-Schweitzer-Grundschule (Geisweid), die Glückaufschule und die Jung-Stilling-Grundschule (beide Weidenau). Geistige Entwicklung ist zusätzlicher Förderschwerpunkt an der Glückaufschule, der Grundschule Eiserfeld und der Montessorischule auf dem Lindenberg. Hören und Kommunikation ist ebenfalls ein Förderschwerpunkt – diesen haben die Diesterwegschule auf dem Rosterberg und die Grundschule Eiserfeld.

Die Glückaufschule auf dem Haardter Berg ist eine von zwei Grundschulen, die gleich drei Förderschwerpunkte hat.
  • Die Glückaufschule auf dem Haardter Berg ist eine von zwei Grundschulen, die gleich drei Förderschwerpunkte hat.
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Inklusion hört nicht nach Klasse 4 auf, auch an weiterführenden kommunalen Schulen hat die Stadt Siegen Schwerpunkte gebildet. Als Schulen des gemeinsamen Lernens gelten die Achenbacher Hauptschule, die Realschulen Am Oberen Schloss und Auf der Morgenröthe, alle drei Gesamtschulen und das Peter-Paul-Rubens-Gymnasium.

Wenige Einschulungsuntersuchungen nicht dramatisch

Die amtlichen Zahlen, die angeben, wie viele Kinder im neuen Schuljahr mit sonderpädagogischer Förderung unterrichtet werden, kommen stets erst im Oktober. Anträge für bestimmte Förderbereiche (Lernen und emotionale bzw. Entwicklung) werden ab der 2. Klasse gestellt, weil sie erst in der Eingangsphase der Grundschule festgestellt werden. Bei den Schuleingangsuntersuchungen, die in der Regel ein gutes halbes Jahr vor der Einschulung von Amtsärzten des Gesundheitsamts durchgeführt werden, werden aber ebenfalls sonderpädagogische Unterstützungsbedarfe festgestellt. Im Kreis Siegen-Wittgenstein ist das bei insgesamt 59 angehenden Erstklässlern der Fall, 15 davon in der Stadt Siegen. Die Zahlen sind nicht abschließend, bei einigen Fällen besteht noch Klärungsbedarf.

Dass wegen Corona nur wenige Einschulungsuntersuchungen durchgeführt wurden, ist nach Einschätzungen von Stadt und Kreis nicht dramatisch. „Die meisten dieser Kinder sind schulärztlich untersucht worden, da sie in der Regel wegen des vermuteten sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfes bereits bei Anmeldung an der Grundschule und somit frühzeitig dem Gesundheitsamt gemeldet wurden“, so Kreissprecher Manuel Freudenstein. Dass viele Kinder mit Förderbedarf durchs Raster gefallen sind, ist demnach nicht zu befürchten: „Die Anzahl der Kinder entspricht der Größenordnung der letzten Jahre.“

Gemeinsames Lernen ist seit Jahren der Regelfall in Nordrhein-Westfalen – dass die Stadt Siegen jetzt 15
ihrer 17 Grundschulen mit Förderschwerpunkten ausweist,
ist im Grunde nur eine Formalität.
Die Glückaufschule auf dem Haardter Berg ist eine von zwei Grundschulen, die gleich drei Förderschwerpunkte hat.
Autor:

Jan Schäfer (Redakteur) aus Siegen

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