Sebastian Knauer: „Fokus Mozart“

 Klare Vorstellungen: Sebastian Knauer verantwortet zum zweiten Mal das Programm der Internationalen Musikfestwoche auf Schloss Berleburg, die in der nächsten Woche – erneut unter der Schirmherrschaft von IKH Prinzessin Benedikte – stattfindet. Foto: Veranstalter
  • Klare Vorstellungen: Sebastian Knauer verantwortet zum zweiten Mal das Programm der Internationalen Musikfestwoche auf Schloss Berleburg, die in der nächsten Woche – erneut unter der Schirmherrschaft von IKH Prinzessin Benedikte – stattfindet. Foto: Veranstalter
  • hochgeladen von Archiv-Artikel Siegener Zeitung

ciu - „Fokus Mozart“ – unter diesem Motto steht die 46. Musikfestwoche auf Schloss Berleburg. „Fokus Mozart“, das könnte auch über dem musikalischen Schaffen von Festivalleiter Sebastian Knauer stehen. Musik von Mozart, sagt er im Interview mit der Siegener Zeitung, habe ihn schon von klein auf begeistert. „Diese Leichtigkeit und intensive Dramatik, diese Durchsichtigkeit“, schwärmt er und verweist zugleich auf den hohen technischen Anspruch der Mozart’schen Werke. Seine eigene Faszination für die Musik des Salzburgers war bei der Planung der zweiten Musikfestwoche unter seiner Regie das eine, das andere sei die Suche nach Künstlern und Programmen gewesen, die für die Woche 2. bis 8. Juli von ihm gewünscht und auch verfügbar waren: der Geiger Renaud Capuçon (der beim Eröffnungskonzert mit Sebastian Knauer eher selten zu hörende Mozart-Sonaten spielen wird), die Schauspielerin Hannelore Elsner (mit der Knauer einen Blick auf Mozart und die Frauen wirft) oder das Aron Quartett aus Wien, das zum Abschluss auch Mozarts berühmtes Klarinettenkonzert im Programm hat. Er habe dann schnell gemerkt, so Knauer zu seinen inhaltlichen Überlegungen, dass 2018 Mozart als Thema trägt. Zu einseitig aber sollte das Festival auch nicht sein, weshalb der Pianist Matthias Kirschnereit am Donnerstag, 5. Juli, auch Werke von Mendelssohn Bartholdy, Chopin und Brahms präsentiert.

Und wie passt das A-cappella-Comedy-Ensemble Lalelu ins Bild? Nicht, und doch: Das Open-Air-Konzert am Samstag auf dem Schlosshof (ab 20.30 Uhr) mit Musik der populären Richtung sei ihm Rahmen der Musikfestwoche zur guten Tradition geworden, so Sebastian Knauer, der die Formation (aus Hamburg, wie er) kennt und schätzt: „Die sind super, hochprofessionell und echte Könner.“ Er verspricht: „Man geht mit einem breiten Grinsen nach Hause.“

Dass Knauers Konzept trägt, ist messbar. Bereitete ihm der Publikumszuspruch schon in seiner ersten Berleburger Saison einen „schönen Start“, verspricht die Auslastung auch 2018 gut zu werden. „Weitgehend ausverkauft“, teilt Andreas Wolf, Vorsitzender der veranstaltenden Kulturgemeinde, mit, seien die Abende mit Capuçon und Elsner, hier gebe es „nur noch Hörplätze“. Ansonsten lohnt die Nachfrage in den Ticketshops – auch an den Konzertkassen der Siegener Zeitung.

Im vorigen Jahr machte Sebastian Knauer zur Musikfestwochenzeit in Hamburg Schlagzeilen, als er aus Solidarität mit den bei den G20-Krawallen eingesetzten Polizisten ein Danke-Konzert in der Elbphilharmonie gab. Das sei eine spontane Entscheidung gewesen, sagt er. Er habe ein Zeichen setzen wollen dagegen, „dass Anarchie herrscht“, habe sich bewusst an die Seite der Gesetzeshüter gestellt. Er sei beileibe kein Künstler, der meine, er müsse sich zu allem und jedem äußern. Doch wenn er merke, „hier muss ich mich einbringen“, dann tue er das. Apropos Elbphilharmonie: „Ich finde sie großartig“, sagt Knauer. „Sie ist eine Bereicherung für die Stadt, ein Wahrzeichen. Klanglich sei die Elbphilharmonie eine Herausforderung. „Man muss sich drauf einstellen.“ An der Akustik werde nach wie vor gearbeitet, da brauche es noch „ein bisschen Geduld“.

Dem „Konzertsaal“ im Berleburger Schloss gewinnt Sebastian Knauer ab, dass das Musizieren dort von „unglaublicher Intensität“ ist. Man agiere so nah am Publikum („in nächster Nähe“), dass das „fast schon Hauskonzertcharakter“ habe. Vielleicht, so der künstlerische Leiter der Musikfestwoche, komme ja irgendwann auch ein anderer Saal mal dazu. Aber das sei Zukunftsmusik. Zunächst gelte es, auch überregional „Überzeugungsarbeit“ für diesen „verwunschenen Ort“ zu leisten.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.