Sechs Tote bei Familiendrama in Österreich Rosenkrieg als Motiv?

Schildberg (dpa) - Bei einem Familiendrama in Österreich soll eine 35 Jahre alte Frau ihre Mutter, ihren Bruder und ihre eigenen drei Kinder erschossen haben. Danach habe sich die Frau das Leben genommen.

Ein aufmerksamer Nachbar brachte die Ermittlungen in Gang. Der Mann aus dem 170-Seelen-Örtchen Schildberg in Niederösterreich machte sich Sorgen, weil die Kinder der Familie schon seit Tagen unentschuldigt nicht mehr in der Schule waren. Er alarmierte die Polizei. Im Haus der Familie bot sich den Ermittlern ein Bild des Grauens. Unter den Opfern waren ein Mädchen (7) und Zwillingsjungen im Alter von 10 Jahren.

Die sechs Leichen wurden in einem Haus in der Nähe von Böheimkirchen zwischen Wien und St. Pölten gefunden, wie die Polizei mitteilte. Die Frau soll auch den Familienhund getötet haben.

Die Hintergründe waren zunächst aber unklar. Auch wie lange die Familie schon tot war, war nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten ordnete eine Obduktion an. Die Spurensuche im Haus lief mehrere Stunden auf Hochtouren. Am frühen Abend wurden die Leichen abtransportiert. Zuvor hatte die Tageszeitung «Kronen Zeitung» in ihrer Online-Ausgabe über den Fall berichtet.

Die Familie sei erst vor kurzem zugezogen, sagte Bürgermeister Johann Hell der dpa. Persönlich kannte er sie nicht. Seit etwas über einem Jahr sollen die drei Generationen gemeinsam dort gelebt haben. Bei dem Fundort der Leichen handelt es sich um eine frühere Gastwirtschaft, die seit dem Einzug aber nicht mehr in Betrieb ist.

Laut einer Nachbarin aus dem Ort, die die Familie nach eigenem Bekunden kannte, befand sich die Frau in einem Rosenkrieg mit ihrem Mann. Der ehemalige Besitzer des Wohnhauses wurde nach eigenen Aussagen Donnerstagfrüh von der Polizei nach möglichen Zugangsmöglichkeiten ins Innere gefragt.

Nach weiteren Angaben aus dem Ort lebte die Familie sehr isoliert. Die Kinder hätten nie den öffentlichen Bus benutzt, sondern seien von ihren Eltern zur Volksschule im nahen Böheimkirchen gefahren worden, sagte eine Geschäftsfrau. Nachbarn bezeichneten die Familie als völlig unauffällig.

Erst im Oktober war es in Österreich zu einer ähnlichen Bluttat gekommen: Ein junger Polizist in Wien gestand, seine schwangere Freundin und den gemeinsamen kleinen Sohn getötet zu haben. Er erschoss sie mit seiner Dienstwaffe und versteckte die Leichen in seiner Heimat in der Steiermark.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.